Wintersport

Junge ÖSV-Damen zeigten in Sölden stark auf

Um nur 35 Hundertstel hat Stephanie Brunner beim Saisonstart in Sölden ihren ersten Weltcup-Podestplatz verpasst. Als Vierte war die 22-jährige Tirolerin dennoch klar die beste Österreicherin. In einem Rennen, das von Lara Gut dominiert wurde und bei dem Eva-Maria Brem komplett danebengriff, aber viele junge ÖSV-Teamkolleginnen groß aufzeigten.

Junge ÖSV-Damen zeigten in Sölden stark auf SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER

Allen voran Brunner. Aber auch die auf den Plätzen 12, 13 und 14 gelandeten Rosina Schneeberger, Ricarda Haaser und Katharina Truppe bewiesen mit persönlichen Bestleistungen, dass die junge Technik-Mannschaft wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat. Zumindest, wenn es wie diesmal in Sölden sehr kompakte und fahrbare Pistenbedingungen gibt.

"Es ist voll cool, wenn es gleich beim ersten Rennen so richtig klappt", jubelte Brunner. Die Zillertalerin aus Tux ist normalerweise keine Frühstarterin und tut sich auch schwer, die Trainingsleistung auch gleich im Rennen zu zeigen.

"Einfach, weil die Anspannung so viel größer ist. Deshalb habe ich bisher immer drei, vier Rennen gebraucht. Aber anscheinend habe ich nun eine bessere Taktik im Kopf, außerdem bin ich auch reifer geworden", analysierte sich Brunner selbst.

Mit Platz vier übertraf Brunner vor den Augen ihrer Familie und ihrer Fans sogar ihr vorjähriges Top-Ergebnis, als sie Fünfte in Flachau geworden war. "Vierte zu werden hinter so starken Läuferinnen ist gut, für das Podium war ich aber zu weit weg. Da brauche ich zwei wirklich gute Läufe. Lara ist so gut gefahren, um dorthin zu kommen, muss ich noch einen Zahn zulegen."

Was die Slalom-Juniorenweltmeisterin von 2012 auch abstellen will: "Ich bin eine, die sehr ehrgeizig ist. Wenn's einmal im Training nicht läuft, kann ich auch schon einmal auszucken."

Erleichtert trotz des Flops bei Topläuferin Brem zeigte sich Jürgen Kriechbaum. "Bei Eva hat man gesehen, wie schnell etwas komplett daneben gehen kann. Trotzdem bin ich sehr, sehr glücklich, weil die Jungen so eine Superleistung gebracht haben", freute sich der Damen-Rennsportleiter. "Sie zeichnet eine gewisse Unbekümmertheit aus, sie suchen das Tempo und das Risiko. In Sölden haben sie es auch ins Ziel gebracht."

Thomas Trinker ist seit diesem Winter der neue Riesentorlauf-Chef, bis auf Michaela Kirchgasser, Carmen Thalmann und Elisabeth Görgl hat er alle Mädchen auch schon im Europacup betreut. "Das hat sicher Vorteile", ist der Coach überzeugt. Ziel sei, sich in der Startrangliste konsequent zu verbessern und dann anzugreifen. "Sie sind in Sölden schon sehr gute Laufzeiten gefahren, das gibt Hoffnung."

Auch für Trinker sticht Brunner etwas hervor. "Sie fährt einen starken Aufkantwinkel, wie man ihn eigentlich nur bei den Herren kennt. Dadurch kann sie den Schwung sehr abkürzen", erklärte der Coach. "Wenn sie gesund bleibt, kann Steffi im Riesentorlauf gleich ganz vorne mitfahren und die anderen regelmäßig in die Top-Ten kommen."

Zu den "anderen" zählt auch die 31-jährige Kirchgasser, die beim elften Sölden-Auftritt als Siebente erstmals in die Top-Ten kam. "Vielleicht sollte ich öfters ohne Erwartungen antreten", meinte die Salzburgerin schmunzelnd und lobte ebenfalls die jungen Kolleginnen. "Sie zeigen mir linientechnisch, von Angriffslust und vom Kampfgeist her, wo es lang geht. Da weißt du im Training, dass es passt, wenn du dabei bist."

Brunners beste Freundin, Zimmer- und Vereinskollegin ist Rosina Schneeberger. "Wir kennen uns seit der Skihauptschule Stams, waren immer im gleichen Kader und verstehen uns echt gut", erzählte "Rosi".

Insgesamt sei es aber ein Superteam, eine gute Gemeinschaft. Und unser Trainer pusht uns voll, von Eva (Brem, Anm.) können wir uns viel abschauen."

Das bestätigte auch Haaser: "Ich habe angeschrieben. Wir sind stark und keine schenkt im Training der anderen etwas, alle drücken voll an", gewährte die Tirolerin einen Einblick in den Alltag.

Haaser ist überzeugt: "Das ganze Team hat einen großen Schritt gemacht." Truppe gab zu: "Die griffige Piste ist mir heuer sicher entgegen gekommen, ich hatte viel mehr Grip. Aber hier ist immer alles auf des Messers Schneide."

Quelle: APA

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