Wintersport

Konstanter Kraft geht zuversichtlich in restliche Saison

Stefan Kraft hat am Wochenende beim Skiflug-Weltcup auf dem Kulm groß abgeräumt. Mit dem ersten Triumph seiner Karriere in Österreich und Rang drei am ersten Tag hat er 160 Zähler für den Weltcup geholt und führt nun 138 Punkte vor dem ersten Verfolger, dem Deutschen Karl Geiger. Die Konstanz des Salzburgers ist beeindruckend: 21 Einzelbewerbe - drei Siege - elf Podestplätze - 15 Mal in den Top 4.

Kraft konnte das Skifliegen am Kulm für sich entscheiden SN/APA (Archiv)/EXPA/JFK
Kraft konnte das Skifliegen am Kulm für sich entscheiden

"Mega, dass es so funktioniert hat am Wochenende", freute sich Kraft. "Das Restprogramm taugt mir irrsinnig mit Lahti und Raw Air. Ich fühle mich körperlich super. Aber es gilt, am Boden bleiben, weiterarbeiten - es ist noch lange nicht vorbei", so der Pongauer nach seinem 19. Weltcupsieg. Dennoch steuert er in dieser Form seinem zweiten Gesamt-Weltcupsieg nach der Saison 2016/17 zu. Im Vorjahr war er ja hinter Saison-Dominator Ryoyu Kobayashi Zweiter geworden.

Für Kraft war es übrigens im insgesamt 23. Weltcup-Bewerb in Österreich endlich der erste Heim-Sieg. Seit dem 4. Jänner 2012 war er diesem nachgejagt und hatte sich je neunmal in Innsbruck und Bischofshofen versucht. Nach dem fünften Kulm-Einzelbewerb hat Kraft dieses Karriereziel abhaken können. Für den nunmehr auch im Skiflug-Weltcup führenden Kraft (wird in Vikersund fortgesetzt) war es übrigens der fünfte Sieg auf ganz großem Bakken.

Krafts Erfolgsgeheimnis ist schon in der Saisonvorbereitung zu suchen. "Ich habe im Sommer hart dran gearbeitet, dass ich nicht mehr so anfällig bin." Wenn er voll riskiert hat, habe er in der Vergangenheit Skifehler gehabt. "Das hat sich echt voll stabilisiert. Ich brauche im Wettkampf keine Handbremse drinnen haben, ich kann voll angreifen."

Voll angreifen will er auch am Wochenende trotz einer großen Umstellung. Vom Skiflug-Bakken auf eine der kleinsten Normalschanzen in Rasnov (ROU), wo zwei Einzelbewerbe auf dem Programm stehen. "Die Schanze kenne ich gar nicht. Der Geiger Karli ist normal auf einer 90er der Stärkste", warnt Kraft.

Die Umstellung wird für das gesamte Feld nicht leicht werden. "Das wird jetzt sehr spannend. Ich glaube, wenn man in Rasnov den ersten Trainingssprung im Fernsehen zeigen würde, da würde man ein paar wilde Gestalten sehen", schilderte Kraft lachend. Er selbst tue sich nach dem Skifliegen normalerweise immer ganz gut.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder freute sich mit Kraft und sah auch Kritik an einer doch vorhandenen Lücke zwischen seinem Topspringer und dem Rest der Mannschaft gelassen. "Man muss die Ergebnislisten anschauen. Es sind vier Leute vorne, das sind die konstanten Athleten. Alle anderen haben genauso Schwankungen wie wir", erklärte der Tiroler. Es gäbe Leute, die ab und zu ein gutes, dann wieder ein schlechteres Ergebnis liefern würden. "Alle Nationen haben das gleiche Problem. Das Feld ist extrem eng beieinander, das Niveau extrem hoch. Die vier haben sich abgesetzt."

Zudem beruhigt Felder ein Blick auf den Nationencup. "Wir haben 300 Punkte Vorsprung (exakt 344, Anm.) und sind immer noch super im Rennen. Das heißt, dass wir als Mannschaft konstant sind, auch wenn hinter dem Krafti ein bisserl ein Loch ist. Man darf auch nicht vergessen, es waren diese Saison schon mehrere Leute von uns auf dem Stockerl."

In Sachen Nominierung Skiflug-WM im März hat Felder noch etwas Zeit. "Hinfahren tun die Leute, die für den Weltcup qualifiziert sind. Wir wissen, wir können gut Skifliegen. Wir haben noch einiges zu tun, speziell, was die Luftfahrt betrifft. Wir wissen, dass wir da kleine Mankos haben."

Doch zunächst steht als Intermezzo der Ausflug auf die Kleinschanze in Rasnov auf dem Programm. Danach folgen Lathi, die "Raw Air" mit Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund. Danach bilden die Skiflug-Weltmeisterschaften vom 19. bis 22. März in Planica den Saisonabschluss.

Quelle: APA

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