Wintersport

Lob und Tadel von Puelacher - Saisonvorbereitung beginnt jetzt

Nach acht Jahren in Folge durch Marcel Hirscher haben sich Österreichs Alpinskifahrer im Gesamtweltcup wieder hinten anstellen müssen. Über die große Kugel darf sich der Norweger Aleksander Aamodt Kilde freuen, hinter Alexis Pinturault (FRA) und Henrik Kristoffersen (NOR) landete das ÖSV-Duo Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr auf den Rängen vier und fünf. Österreichs Bilanz ist zwiespältig.

Cheftrainer Andreas Puelacher zieht Bilanz SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Cheftrainer Andreas Puelacher zieht Bilanz

Mayer jubelte über seine insgesamt beste Saison, in der Abfahrts- und der Kombinationswertung wurde er jeweils Dritter, im Super-G Vierter. Er gewann vier Saisonrennen - zwei Abfahrten, einen Super-G und eine Kombination. Die Herren bilanzierten insgesamt mit 17 Rängen auf dem Podium (6/4/7), für die weiteren zwei vollen Erfolge sorgte Vincent Kriechmayr jeweils im Super-G. Problemdisziplin war der Riesentorlauf, wo es keinen einzigen Podestrang gab. Für die ÖSV-Herren war es die erste Saison ohne Kugel seit 2011, danach begann die Ära Hirscher.

"Leider sind wir mit Vinc im Super-G ganz knapp an einer Kristallkugel gescheitert. Wir waren gut, aber leider zu unkonstant unterwegs. Es sind leider Aussetzer passiert, die uns im Speed-Bereich die Kugeln gekostet haben. Im technischen Bereich waren wir noch nicht so weit, dass wir um Kugeln mitkämpfen können. Da müssen wir versuchen, dass wir das nächste Saison hinbringen", sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher.

Platz vier in der Herren-Nationenwertung sei "nicht zufriedenstellend". Der Schweiz zollte er auch für den Gewinn der Gesamt-Nationenwertung Respekt. "Wir werden Gründe suchen, warum es so passiert ist, und uns wieder so aufstellen, dass wir ihn wieder holen."

Er gratulierte Kilde zu seinem Gesamtsieg, er sei ein" verdienter Gesamtweltcupsieger", der in vier Disziplinen sehr gut gepunktet habe und auf hohem Niveau gefahren sei. "Es ist auch wieder einmal gut, dass es ein Abfahrer geworden ist. Wir sehen, dass man auch mit der Speedseite den Gesamtweltcup gewinnen kann." Kilde freilich zeichnete sich nicht nur in Abfahrt und Super-G aus, sondern auch in der Kombination sowie im Riesentorlauf und holte sogar gute Parallel-Zähler.

Auch Mayer hätte ein Thema für die große Kugel werden können. "Er war am Anfang lange dabei bei diesem Spiel, leider ist ihm die Krankheit im Wege gestanden. Matthias ist eine sehr, sehr gute Saison gefahren, man hat Konstanz bei ihm gesehen. Ich freue mich schon auf die nächste Saison mit ihm. Wenn er gesund bleibt, dann sehe ich auch Chancen, dass er wieder um die Gesamtweltcupkugel mitfahren könnte."

Freude bereitete Puelacher auch das Comeback von Marco Schwarz nach Kreuzbandriss. "Marco war für mich am Anfang der Saison ein richtiges Highlight, er ist richtig schnell wieder mit guten Leistungen in den Weltcup zurückgekehrt." Im Slalom war er einmal Zweiter, einmal Dritter, im Riesentorlauf war eine deutliche Steigerung zu sehen.

Zur Saisonbilanz meinte Puelacher, dass die Topleute Mayer, Kriechmayr, Schwarz und bis zum Bandscheibenvorfall Manuel Feller gute Leistungen gebracht hätten. "Wir hatten aber einige Leute, die leider nicht ihre normale Form erreicht haben, u.a. Michael Matt. Mit einigen Leuten war ich nicht so zufrieden, da muss man schauen, woran das gelegen ist. Mit diesen Leuten müssen wir wieder zum Podium, zu den Top-Ten-Plätzen zurückkehren, dann ist man auch wieder konkurrenzfähig."

Freilich fielen im Saisonverlauf mit u.a. Hannes Reichelt, Christopher Neumayer, Christian Hirschbühl und Stefan Brennsteiner Topleute aus. Mit den Athleten, die einfach nicht in Form kamen oder bei der Materialwahl nicht immer ganz richtig lagen, will Puelacher analysieren. "Und dann auf die neue Vorbereitung hin darauf reagieren."

Puelachers persönliche Highlights waren die Heimrennen in Kitzbühel mit dem Abfahrtsieg von Mayer und insgesamt vier Podestplätzen sowie in Hinterstoder mit dem Super-G-Erfolg von Kriechmayr. Insgesamt betrachtet hätten ihn einige Athleten positiv überrascht, allen voran Adrian Pertl und Fabio Gstrein, aber auch Raphael Haaser. "Wir haben junge Leute, die nach vorne stoßen. Da freue ich mich schon auf die Zusammenarbeit."

Man werde die Zeit im Frühjahr, die nach den Absagen international und national nun gegeben sei, nützen. "Es beginnt mit Analysen und Skitests. Und dann werden wir uns Skigebiete suchen, wo wir trotz Coronavirus auch sicher sind, und uns schon auf die neue Saison vorbereiten."

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 05.12.2021 um 01:08 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/lob-und-tadel-von-puelacher-saisonvorbereitung-beginnt-jetzt-84752332

Kommentare

Schlagzeilen