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Nordische Ski-WM 2019

Zwei Medaillen für "Grande Dame" Daniela Iraschko-Stolz: "Unglaublich"

Zwei Medaillen bei der Heim-WM waren ein weiterer Höhepunkt in der Karriere von Daniela Iraschko-Stolz. 24 Stunden nach Team-Silber holte die Wahl-Innsbruckerin am Mittwoch in Seefeld Einzel-Bronze. Die 35-Jährige hätte für die Leistungen und ihren Einsatz für das Damen-Skispringen einen Karriere-Oscar verdient.

Die "Grande Dame" des heimischen Skisprung-Sports SN/GEPA pictures
Die "Grande Dame" des heimischen Skisprung-Sports

Der Weg der gebürtigen Eisenerzerin zu fünf WM-Medaillen samt Titelgewinn 2011, Olympia-Silber und Weltcup-Gesamtsieg war keineswegs leicht. Immer wieder wurde ihre Laufbahn von Knie-Operationen unterbrochen - Blessuren an Meniskus, Knorpel und Kreuzband erforderten zahlreiche Eingriffe.

Doch die seit 2013 mit Isabel verheiratete Iraschko-Stolz gab nicht auf. Die Heim-WM war stets große Motivation. Vor dem Winter blieb sie zwar von Verletzungspech verschont, doch ein Sturz vor dem Auftakt in Lillehammer, eine leichte Erkrankung in Japan, Knieprobleme beim Weltcup in Rasnov und schließlich die Lungenentzündung mit Antibiotika-Einnahme und dreiwöchiger Zwangspause bereiteten Probleme.

Da hätten sich ihre Beine wie Kaugummi angefühlt, sagte sie nach der Ankunft in Seefeld und wirkte alles andere als entspannt. "Ich habe alles infrage gestellt", sagte die Grande Dame des Skispringens rückblickend. Doch der Sportliche Leiter Mario Stecher und Cheftrainer Harald Rodlauer, die Iraschko-Stolz seit ihrer Jugend kennen, beunruhigte das Hadern nicht. "Dann bringt sie ihre besten Leistungen", sagte Stecher vor dem Team-Bewerb. Er behielt recht.

"Ich hätte mich selber schon nach Hause geschickt, aber alle waren geduldig mit mir und haben mir wieder aufgeholfen", sagte die Steirerin. Sie habe schon gezweifelt, ob Skispringen wirklich so lässig sei. "Jetzt weiß ich es wieder. Die zwei Medaillen sind unglaublich. Das Entscheidende ist, dass ich es sausen lasse, wie der Andi (Felder, Anm.) immer gesagt hat."

Als Vorreiterin ihres Sports hat sie sich für die Einführung des Weltcups (2011/12) ebenso stark gemacht wie für die Aufnahme ins Olympia-Programm. Gerade noch rechtzeitig erfolgte die Aufwertung durch Einführung des Damen-Teambewerbs.

"Daniela ist eine Sportlerin und eine Persönlichkeit, die aus sich immer das Maximum herausholen will. Manchmal musste man sie auch bremsen", beschrieb Trainer Harald Rodlauer die ausgebildete Vermögensberaterin und aktuelle Polizei-Sportlerin.

Als junge Springerin war die Stams-Absolventin mit flotten Sprüchen, bunt gefärbtem Haar und Schlagfertigkeit in Erscheinung getreten. "Ich wollte irgendwie einzigartig sein und mir gefällt auch, wenn man ein bisserl auffällt", erklärte sie damals.

Einzigartig war die am 21. November 1983 geborene Iraschko auch schon in jungen Jahren in Eisenerz, wo sie den Skilanglauf bald als "zu langweilig" empfand und als einziges Mädchen in einer Gruppe von Buben versuchte, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen.

"Mach lieber etwas Anderes", rieten ihre Eltern, doch mit elf Jahren setzte sie ihren Wunsch durch und sprang unter Trainer Rodlauer bald von den Schanzen. Es folgte die Aufnahme in Stams und ein Engagement als Torfrau von Wacker Innsbruck im Fußball.

Als Routinier profitiert sie nun selbst von Jüngeren. "Der Druck der Jugend macht auch mich stärker", betonte Iraschko-Stolz und sprach nach Team-Silber schon von Änderungen in der Vorbereitung auf die nächste Saison.

Quelle: APA

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