Wintersport

Kitz-Favorit Dominik Paris: Der Mann, der das Eis liebt

Dominik Paris im SN-Interview über Heavy Metal, Strecken wie die Streif und das Risiko.

Der Italiener Dominik Paris zählt zu den Favoriten auf der Kitzbüheler Streif. SN/apa
Der Italiener Dominik Paris zählt zu den Favoriten auf der Kitzbüheler Streif.

Der Südtiroler Dominik Paris hat vielfältige Talente: als Sänger und Songwriter der Heavy-Metal-Band Rise of Voltage, dreifacher Kitzbühel-Sieger (zwei Mal Abfahrt, ein Mal Super G) und als der Mann, der eisige Pisten mag.

Die Reaktionen auf die Streif reichten heuer von "unfahrbar" bis "perfekt", wie Matthias Mayer gesagt hat. Dürfen wir um Ihr Urteil bitten? Paris (grinst): Ich bin ganz bei Mothl (Matthias Mayer, Anm.). Das ist perfekt, so muss eine Abfahrt sein.

Wie kann man eigentlich eine völlig vereiste Piste, auf der man mit 130 Sachen runterbrettert, mögen? Als ich in den Weltcup gekommen bin, hat es nur solche Pisten gegeben. Meine ersten großen Erfolge habe ich 2012 und 2013 in Bormio und Kitzbühel gefeiert, auf eisigen Pisten. Dann kamen die ganzen Sicherheitsdiskussionen hoch. Dabei finde ich, dass eine Abfahrt genau so wie hier sein muss: Im ersten Training sollst du schauen, dass du runterkommst. Im zweiten Training tastest du dich an die Grenzen. Im Rennen kannst du dann ans Limit gehen. Gefährlich sind für mich die Strecken, die verleiten, dass man schon im ersten Training Vollgas gibt.

Ist Kitzbühel also Austesten des persönlichen Limits? Abfahren heißt ja nicht von oben bis unten Vollgas geben. Man muss eine Abfahrt lesen und erkennen: Wo kann ich schnell fahren, wo muss ich dosieren, wo kann ich voll riskieren? Deswegen gefallen mir Bormio und Kitzbühel ja so gut, da kannst du nicht voll attackieren. Wenn du hier nicht denkst, bist du mit einem Fuß schon weg.

Hat Sie dieses Wissen vor schweren Stürzen bewahrt? Vermutlich schon, manchmal war Glück auch dabei. Ich war oft in schwierigen Situationen, ich habe aber auch oft zurückgesteckt und gesagt: Mehr war für mich heute nicht möglich. Das letzte Hemd für einen fünften oder sechsten Platz zu riskieren, das ist dumm.

Sie kommen aus dem Ultental, bezeichnen sich als Bergmensch, sind im Beruf Abfahrer und nebenbei Heavy-Metal-Sänger - wie passt das alles zusammen? Musik hat mich immer interessiert, das Technische daran. Irgendwann ist daraus das Projekt mit meinen Kumpels entstanden.

Wie fällt einem ein Heavy-Metal-Text ein? Keine Ahnung, manchmal frage ich mich das selbst. Man erlebt so viel, man liest so viel, dann bleibt ein Begriff im Kopf hängen. An dem arbeitet man weiter. Wie zum Beispiel Eifersucht. Eifersucht gibt es nicht nur in der Liebe, auch im Skisport.

Wie würde denn ein Songtitel für Kitzbühel lauten? Hm, "Highway to Hell", aber das hat ja schon AC/DC geschrieben.

Werden Sie als Skifahrer und Sportstar auch südlich von Bozen wahrgenommen? Es hat in den letzten Jahren eine Steigerung gegeben, auch weil wir gute Resultate eingefahren sind. Es ist nicht wie zu Tombas Zeiten, das war außergewöhnlich. Aber man merkt schon: Skifahren ist wieder angekommen bei uns.

Sie sind auch ein großer MotoGP-Fan - bleibt noch zu klären: Rossi oder Márquez? Und haben Sie selbst ein Motorrad? Eher Márquez und Dovizioso. Und nein, ich habe bewusst kein Motorrad. Ich würde es völlig ausreizen, immer am Limit sein, das würde nicht lang gut gehen.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 02.12.2020 um 05:33 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/kitz-favorit-dominik-paris-der-mann-der-das-eis-liebt-64625764

Kommentare

Schlagzeilen