Wintersport

Nach zwei harten Jahren ist Bernadette Schilds Lächeln zurück

Bernadette Schild bereitet sich mit dem Damen-Nationalteam auf dem Pass Thurn auf die Slalomsaison vor.

Nach zwei harten Jahren ist Bernadette Schilds Lächeln zurück SN/GEPA pictures
Neustart: Bernadette Schild hat ihren Optimismus wieder gefunden.

Viel deutet an diesem Morgen nicht auf einen Trainingstag für ein Skiteam hin: Selbst auf der Mittelstation der Resterhöhe hat es acht Plusgrade und leichten Nieselregen und den Blick nach ganz oben verstellt ohnedies der Nebel.

Doch oberhalb der Nebelgrenze traut man seinen Augen kaum. Von der Resterhöhe (1894 m Seehöhe) zieht sich eine Trainingspiste hinunter und Österreichs Slalomdamen trainieren vor dem Weltcup-Slalom-Auftakt im finnischen Levi in zwei Wochen. "Die Bedingungen sind sehr gut für die äußeren Verhältnisse, eigentlich sogar sensationell", sagt Bernadette Schild, nachdem sie ihr Pensum abgespult hat.

Möglich macht das ein kleiner Trick, mit dem man sich behilft: 20.000 Kubikmeter Schnee aus dem letzten Winter wurden in Schneedepots "gerettet". "Snowfarming" heißt das neudeutsch. "Egal wie es heißt, für uns ist es großartig, dass wir um diese Jahreszeit daheim trainieren können", sagt Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum.

Für die Salzburgerin Bernadette Schild ist das der Auftakt zu einer für ihre weitere Karriere wichtigen Saison. Nach einem Höhenflug, der ihr im Jahr 2013 sogar einen zweiten Platz beim Finale in Lenzerheide eingebracht hat, folgten nun zwei schwierige Jahre für Schild. Eingeleitet mit einem Materialwechsel, der letztlich nicht das gebracht hat, was sie sich erwartet hatte. So wechselte sie im Sommer erneut ihre Bretter, nun ist sie auf Head unterwegs. "Head hat sich sehr um mich bemüht und es war eigentlich schnell klar, dass ich da unterschreiben werde."

Die Unterschrift soll den Neubeginn hinter "zwei sehr schwierigen Jahren für mich" besiegeln. In der Weltrangliste ist sie auf Rang 16 zurückgefallen, der Sprung unter die Top 15 ist das erste Ziel, das zweite sollten regelmäßige Top-Ten-Platzierungen sein - oder auch mehr. "Na ja, derzeit würde ich auch einen Top-Ten-Platz nehmen", sagt sie lächelnd und macht damit schnell klar, dass es deutlich weiter nach vorn gehen soll.

Auch im Umfeld hat sich vieles geändert, neu ist der Slalomtrainer der Damen: Hannes Zöchling (37) war zwar schon beim Team dabei, übernimmt jetzt jedoch die Slalomgruppe (Schild, Julia Grünwald, Carmen Thalmann, Katharina Truppe, Katharina Huber, Lisa-Maria Zeller/Michaela Kirchgasser ist in die Riesentorlauf-Gruppe gewechselt) federführend. In der ist Bernadette Schild angesichts der Tatsache, dass sie schon mit 18 Jahren in den Weltcup kam, die Teamleaderin. "Ach was", sagt sie, "die Mädels sind so cool, die brauchen keine Teamleaderin." Scheint so, die Stimmung ist jedenfalls recht entspannt.

Schild hat ebenso wie die Tennengauerin Julia Grünwald ihren Fixplatz für Levi, Lisa-Maria Zeller muss auf den Trainerentscheid warten, da einige Läuferinnen aus der RTL-Gruppe dazustoßen werden. Sicher Kirchgasser, eventuell auch Eva-Maria Brem.

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