Wintersport

Nach schlechten Zeiten große Podestplatzfreude bei ÖSV-Damen

Vor dem Garmisch-Rennwochenende hatte Stephanie Venier noch angekündigt, man werde zusammenhalten, "in guten wie in schlechten Zeiten". Und deshalb freuten sich Österreichs Speed-Fahrerinnen nach Platz zwei für Nicole Schmidhofer im Weltcup-Super-G auch gemeinsam über die Podest-Rückkehr. Und wollen das Thema Krise auch zusammen ad acta legen.

Nicole Schmidhofer erreichte im Weltcup-Super-G den zweiten Platz SN/APA/dpa/Stephan Jansen
Nicole Schmidhofer erreichte im Weltcup-Super-G den zweiten Platz

Einzig der Abfahrtssieg von Schmidhofer in Lake Louise und Rang drei durch Venier ebendort im anderen Rennen standen in diesem Winter als Podestränge in Speedbewerben zu Buche. Der nun eingefahrene im Super-G durch Schmidhofer, Rang sechs durch Venier und zwölf durch Elisabeth Reisinger sollen die Trendwende einläuten.

"Ich denke schon, dass das für alle ganz wichtig war, mannschaftlich war das top. Endlich ist wieder einmal jemand auf dem Podest. Für mich ist es natürlich cool, dass ich das bin. Aber das haben wir auch nur als Mannschaft wieder geschafft", stellte die Titelverteidigerin im Abfahrtsweltcup klar, die sich nur der Schweizer Siegerin Corinne Suter beugen musste.

Man sei in den vergangenen Tagen viel zusammengessen und habe viel geredet, berichtete Schmidhofer. "Nur so geht es, dass wir gemeinsam einen Schritt nach vorne machen. Es fehlt bei jeder nur eine Kleinigkeit, es muss aber jede am Ende selber entscheiden, wie sie dorthin kommt. Wir haben den Kopf nicht hängen lassen. Wir wussten, wir haben es in uns, wir haben uns gepusht."

Bei Venier machte sich nach dem ersten Ärger über den ihrerseits verpassten Podestplatz auch die Freude breit. "Der Fehler hat einiges an Zeit gekostet, es wäre das Stockerl drinnen gewesen. Aber ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Für uns alle ist das eine Erleichterung, so kann es weitergehen." Auch Reisinger gratulierte Schmidhofer: "Ich freue mich riesig. Sie hat gezeigt, dass wir nicht ganz abgeschrieben sind, dass wir Podestplätze machen können. Ich glaube, dass bald der Sieg auch wieder kommt."

Schmidhofer hatte das Problem darin erkannt, dass sie für solche eisigen Verhältnisse das Material nicht parat hatte. "In der Abfahrt (16./Anm.) war noch nicht der große Erfolg, aber ich habe sehr viel gelernt für die Zukunft." Es seien noch ein paar Speed-Wochenenden, wo es ähnliche Verhältnisse geben könne. Sie sei eine Gefühlsskifahrerin, da kommen ihr aggressive Verhältnisse entgegen.

Überzeugt davon, dass bei ihr selbst "noch einiges mehr" drinnen ist, ist Venier. "Die Dichte ist enorm, da darfst du dir halt keinen Fehler erlauben." Aus dem Podestrang von Schmidhofer können alle Positives ziehen. "Wir halten zusammen, wir zeigen, wer wir sind und was wir drauf haben. Wir sind ein Team und werden diese Zeit auch meistern."

Aus dem Strahlen nicht mehr raus kommt indes Reisinger, die sich aus der zweiten Reihe konstant nach vorne arbeitet. Als Siebente in Bansko und Zehnte in Garmisch war sie jeweils beste ÖSV-Abfahrerin, im Super-G punktete sie nun zum zweiten Mal in ihrer Karriere. "Es kann nie schnell genug gehen, aber ich bin so zufrieden, wie es jetzt voran geht. Ich glaube, dass es wichtig ist, man schön langsam aufbaut und für die Zukunft eine gute Basis legen kann", meinte die 23-jährige Oberösterreicherin.

Auf ihr als junger Läuferin liege kein Druck, Rennen gewinnen zu müssen. "Wir müssen nicht, wir dürfen vorne reinfahren. Die Trainer wollen die stetige Steigerung sehen und ich glaube, das sehen sie und sind zufrieden mit uns." Etwas ungeduldig wird Nina Ortlieb, die das Garmisch-Wochenende verpatzte. "Weiterarbeiten, konstanter werden und schauen, dass man im Training mehr am Limit fährt", weiß sie.

Noch keinen Ausweg in Sicht hat Tamara Tippler (Ränge 23 und 24). Das Puzzle vor ihr habe Teile, die nicht zusammenpassen. "Da kommen dir die Tränen, wenn du auf die Zeit schaust. Du gibst in der Vorbereitung Vollgas und dann kommt so etwas raus." Es bringe nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, man müsse als Team zusammenhalten. "Uns kann am Start keiner an die Hand nehmen und mit uns runterfahren. Es liegt an uns." Die erkrankte Ramona Siebenhofer musste die Garmisch-Rennen auslassen.

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