Wintersport

Nach Nordischer WM geht es in Oslo in finale Weltcup-Phase

Eben erst von den Weltmeisterschaften aus Lahti heimgekommen, geht es sowohl für die Skispringer als auch die Nordischen Kombinierer schon in den nächsten Tagen nach Oslo. Stefan Kraft und Mario Seidl kämpfen im Weltcup noch um den Gesamtsieg bzw. Platz fünf, die Springer haben mit der lukrativen "Raw-Air"-Serie gar ein Monsterprogramm vor sich.

In der neuen Serie müssen die Skispringer in sechs Bewerben (vier Einzel, zwei Teambewerbe) auch alle Qualifikationen absolvieren, wollen sie im Kampf um 60.000 Euro Prämie für den Sieger dabei sein. Noch wichtiger aus Sicht des Weltcup-Zweiten Stefan Kraft: Nur 60 Punkte trennen ihn von Weltcupleader Kamil Stoch. Nach dem Doppel-Weltmeistertitel und insgesamt vier Medaillen in Finnland verspürt Kraft immer noch Erfolgshunger.

Dem Gesamt-Weltcup hatte der 23-jährige Salzburger ja schon zu Saisonbeginn Priorität gegeben. "Das ist jetzt mein großes Ziel. Die Schanzen da oben liegen mir alle sehr gut, ich bin bereit", sagte Kraft noch vor seiner Heimreise. Kraft erwartet eine "heiße Sache", möchte aber den Flow von Lahti mitnehmen.

Die "raue-Luft"-Serie mit Bewerben in Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund sieht auch Kraft als "brutal" an. "Da müssen wir noch einen guten Plan machen wie man das Ganze angeht, und es auch taktisch klug machen. Es wird sehr spannend und anstrengend." Danach geht das Saisonfinale traditionell in Planica über die Bühne. Cheftrainer Heinz Kuttin hofft, dass Kraft es Marcel Hirscher erneut nachmachen kann und nach Doppelgold auch die große Kristallkugel holt. "Wir werden kämpfen bis Planica. Vielleicht schauen wir, dass wir bei der Raw Air einmal das Gelbe Trikot anziehen können."

Locker ins Finish reingehen kann der bisher letzte Skisprung-Gesamtsieger aus Österreich. "Dadurch, dass ich erst im Jänner eingestiegen bin, ist von der Kraft her alles super", meinte Gregor Schlierenzauer, Triumphator 2012/13. "Es ist sicher ein Toptrainingskurs auf höchstem Niveau für mich. Ich möchte mein Ziel schon auch noch erreichen, Richtung Podestplätze einmal Gas zu geben, sehen, ob es mir gelingt. Sonst ist mein Comeback, glaube ich, auch so geglückt", meinte er nach Team-WM-Bronze.

Jedenfalls ist Schlierenzauer, der quasi noch aus einer anderen Springer-Generation stammt, in Lahti ins Team gewachsen. Das bestätigte auch Kraft. "Ja, sehr cool. Auch wie er so jetzt die zwei Wochen im Apartment war." So "cool" habe er es noch nicht erlebt. "Wir verstehen uns alle gut, auch Gregor obwohl er auf der Großschanze nicht aufgestellt wurde, hatte eine Gaude."

Für die Nordischen Kombinierer ist das Restprogramm nicht ganz so intensiv: Auf den Großschanzen von Oslo und Trondheim geht es am Samstag bzw. am 15. März im Weltcup weiter, danach folgt das Saisonfinale auf der Normalschanze in Schonach (18./19.3.). Der zuletzt zweifache Podest-Mann Mario Seidl ist aktuell Sechster und liegt 74 Zähler hinter dem fünftplatzierten Björn Kircheisen. Er will ebenso noch Boden gutmachen, wie auch der Gesamt-Elfte Bernhard Gruber.

"Das Gesamtpackage hat schon wieder gepasst, so kann ich recht zuversichtlich nach Oslo reisen", sagte Gruber. Sein Ziel: "Ich möchte für mich noch lässige Wettkämpfe machen. Ich werde mich daheim noch gut relaxen und dann voll Energie tanken und in den letzten Bewerben noch einmal richtig angreifen."

Mit seinem Teamkollegen hat Wilhelm Denifl gemeinsam, dass er noch in die Gesamt-Top-Ten vorstoßen will. "Stimmt, da bin ich Zwölfter. Ich möchte den Sprung, den ich jetzt drauf habe, mitnehmen. Vor allem Oslo und Trondheim sind zwei große Schanzen, die liegen mir."

ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen hat auch noch Ziele. "Wir werden versuchen, den Drive von hier mitzunehmen, so wie wir auf der Schanze und auch auf der Loipe agiert haben. Ganz wichtig ist der Nationencup, dass wir da den zweiten Platz heimfahren. Das spricht auch für die Mannschaft", sagte Eugen in Lahti.

Das Team für den Norwegen-Trip bleibt bis auf einen Platz gleich: Lukas Klapfer, der zuletzt den siebenten Quotenrang via Kontinentalcup geholt hatte, ersetzt Paul Gerstgraser. Letzterer soll in Schonach zu einem Einsatz kommen.

An der Spitze wird der Zweikampf um den Gesamtsieg zwischen Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek und Eric Frenzel das Geschehen prägen: Nur 36 Punkte trennen Leader Rydzek von seinem Teamkollegen.

Quelle: APA

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