Wintersport

Melanie Meilingers Weltreise über die Buckel kostet viel Geld

Welche neuen Wege Freestylerin Melanie Meilinger aus Mühlbach am Hochkönig bei der Finanzierung geht, warum sie sich ihre Wettkampf-Hose selbst kaufen musste und was das Ganze mit einem bekannten Fußballtorhüter zu tun hat.

Wie in einem Wintermärchen präsentiert sich die Landschaft um Ruka im Norden Finnlands. Ihr persönliches Märchen möchte Melanie Meilinger an diesem Ort weiterschreiben. Die Pongauerin startet in wenigen Tagen in die Weltcupsaison der Buckelpistenfahrer - als einsame Kämpferin aus Österreich, die sich ihren teuren Sport mit kreativen Aktionen finanziert. Lohn der Mühen soll die Olympiateilnahme 2018 sein.

Für Ruka hat Meilinger, die sich bereits seit einigen Tagen vor Ort vorbereitet, keine besonderen Erwartungen: "Es ist schwierig einzuschätzen, wo ich stehe", sagt die 25-Jährige aus Mühlbach am Hochkönig. Im Vorjahr war sie aus Kostengründen nur in Europacupbewerben am Start. Im Vordergrund steht für sie im Moment die persönliche Weiterentwicklung. Sie hat sich dem deutschen Team angeschlossen: "Dort habe ich unter Trainer Harald Marbler schon große Fortschritte gemacht."

Fortschritte gab es auch beim Österreichischen Skiverband: "Ich habe dank meiner Resultate jetzt Kaderstatus." Das bedeutet unter anderem, dass sie vom ÖSV eingekleidet wurde. Dass das Ein-Frau-Team im Freestylebereich etwas andere Bedürfnisse als die Alpinen hat, konnte der Verband nicht berücksichtigen: "Wir brauchen zum Beispiel weiter geschnittene Wettkampf-Hosen", sagt Meilinger, betont aber auch: "Ich schätze die Unterstützung des ÖSV sehr und sehe es als eine Ehre, bei der Einkleidung dabei zu sein." Die passende Hose fand sie schließlich auch noch, als Schnäppchen im Internet . . .

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Rund 25.000 Euro kostet Meilinger die gesamte Saison. Einen Löwenanteil machen Reisekosten aus. "Ab Jänner geht es in die USA, nach Kanada, Japan, Korea und China", zählt sie auf. Neue Wege bei der Finanzierung sind gefragt. Und so kann sich auf der Crowdfunding-Plattform "I believe in you" jedermann am Kauf ihrer 3000 Euro teuren Skier beteiligen: "Ich hoffe, dass da viele Fans mitmachen. Je nach Beitrag gibt es auch Belohnungen wie etwa einen Buckelpisten-Kurs bei mir." Hinter dem Projekt stehen auch bekannte Namen. Super G-Olympiasiegerin Andrea Fischbacher, mit der Melanie zusammen die Schulbank drückte und die Matura abschloss, sagt: "Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, ganz nach oben an die Weltspitze zu kommen. Eines der wichtigsten Dinge jedes Skisportlers sind wohl die Ski, also lasst uns gemeinsam helfen, Melly's Traum wahr werden zu lassen."

Und auch Fußball-Torhüterroutinier Hans-Peter Berger vom SV Grödig rührt fleißig die Werbetrommel. Er ist Marketingleiter von "I believe in you" und ist überzeugt: "Eine tolle Sportlerin und ein tolles Projekt, das jede Unterstützung verdient. Über unsere Plattform kann man aktiv an der Sportförderung teilnehmen und Athleten wie Melanie beim Erreichen ihrer Träume unterstützen. Eine wirklich super Sache, von der Sportler aber auch Förderer profitieren."

Aufgerufen am 25.09.2018 um 03:43 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/melanie-meilingers-weltreise-ueber-die-buckel-kostet-viel-geld-822388

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