Wintersport

Jede Menge Medaillentipps bei den Rodlern

Österreichs Kunstbahnrodler bringen sich einen Monat vor Olympia in Peking mit starken Leistungen in Favoritenstellung.

Nico Gleirscher.  SN/örv
Nico Gleirscher.

Olympia könnte eigentlich schon beginnen für Österreichs Kunstbahnrodler. Auch auf der fünften Weltcupstation sammelte die ÖRV-Armada Stockerlplätze und tankte damit Selbstvertrauen für die Spiele in Peking, die in einem Monat beginnen. Es gilt, eine stolze Serie fortzusetzen: Seit 1992 haben österreichische Rodler noch jedes Mal olympisches Edelmetall mit nach Hause gebracht.

Gemessen an den Resultaten im deutschen Winterberg müsste der Erfolgslauf auch in diesem Winter weitergehen. Sechs Stockerlplätze in vier Bewerben ließen die Truppe von Sportdirektor und Cheftrainer René Friedl beim ersten Neujahrsweltcup in der Geschichte jubeln. Wohl am meisten gefreut hat sich Nico Gleirscher über seinen zweiten Platz bei den Einsitzern der Herren, geht es doch noch um die Qualifikation fürs Olympiateam. In einer Vornominierung haben bislang nur Titelverteidiger David Gleirscher sowie Wolfgang Kindl schon ihr Peking-Ticket zugesichert bekommen. Nico Gleirscher verbesserte seine Chancen im internen Rennen mit Jonas Müller (diesmal Fünfter) und Reinhard Egger bedeutend.
"Die Bahn liegt mir, ich rodle gerne in Winterberg und habe das auch heute bewiesen", sagte Nico Gleirscher, der nach dem ersten Lauf sogar geführt hatte. Wolfgang Kindl wiederum lieferte mit einer Aufholjagd vom 18. auf den dritten Platz sein eigenes Husarenstück. Der Tiroler meinte: "Ich glaube, ich bin in Winterberg noch nie ein normales Rennen gefahren. Es kam aufgrund der warmen Temperaturen auch heute, wie es kommen musste, die späteren Nummern hat es einfach weggefressen." Die ÖRV-Führung muss also bei der Olympianominierung auch außergewöhnliche Umstände in die Entscheidung miteinbeziehen.

Überhaupt brachte Winterberg kuriose Rennen. Bei den Doppelsitzern rechneten Thomas Steu und Lorenz Koller nicht mehr mit dem Stockerl, als sie 0,041 Sekunden hinter den deutschen Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt ins Ziel kamen. Aber Stürze der beiden führenden Paare Toni Eggert/Sascha Benecken sowie Andris und Juris Šics brachten doch noch Rang zwei. Die Österreicher wussten den Erfolg richtig einzuordnen: "Das Resultat ist glücklich zustande gekommen, im Normalfall wäre es heute mit dem Podest knapp geworden", analysierte Steu. Die beiden Gesamtweltcupsieger haben damit alle ihre fünf Saisonrennen auf dem Stockerl beendet. Bei der kommenden Station in Sigulda setzen sie aus, um das Risiko vor Peking zu minimieren, sich in der Athletik zu verbessern und in Igls die Abstimmung noch weiter zu verfeinern.

Ebenfalls wieder auf dem Stockerl stand auch Madeleine Egle, und das bereits zum dritten Mal in Folge nach ihrem Sieg von Sotschi und dem zweiten Platz im Heimrennen in Igls. Möglich machten es bei ihr wie bei Kindl die wechselnden Bedingungen. Denn Egle musste Lauf zwei vom 17. Platz aus in Angriff nehmen. "Das es so ausgeht, hätte ich nicht geglaubt", sagte die 23-jährige Tirolerin. "Meine Läufe waren doch sehr fehlerhaft, ich bin mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden. Ich wollte im zweiten noch einmal voll angreifen. Durch den einsetzenden Regen hatte ich sicher etwas Glück, dafür hatte ich es im ersten Lauf mit der letzten Startnummer deutlich schwerer."

Abgerundet wurde das erfolgreiche Wochenende im Sauerland von Österreichs Team mit Platz zwei in der Teamstaffel hinter Lettland.

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