Wintersport

Julian Eberhard holt WM-Bronze im Biathlon-Massenstart

Julian Eberhard hat am Sonntag im letzten Bewerb der Biathlon-WM in Östersund die erste Medaille für den ÖSV geholt. Der Salzburger sicherte sich Massenstart-Rennen (15 km) hinter Dominik Windisch (ITA) und Antonin Guigonnat (FRA/+22,8 Sek.) Bronze, sein erstes Einzel-Edelmetall. Nach drei Fehlern im dritten Schießen war Eberhard nur 12., mit nur einem weiterem Fehler gelang ihm eine Aufholjagd.

Ein verrücktes Finale der Biathlon-WM in Östersund (SWE) brachte doch noch eine Medaille für Österreich: Julian Eberhard lief zu Bronze im Massenstartrennen und holte sich damit das längst verdiente erste Einzel-Edelmetall seiner langen Karriere.

Der 32-jährige Saalfeldner nützte in einem irren Finish die Gunst der Stunde: Nur als Zwölfter war er zur letzten Schießeinlage gekommen, bereits 35 Sekunden hinter einem Medaillenrang. Doch dann versagten die Führenden bei heftigem Wind reihenweise. Dominator Johannes T. Bø verfehlte sogar alle fünf Scheiben, das Resultat wurde völlig auf den Kopf gestellt. Voran waren plötzlich der Elfte Dominik Windisch (ITA), der Neunte Antonin Guigonnat (FRA) und Eberhard, der nach drei Fehlern beim ersten Stehend-Schießen eigentlich schon weg vom Fenster gewesen war.

Sogar als Zweiter vom Schießstand weg lief der zweite Saalfeldner, Simon Eder, der aber seiner kaum überstandenen Verkühlung Tribut zollen musste und am Ende Siebenter wurde.

Eberhard hatte beim kuriosen letzten Schießen zwar auch einen Fehler zu verzeichnen, überholte aber trotzdem etliche Gegner: "In der Strafrunde habe ich schon gezählt, wie viele jetzt rausgehen", berichtete er nach dem Rennen. Und plötzlich war er wieder mittendrin im Rennen um Edelmetall.

Auf der Schlussrunde matchte sich Julian Eberhard noch mit Guigonnat um Silber, doch im Sprint hatte der Franzose um 0,5 Sekunden die Nase vorn. "Auf der letzten Abfahrt war ich chancenlos", sagte Eberhard. "Aber ich bin froh über Bronze. Das ist eine hart erkämpfte Medaille, die der ganzen Mannschaft gehört." Die WM war insgesamt eine verkorkste Angelegenheit für das ÖSV-Team gewesen, nachdem Eberhard und Eder nach Atemwegserkrankungen verspätet angereist waren.

Eberhard war dankbar: "Es war ein beinharter Kampf die letzte Woche, alle im Team und bei den Serviceleuten haben dafür gekämpft, dass wir den Anschluss finden. Es hat sich dann auf den letzten Tag zugespitzt. Ich könnte heute nicht glücklicher sein."

Die Medaille ist für Julian Eberhard der verdiente Lohn jahrelanger geduldiger Arbeit. In der Loipe ist der 1,96-Meter-Riese seit jeder einer der Schnellsten. Eine mäßige Trefferquote beim Schießen verhinderte aber lange größere Erfolge. Konsequentes Training machte sich bezahlt: Zehn Jahre nach seinem Debüt gelang ihm im Sprint von Chanty-Mansijsk (RUS) 2016 endlich der erste von mittlerweile vier Weltcupsiegen.

2017 holte Eberhard bei der Heim-WM in Hochfilzen Staffel-Bronze mit Österreich. Eine Einzelmedaille entglitt ihm 2018 im Olympiasprint von Pyeongchang auf den letzten Metern und um 0,7 Sekunden. Jetzt kam das Glück endlich zu ihm.

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