Wintersport

Liensberger holt sich ihren ersten Weltcupsieg beim Slalom in Aare

Es war ein Sieg, der sich schon lange angekündigt hatte. Drei Wochen nach WM-Gold hat Katharina Liensberger am Samstag erstmals auch im alpinen Ski-Weltcup gewonnen. Die Vorarlbergerin setzte sich in Aare 0,72 Sekunden vor der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin und 1,65 vor Wendy Holdener aus der Schweiz durch. Es war der erste Slalom-Erfolg für die österreichischen Damen seit dem 30. November 2014 und der erste Sieg in diesem Weltcup-Winter.

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Nach dem ersten Durchgang Zweite, fing Liensberger Shiffrin an deren 26. Geburtstag mit einem wie schon am Vortag entfesselten zweiten Lauf noch ab. "Ich habe mich einfach voll in den Wahnsinn eingelassen, weil das war es heute wirklich mit den Spuren. Es hat wirklich gereicht bis zum Schluss, das fühlt sich wunderschön an", meinte Liensberger. "Ich habe mich so gut gefühlt heute. Es war wirklich mein Tag heute. Ich habe wirklich fliegen können heute, vom Start bis ins Ziel das durchziehen, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin superhappy und stolz, dass ich das in Aare heute erleben darf."

Trotz der Piste habe es "unglaublich viel Spaß gemacht". Fast sechseinhalb Jahre nach dem Sieg von Hosp in Nordamerika stand wieder eine Österreicherin ganz oben auf dem Slalom-Podest. "Zeit ist es geworden, definitiv", sagte Liensberger, die damals als 17-Jährige noch Junior- und FIS-Rennen absolvierte. "Ich habe sie gestern beobachtet und habe gewusst, sie geht mit diesen schwierigen Bedingungen am besten von allen um", meinte Shiffrin, die 2012 selbst in Aare ihren ersten Sieg gefeiert hatte. "Aber es gibt immer ein nächstes Rennen. Ich für mich muss an ein paar Sachen arbeiten."

Petra Vlhova verbesserte sich im Finale auf den achten Platz. Die Slowakin war nach einem schweren Fehler im ersten Durchgang von Platz 27 in die Entscheidung gegangen, sie blieb im Disziplinweltcup knapp in Front. 22 Punkte beträgt Vlhovas Vorsprung auf Slalom-Weltmeisterin Liensberger, mit 37 Punkten Rückstand ist auch für Shiffrin beim Weltcup-Finale theoretisch noch die kleine Kristallkugel drin. Im Gesamtweltcup führt Vlhova nun 96 Punkte vor der Schweizerin Lara Gut-Behrami, die den Trip nach Schweden ausließ, da sie keine Slaloms bestreitet.

Auch abgesehen von Liensbergers Triumph war es für die ÖSV-Truppe ein erfreulicher Tag. Katharina Gallhuber gelang als Neunte ihr bestes Ergebnis in dieser Saison, Franziska Gritsch wurde nach Platz sechs am Freitag Zehnte. Marie-Therese Sporer brachte mit einem 20. Platz erneut ein Ergebnis in die Bücher, Chiara Mair (26.) fuhr ihren eigenen Erwartungen dagegen hinterher. Katharina Huber hatte sich nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert.

Gallhuber verbuchte die drittschnellste Zeit im zweiten Durchgang hinter Vlhova und Liensberger und arbeitete sich erstmals in dieser Saison in die Top Ten nach vor. Wie Liensberger, Mair, Huber und Gritsch wird sie als eine der besten 25 im Disziplinweltcup in Lenzerheide starten können. "Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Skifahren gezeigt, und bin richtig happy", meinte die Niederösterreicherin, die auch beim Sieg ihrer Teamkollegin indirekt eine wichtige Rolle spielte.

Wie Liensberger erzählte, war nämlich vor der Entscheidung auf einmal jenes Paar Ski unauffindbar, mit dem sie zum Startbereich fahren wollte. Ihr Servicemann Raphael Hudler habe auch nichts über den Verbleib gewusst, doch zufällig sei Gallhubers Servicemann vorbeigekommen. "Er hat dann gesagt, schnall' einfach den Ski von der Kathi an. Dann bin ich die Einfahrpiste einfach mit dem Ski runter", berichtete Liensberger. Dankbar war sie aber vor allem darüber, "dass mein Rennski wirklich so einen superguten Job gemacht hat. Der 'Tutti' (ihr Name für den Ski/Anm.) hat alles möglich gemacht heute".

Nicht am Start am Vormittag war die Schweizerin Melanie Meillard, nachdem sie einen positiven Coronatest abgegeben hatte. Die 22-Jährige befinde sich mit Erkältungssymptomen seit Freitagabend in Isolation, teilte Swiss-Ski mit. Meillard hatte am Freitag den ersten Slalom in Schweden bestritten, dabei aber den zweiten Durchgang verpasst. Alle weiteren Schweizer Teammitglieder hätten negative Tests abgegeben, hieß es.

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