Wintersport

Networker Riml soll ÖSV-Alpinstrukturen perfektionieren

Er soll der Networker für die Alpinen im Österreichischen Skiverband sein und bestenfalls immer eine Skipiste in der Hinterhand haben, auf der man zwischendurch mal schnell trainieren kann. Der frühere Kanada- und US-Alpindirektor Patrick Riml kehrte nach mehr als zwanzig Jahren Tätigkeit in Nordamerika heim und ist seit dem Frühjahr im ÖSV für "Organisation und Struktur" zuständig.

Riml kehrt nach mehr als zwanzig Jahren heim SN/apa (archiv)
Riml kehrt nach mehr als zwanzig Jahren heim

Der Tiroler Riml wird auch eng mit den alpinen Rennsportleitern Christian Mitter (Damen) und Andreas Puelacher (Herren) zusammenarbeiten, die Bereiche von Reisen bis Training sollen optimiert und Synergien genützt werden. Die Frage "wo können wir es perfekter machen, um das Optimale in der Vorbereitung der Athleten auf die Aufgabe anzubieten?", will Riml klären. Im Winter sollen zwischen den Rennen die Wege möglichst kurz gehalten, die Regenerationszeiten ausgenützt und die Qualität der Trainingsmöglichkeiten optimiert werden.

Österreichs Alpinskifahrer verfügen über keine eigenen Sportstätten, sind vom guten Einvernehmen mit den Skigebieten abhängig. "Wir betreiben den Alpinsport auf für den Tourismus erbauten und betriebenen Flächen", erklärte Neo-Sportdirektor Toni Giger. "Wir sehen im Schaffen von Rahmenbedingungen für temporäre Sportstätten mittelfristig eine Riesenchance, unseren Athleten was zu bieten, was andere vielleicht nicht haben. Das ist vorrangig die Aufgabe von Patrick." Dieser schuf einst für das US-Team in Sölden eine Europa-Homebase, was nicht zuletzt ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel - allerdings nicht nachhaltig - verärgerte.

Die Hartnäckigkeit und guten Kontakte von Riml will der ÖSV nun für sich nützen. Im In- und Ausland. "In der Vorbereitung gibt es Phasen, da müssen wir nach Übersee gehen, nach Chile, Neuseeland oder im November für das Abfahrtstraining nach Amerika. Es ist wichtig, dass wir Beziehungen haben und aufbauen. Dass wir auf diesem Gebiet beide Füße im Geschäft drinnen haben. Wir sind immer Gäste, aber dass wir da ein bisschen eine Priorität haben, dass wir auch sagen können, das brauchen wir, das möchten wir. Und dass wir das auch bekommen", sagte Riml im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Eine Trainingsstrecke mit entsprechenden Sicherheitsaufbauten wie etwa in Copper Mountain im November und Dezember steht auch in Österreich in Saalbach zur Verfügung. Abhängig vom Schnee aber erst ab Dezember, dann aber gegebenenfalls bis April. "Bei einer permanenten Strecke muss man sich die Frage stellen, wie wird die ausgelastet und macht das Sinn? Da muss man schauen, wieviel Training man in der Rennsaison braucht, das sind pro Mannschaft zwischen acht und zehn wirkliche Abfahrts-Trainingstage", klärte Riml auf.

Wichtig sei es aber, die Jahreszeiten hundertprozentig auszunützen. "Speziell auch mit den Jungen, in der Athletenentwicklung, im April, Mai haben wir wirklich Schnee, da können wir viele Sachen machen. Und dann ist es ein Ziel, dass wir so schnell wie möglich im September auf unseren Gletschern hochqualitativ trainieren können." Da gehe es nicht nur um die ÖSV-Teams, sondern auch um gute Bedingungen für Landesverbände, Regionen und Vereine. "Das ist unsere Zukunft, auf die müssen wir auch schauen. Dass was nachkommt und das System gefüttert wird."

Mölltal, Pitztal, Ötztal nannte er als Gletscher-Beispiele, wo man die guten Beziehungen vertiefen müsse. "Meine Aufgabe ist es, das Ganze noch auszubauen. Wir dürfen ihre Flächen benutzen, die haben sie nicht für uns gebaut. Die haben sie für Touristen gebaut, um was zu verdienen. Da sind wir genauso Gast. Aber wir wollen mehr vom Betreiber. Wir wollen Wasser benützen, damit die Piste härter wird. Wir wollen einen Zaun aufstellen, dass die Sicherheit da ist. Wir verlangen schon sehr viel. Drum ist es wichtig, was zurückzugeben. Es muss für beide passen."

Den Kontakt zu den Athleten sucht er nach wie vor. "Es ist eine gute Kombination. Aber bei mir ist nicht wichtig, dass ich bei jedem Rennen dabei bin und im Ziel unten stehe. Sondern dass die Athleten, wenn sie am Mittwoch eine Vorbereitung brauchen, wo sie zum Trainieren hinfahren können und dort alles perfekt ist." Sein Job sei es, Optionen anzubieten. "Dass ich vor Kitzbühel beispielsweise sagen kann, ihr könnt nach Kirchberg, Westendorf oder Going gehen, dort ist präpariert."

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Aufgerufen am 06.12.2021 um 07:24 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/networker-riml-soll-oesv-alpinstrukturen-perfektionieren-77962186

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