Wintersport

Mit der 1 auf die 1 - Kriechmayrs Poker ging auf

Vincent Kriechmayr entschied sich gegen den möglichen Erfahrungsbericht und lag damit goldrichtig. "Mit Nummer eins habe ich mich nur auf meine Stärken verlassen. Offenbar kann ich doch noch ganz schnell Skifahren", sagte Kriechmayr nach seinem Heimtriumph am Samstag im Super-G von Hinterstoder.

Vincent Kriechmayr gewann sein Heimrennen in Hinterstoder SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Vincent Kriechmayr gewann sein Heimrennen in Hinterstoder

Auf der wegen Föhnwindes aufweichenden Hannes-Trinkl-Piste zog Kriechmayr als Erster die schnellste Spur in den Schnee. "Ich wusste natürlich, was auf mich zukommt - ich kenne den Hang und bin da wirklich schon sehr viele Rennen gefahren." Der 28-Jährige meisterte den mentalen Kraftakt ohne groben Fehler. "Es waren 300 Fans alleine nur von meinem Skiclub da, ich habe mir einen großen Druck gemacht und natürlich wollte ich performen. Dass mir das gelungen ist, ist speziell."

Er hatte in der Nacht zuvor wenig Schlaf gefunden. "Normalerweise schlafe ich wie ein Baby und bin auch sonst vor Rennen wenig nervös." An diesem Tag war es anders, Kriechmayr wusste: "Es ist nur alle vier Jahre in Oberösterreich ein Rennen, da muss man jede Chance nutzen." Ergänzung: "Ich habe mir immer wieder gesagt, ich muss das genießen und die sensationelle Stimmung aufsaugen. Denn wie oft werde ich noch so ein Heimrennen haben?"

Kitzbühel etwa und Saalbach-Hinterglemm seien für österreichische Läufer besondere Erlebnisse. "Aber Hinterstoder ist mein wirkliches Heimrennen", sagte der aus Gramastetten im Mühlviertel stammende Speed-Spezialist nach seinem sechsten und "emotionalsten" Weltcup-Sieg.

Wie Nina Ortlieb bei den Damen hatte Kriechmayr beim siebenten ÖSV-Saisonsieg - das sind die zweitmeisten hinter Schweiz (11) - wenig später auch die Hundertstelsekunden auf seiner Seite. Der Schweizer Mauro Caviezel (+0,05), der nun die Disziplin-Wertung anführt und Matthias Mayer (0,08) landeten in Schlagdistanz. Kriechmayr: "Es war ein enges Rennen. Mit dem Mothl (Mayer) und dem Mauro (Caviezel) und dem Aleksander (Aamodt Kilde) habe ich natürlich gerechnet, die haben mir nichts geschenkt."

Auf Letztgenannten traf das nicht ganz zu, denn Kilde patzte ungewohnt und klagte nach seinem Ausfall über Kniebeschwerden. "Es war das erste Mal, dass der Aleks geschwächelt hat. Ich habe in Saalbach mit dem zehnten Platz geschwächelt", sagte Kriechmayr, der mit nur drei Punkten Rückstand auf den neuen Leader Caviezel wie Mayer (+41) Super-G-Kristall in Reichweite hat. "Jeder weiß, dass das Weltcupfinale wackelt, also wird es in Kvitfjell sicher ein sehr interessantes Rennen werden", blickte Kriechmayr bereits voraus.

Quelle: APA

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