Wintersport

Marcel Hirscher beendet das bislang erfolgreichste Jahr seiner Laufbahn

"In der vielleicht besten Form, in der ich jemals war" fädelte Marcel Hirscher im Madonna-Slalom ein. Sein Jahr ist und bleibt dennoch beispiellos.

Eingefädelt als Halbzeit-Leader im fünften Tor. Der Nachtslalom in Madonna, das letzte Rennen 2018 für Marcel Hirscher, passte so gar nicht ins Bild des Ski-Jahres. Ins Jahr des Marcel Hirscher. "Das 2018er Jahr wird schwer zu toppen sein", darf der Ausnahmeathlet von sich behaupten. "Die zwei schönsten Sachen sind natürlich privater Natur. Das ist eine Riesenfreude", sprach Hirscher seine Hochzeit und die Geburt seines ersten Kindes an, ehe es im Eiltempo heimwärts ging.

Das private Glück ist wohl der Hauptgrund dafür, dass er beinahe schon nicht mehr für möglich gehaltene sportliche Enttäuschungen schnell abhaken kann. Zum anderen sind es - in der Vor-Hirscher-Ära ebenfalls nur schwer vorstellbare - Siegesserien, bei denen ein Ausrutscher nichts am Selbstvertrauen ändert. Zumal ihm ein Einfädler auch weit weniger über die Weihnachtsfeiertage zu denken gibt, als dies etwa ein sechster Platz wie beim Riesentorlauf in Saalbach getan hätte. Falsche Materialabstimmung? Technische Mängel? Mit diesen Fragen muss sich der 29-Jährige nicht beschäftigen.

Jagt Hirscher noch den Stenmark-Rekord?

"Ich wollte nichts herschenken und habe dementsprechend alles rausgequetscht. Selber Schuld, aber ich will halt unbedingt jede Chance ergreifen, um um den Sieg mitzufahren. In der vielleicht besten Form, in der ich jemals war, so einzufädeln, soll nicht passieren. Es darf und kann aber passieren", sagt der beste Hirscher aller Zeiten. 14 Siege stehen für den Doppel-Olympiasieger 2018 zu Buche, Nummer 15 dürfte mit einer Disqualifikation in der Sauerstoff-Affäre um Stefan Luitz nachträglich folgen. Ingemar Stenmark brachte es einst auf 13. "Was in diesem Jahr alles möglich war, ist schon sensationell", weiß Österreichs Rekordsieger (63). Sogar die Stenmark-Marke von 86 scheint möglich zu sein, obwohl Hirscher immer wieder betont, dass er nicht mehr so lange fahren wird. Wohl bis 2021 würde er dafür seine Karriere fortsetzen müssen. Vorausgesetzt der Annaberger hält seine Siegquote ähnlich hoch.

Von der Zukunft zurück in die Zukunft, die auf jeden Fall jenen gehört, die die Madonna-Geschichte mitgeschrieben haben: Allen voran natürlich Henrik Kristoffersen, der wie Hirscher als Halbzeit-Zweiter schon beim zweiten Tor einfädelte. Damit war der Weg frei für den Premierensieg von Daniel Yule. Der 25-jährige Schweizer siegte vor Marco Schwarz und Michael Matt, die damit bewiesen, dass der Sieg im Slalom auch nach Hirscher mitunter über Rot-Weiß-Rot führen wird. "Wenn Marcel einmal ausscheidet, dann sollten andere da sein. Und das haben die zwei gemacht. Wir haben ein sehr gutes Team mit vielen Leuten unter den Top Ten", sagt ÖSV-Herrencheftrainer Andreas Puelacher.

Einen Nachfolger für Hirscher, der im Gesamtweltcup 268 Punkte vor Kristoffersen führt, gibt es freilich nicht. Immerhin aber Siegfahrer in jeder Disziplin. Auch in Abfahrt und Super-G. Mit dem Speed-Double wird am 28. und 29. Dezember der Weltcup in Bormio fortgesetzt.

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