Wintersport

Marcel Hirscher geht in Zagreb auf historischen "Viererpack" los

Zwei Tage nach den Damen starten auch die Herren traditionell mit dem Zagreb-Slalom ins neue Jahr.

Der Salzburger hat auf dem "Sljeme" bereits dreimal gewonnen.  SN/APA (AFP)/ANDREA SOLERO
Der Salzburger hat auf dem "Sljeme" bereits dreimal gewonnen.

Und wie bei den Damen Mikaela Shiffrin hat am Donnerstag auch Marcel Hirscher dort eine tolle Serie zu verteidigen. Der Salzburger geht auf dem Sljeme sogar schon auf seinen vierten Sieg in Serie auf demselben Hang los, das ist bisher im Slalom noch keinem gelungen.

Alberto Tomba (Sestriere) und Ingemar Stenmark (Madonna und Kitzbühel) jeweils fünf Mal sowie je vier Mal Benjamin Raich (Schladming) und Ivica Kostelic (Wengen) haben vier Mal oder gar öfter einen Slalom an einem Ort gewonnen. Aber selbst diese Allzeit-Größen haben dies nicht nacheinander geschafft. Auch Hirscher hatte diese Chance ein Mal in Adelboden.

Ein weiterer Sieg in Zagreb würde für Hirscher auch den 100. Podestplatz bedeuten, er wäre damit hinter Stenmark (155) und Marc Girardelli (100) der dritte Läufer, der diese Marke erreicht. Stockerlplätze sind im Angesicht seines hoch stehenden Kampfes im Slalom mit dem Norweger Henrik Kristoffersen auch die Mindest-Anforderung des Österreichers. Nachdem er das alte Jahr mit einer persönlichen Rekord-Punktezahl beendet hat, geht nun sein Kampf um die historische sechste große Kristallkugel in Folge in die vorentscheidende Phase.

Da helfen auch Podestplätze - Hirscher hat in seinen bisher elf Saisonrennen acht davon geholt - gut weiter. Oder auch zweite Plätze und mit diesen musste er sich zuletzt bei den Slaloms in Val d'Isere und Madonna jeweils hinter Kristoffersen auch begnügen. Bei Hirschers Auftaktsieg in Levi war der Norweger nicht am Start gewesen.

Für Hirscher ist Zagreb mittlerweile zu einer Herzensangelegenheit geworden, nachdem sein erster Sieg 2012 auf dem Berg nahe der kroatischen Hauptstadt wegen der "Einfädelaffäre" viel Diskussionsstoff erzeugt hatte. Danach siegte Hirscher auch 2013 und 2015, dazwischen und im Vorjahr war das Rennen wegen Schneemangels abgesagt bzw. verlegt worden.

Hirscher trainierte am Mittwoch mit seinen Teamkollegen noch daheim auf der Reiteralm, ehe er nach Zagreb flog, um dort am Abend erstmals die Ski anzuschnallen. Sowohl die Startnummernauslosung als auch der live im TV zu sehende Festakt anlässlich "50 Jahre FIS-Alpinweltcup" fand auf einer mit Schnee bedeckten Straße im historischen Zentrum Zagrebs statt.

Am Donnerstag (14.45 Uhr/18.00 Uhr, live ORF eins) will Hirscher unter Flutlicht Kristoffersen endlich wieder einmal biegen. Sowohl in Kroatien als auch danach in Adelboden kann er auch seinen ohnehin schon beträchtlichen Vorsprung auf Speed-Dominator Kjetil Jansrud ausbauen, ehe es nach Wengen, Kitzbühel und Schladming geht. Der Jänner ist bekanntlich der Monat der großen Klassiker im Herren-Weltcup.

Für diese wichtige Phase fühlen sich auch Hirschers Teamkollegen gut gerüstet. "Die Burschen haben bisher gut angeschrieben und einige Punkte auf dem Konto. Das war auch unser Ziel, bevor der Jänner kommt. Damit kann man ab nun auch mehr Risiko eingehen", erklärte Slalomchef Marko Pfeifer.

Vor allem Michael Matt, Marc Digruber, Marco Schwarz und Manuel Feller haben im WM-Winter zum Teil schon stark aufgezeigt. Dass es im Slalom dennoch praktisch nur um Platz drei hinter Kristoffersen und Hirscher geht, ist auch Pfeifer bewusst.

"Die beiden fahren derzeit sicher in einer eigenen Liga. Dahinter folgt der Rest der Weltklasse, da gehören wir aber dazu", ist der Kärntner überzeugt. "Wir wollen nun nicht mehr nur ergebnisorientiert, sondern munter drauf los fahren. Sie fahren alle gut Ski und der Jänner ist mit fünf Slaloms unser wichtigster Monat."

Quelle: APA

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