Wintersport

Lokalmatador Pommer verpasste Seefeld-Podest nur knapp

Nur 2,6 Sekunden haben David Pommer am Freitag zum ersten Karriere-Podestplatz gefehlt. Der Lokalmatador klassierte sich zum Auftakt des Seefelder "Triple" im Weltcup der Nordischen Kombination an der vierten Stelle, knapp hinter dem Italiener Samuel Costa. Johannes Rydzek beendete nach Zielfoto-Entscheid die Seefelder Siegesserie seines zweitplatzierten DSV-Teamkollegen Eric Frenzel.

Bernhard Gruber geht mit elf Sekunden Vorsprung in den Lauf.  SN/APA/BARBARA GINDL
Bernhard Gruber geht mit elf Sekunden Vorsprung in den Lauf.

Bereits zum vierten Mal in dieser Saison musste ein ÖSV-Kombinierer mit dem vierten Rang vorliebnehmen. Doch bei Pommer, der das Seefeld-Logo auf Helm und Haube trägt, war von Enttäuschung nichts zu merken. "Daheim so in das Triple zu starten, ist ein Wahnsinn", freute sich der 23-Jährige aus Inzing. Auf Rydzek büßte er nur 9,4 Sekunden ein. "Das stimmt mich positiv für Samstag", meinte Pommer. Angesichts des geringen Rückstands hat er im zweiten Teil eine neue Chance auf einen Podestplatz.

Im Springen hatte sich der Tiroler als Vierter eine perfekte Ausgangsposition geschaffen. "Der erste Sprung muss sitzen", wusste Pommer um die Bedeutung eines guten Starts in die Dreier-Serie. Er sprach von einem emotionalen Erlebnis, diese Leistung daheim geschafft zu haben. Als Vierter übertraf er den sechsten Rang von Seefeld, seine bisherige Topplatzierung.

Bernhard Gruber war auf der HS-109-Schanze noch besser als Pommer, er flog mit 107 Meter zu seinem ersten Sprungsieg seit vier Jahren. Der Großschanzen-Weltmeister, der erst am Vormittag über ein Antreten entschieden hatte, musste in der Loipe aber auch seiner Verkühlung Tribut zollen. "Das soll keine Ausrede sein, aber es war brutal", meinte der Gasteiner nach dem sechsten Platz (+21,2 Sekunden). Dem Angriff der zwei Deutschen im Anstieg habe er nichts entgegenzusetzen gehabt. "Ich konnte nicht mit und mich nur noch ins Ziel retten."

Frenzels Serie von Seefeld ging nach elf Siegen (insgesamt zwölf Erfolge) zu Ende, die Vorherrschaft des deutschen Teams im Weltcup wurde aber prolongiert. Rydzek sorgte mit seinem fünften Saisonsieg dafür, dass es auch im 13. Saison-Einzelbewerb einen DSV-Sieg gab. "Ich habe Schuhgröße 44, Eric hat Größe 42, diese zwei Zentimeter haben vielleicht den Unterschied ausgemacht", scherzte der 25-Jährige.

Als Fünfter des Springens hatte er früh zum Spitzenquartett mit Frenzel (3.) und Costa (2.) aufgeschlossen. "Fad wird uns nicht", meinte der Weltcup-Zweite angesichts der deutschen Überlegenheit. "Wir haben vieles richtig gemacht."

Frenzel hatte bei den ersten drei Auflagen des Triples alle neun Teilbewerbe gewonnen. Der vierfache Weltcupsieger hat gute Chancen, sich auch diesmal die Siegesprämie von umgerechnet rund 15.000 Euro zu sichern. Die Stärke des Teams sei für alle Mitglieder von Vorteil, sagte der 28-Jährige. "Die Situation ist für uns sehr angenehm. Wir machen wenig Fehler und die anderen Nationen sind nicht auf dem gleichen Niveau wie in früheren Jahren. Das ist der ausschlaggebende Punkt."

Der Grödener Samuel Costa warf den Deutschen jedenfalls schon einmal den Fehdehandschuh hin. "Genießt eure Tage, sie werden bald der Vergangenheit angehören", sagte der 24-Jährige nach seinem ersten Podestplatz mit einem Lächeln.

Pommer und Gruber holten die einzigen Top-Ten-Plätze des Teams von Cheftrainer Christoph Eugen. Doch Franz-Josef Rehrl als Zwölfter (+27,4), Mario Seidl als 15. (37,2) und Philipp Orter als 18. (40,2) haben gute Chancen, sich am Samstag in der 10-km-Loipe zu verbessern. Da ist der Norweger Jarl Magnus Riiber nicht mehr dabei. Der überragende Springer des Feldes zog sich unmittelbar vor seinem Sprung erneut eine Schulterluxation zu und musste passen.

Quelle: APA

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