Wintersport

"Ich werde den Skiverband völligumbauen"

Die SN baten ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel vor der Ski-WM zum Exklusivinterview - und erlebten dabei einen Mann, der vor Tatendrang und Energie strotzt und der noch einmal seinen Verband modernisieren will.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. SN/robert ratzer
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

Es ist schon eine gute, alte Tradi tion: Vor einem Großereignis wie der nun bevorstehenden Ski-WM in St. Moritz treffen die SN ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zum exklusiven Interview. In diesem Jahr erlebten wir den obersten Ski-Boss so energiegeladen und voller Ideen wie schon seit geraumer Zeit nicht mehr.
Herr Präsident, die alpinen Weltcuprennen mit über 200.000 Fans sind vorbei, die vom ÖSV veranstaltete Biathlon-WM mit 150.000 erwarteten Zuschauern steht bevor. Geht der Geldschrank in Ihrem Büro überhaupt noch zu?
Schröcksnadel: Das ist eine Übertreibung, das ist ja nicht so viel, wie es aussieht. Von den Rennen könnten wir niemals leben. Wir haben mittlerweile über 40 Millionen Euro Jahresbudget. Wenn die Rennen und die Großveranstaltungen dazu 20 Prozent beitragen, dann ist es viel. Aber eines darf ich stolz anfügen: 50.000 bei der Abfahrt in Kitzbühel mit 1,5 Millionen TV-Zusehern, 45.000 in Schladming und 1,9 Millionen TV-Zuseher, da kann ich nur sagen: Schöne Grüße an alle, die seit einem Jahrzehnt behaupten, der Skisport sei tot, und die den Klimawandel herbeibeten.
Aber Sorgen um die Finanzen müssen wir uns keine machen?
Nein, nein, ein bisserl was bleibt schon übrig.
Warum ich frage: Sie haben ja nicht nur satte Einnahmen, sondern auch satte Ausgaben. Stehen in Ihren Augen Aufwand und Ertrag eigentlich noch in einer Relation?
So einfach ist das nicht zu beantworten. Jeder Unternehmer investiert erst in sein Geschäft, um dann einen Ertrag zu sehen. Das machen wir auch so. Wir haben zwei Ziele: Wir wollen den Nationencup gewinnen und dann auch Siege einfahren, nach Möglichkeit auch den Weltcup gewinnen. Also: Für den Nationencup brauchen wir ein breit aufgestelltes Team. Schauen wir uns den aktuellen Stand an: Die Italiener sind uns im Nationencup auf den Fersen, die haben zwar keine Seriensieger, sind aber gut aufgestellt. Die Norweger werden den Nationencup nie gewinnen, die haben ein paar Topläufer, aber kein breit aufgestelltes Team. Wir wollen beides.

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