Wintersport

Marcel Hirscher verzückt die Fans in Schladming: Heimsieg mit zwei Bestzeiten

Marcel Hirscher liefert beim Slalomspektakel vor 45.000 Fans in Schladming eine Machtdemonstration und triumphiert 1,21 Sekunden vor Alexis Pinturault.

Die WM-Generalprobe war kein Test, es war eine Machtdemonstration, die der Konkurrenz zu denken geben muss: Marcel Hirscher gewann Dienstag den Nachtslalom von Schladming mit Bestzeiten in beiden Läufen - wobei er schon nach dem ersten Durchgang satte 99 Hundertstelsekunden Vorsprung hatte. Am Ende waren es 1,21 Sekunden auf den Franzosen Alexis Pinturault, der die stärkste Slalom-Saison seiner Karriere fährt. "So macht Ski fahren wieder Spaß", meinte Hirscher, der nach eigenem Bekunden beim montägigen Training in Annaberg noch einen Puzzlestein in der Materialabstimmung gefunden hat. "Eigentlich ein kleiner Teil, aber ein sehr wichtiger für mich."

Bei Hirschers zweitem Lauf gerieten die offiziell 45.200 Fans (gefühlt war es ein neuer Zuschauerrekord mit über 50.000 Besuchern) völlig aus dem Häuschen. "Die Stimmung war wieder einmal fantastisch, da muss man wirklich schauen, dass man auf seine Fahrt konzentriert bleibt", meinte Hirscher, der an diesem Abend so entspannt und locker wie schon seit längerer Zeit nicht mehr gewirkt hat.

Das Podest: Pinturault, Hirscher, Yule. SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Das Podest: Pinturault, Hirscher, Yule.

Das große Duell mit dem Franzosen Clement Noel, der die letzten beiden Slaloms in Wengen und Kitzbühel gewonnen hat und dessen Trainer den zweiten Lauf gesetzt hat, dauerte nur sieben Tore: Dann fädelte Noel ein und war ziemlich enttäuscht. "In so einem Rennen und vor so einer Kulisse auszuscheiden, das tut weh." Das galt sinngemäß auch für Manuel Feller, der im ersten Durchgang zumindest bis zur zweiten Zwischenzeit gekommen ist, und dort halbwegs in Schlagweite zu Hirscher gewesen wäre. Für ihn war es schon der vierte Ausfall in der Saison, die letzten drei Rennen, die er durchgekommen ist, beendet er aber auf den Plätzen vier, drei und zwei - er bleibt auch bei der WM im schwedischen Are ein Überraschungspaket.

Stichwort WM: Österreichs Team hat sich vor der WM-Entscheidung bestens präsentiert. Trotz Fellers Ausscheiden kamen sechs Fahrer in den Finallauf. Marco Schwarz belegte Rang fünf, Marc Digruber kam nach vielen Schwierigkeiten in dem Jahr auf Rang sieben, dank Christian Hirschbühl (10.) lagen wieder vier Österreicher unter den top 10.

Eine Abschiedsgeste gab es schon von Felix Neureuther zusehen: Der Deutsche genoss die Ovationen des Publikums und dürfte letztmals in Österreich gefahren sein. "Mein Körper gibt mir klare Signale und ich werde bald eine Entscheidung treffen."

Zumal die nächste Generation ja schon in den Startlöchern steht: Da gehört auch der Bulgare Albert Popow (21) dazu, der in Kitzbühel mit Nummer 71 zu Rang neun gefahren ist und hier mit Nummer 46 auf Rang sechs.

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