Wintersport

Marcel Hirschers Masterplan: Große Kugel vor der WM

Neun Bewerbe hat Marcel Hirscher zwischen dem heutigen Donnerstag und dem 31. Jänner im Kalender stehen - geht alles wie erhofft, ist er Ende Jänner schon Weltcupgesamtsieger.

Marcel Hirscher könnte frühzeitig seine sechste große Kugel holen.  SN/gepa
Marcel Hirscher könnte frühzeitig seine sechste große Kugel holen.

251 Punkte Vorsprung hat Marcel Hirscher im alpinen Skiweltcup - eine Zahl, die ihn überhaupt nicht interessiere, wie er immer wieder behauptet.

Doch das ist nicht einmal die halbe Wahrheit: Hirschers Team um Trainer Mike Pircher und Trainervater Ferdl Hirscher verfolgt einen ganz präzisen Masterplan, welche Rennen Hirscher wann bestreitet und wie viele Punkte er (und die Konkurrenz) dabei statistisch macht. Da zeigt sich, dass Hirscher mit diesen 251 Punkten Vorsprung so weit vorn liegt, dass er das schier Unmögliche schaffen kann: den (sechsten) Gewinn der großen Kristallkugel noch vor Beginn der alpinen Ski-WM im Februar. "Nach der WM ist der Weltcup fast gelaufen", sagt auch sein Trainer Mike Pircher vielsagend. Das stimmt: Nach St. Moritz stehen nur noch ein Speedwochenende, Hirschers "Heimspiel" in Kranjska Gora (Slalom, Riesentorlauf) und das Finale in den USA an. Damit hat der Salzburger jetzt (noch mehr) Blut geleckt, schon Ende Jänner in Stockholm könnte er dank der neun Rennen in den nächsten 26 Tagen eine Vorentscheidung geschafft haben.

Zu diesem Jänner-Marathon brach Hirscher nach drei Trainingstagen am gestrigen Mittwochnachmittag von Salzburg aus im Privatjet auf - mit an Bord just auch seine härtesten Konkurrenten Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen. Alle drei haben Sponsorbeziehungen zu Red Bull, das Unternehmen hat den Jet auch zur Verfügung gestellt. Der wird vor allem am Freitag wichtig, wenn der ganze Skitross nach dem heutigen Nachtslalom von Zagreb (Donnerstag, 14.45 und 18 Uhr) nach Adelboden ins Berner Oberland übersiedelt - knapp 1000 Kilometer. Über den Terminplan wundert sich nicht nur Hirscher: "Der Jänner ist immer dicht, aber das gehört eben dazu. Was ich am Rennkalender infrage stelle, ist die kurze Weihnachtspause. Wenn es manche nicht mehr nach Hause zu ihren Familien schaffen, dann ist das schon zu kritisieren."

Eine Schlüsselrolle kommt in den nächsten Wochen dem Slalom zu: Gleich sechs Bewerbe stehen da auf dem Programm, darunter die Klassiker auf Adelbodens "Chuonisbärgli", in Wengen, dem Kitzbüheler Ganslernhang und Schladmings Planai. Hat er einen bevorzugten Hang? "Nein, alle vier Strecken sind selektiv und anspruchsvoll. Jede hat ihre eigenen Schwierigkeiten und Tücken. Ich freue mich aber auf jede."

Der "Slalom-Monat" könnte für Hirscher jedenfalls mit einem Jubiläum beginnen: Schafft er es in Za greb auf das Podest, dann ist es der 100. Podestplatz seiner Karriere - nur Ingemar Stenmark (155 Podestplätze) hat noch mehr. Von der Statistik her spricht jedenfalls alles für den Salzburger: Seit 2012 hat auf dem Bärenberg (Sljeme) immer nur Hirscher gewonnen, nämlich 2012, 2013 und 2015, in den Jahren 2014 und 2016 wurde wegen Schneemangels abgesagt. Hinter dem Dauerduell Hirscher gegen Kristoffersen geht es für die Österreicher Marco Schwarz, Marc Digruber, Manuel Feller und Michael Matt bereits um die WM-Plätze.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 12:00 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/marcel-hirschers-masterplan-grosse-kugel-vor-der-wm-557302

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