Wintersport

Österreichs Skispringer sind bei der WM eine Medaillenbank

Wer gewinnt Gold? Und wer geht leer aus? Die SN haben sich im ÖSV-Team auf die Suche nach den aussichtsreichsten Athleten gemacht.

Stefan Kraft zählt bei der Nordischen WM in Lahti zu den absoluten Goldkandidaten in den Skisprungbewerben. SN/afp
Stefan Kraft zählt bei der Nordischen WM in Lahti zu den absoluten Goldkandidaten in den Skisprungbewerben.

Zum 51. Mal finden nordische Ski-Weltmeisterschaften statt, zum siebten Mal in Lahti. Die 120.000-Einwohner-Stadt 100 Kilometer nördlich von Helsinki war zuletzt im Jahr 2001 WM-Gastgeber. Österreichs Bilanz damals: ein Mal Gold (im Mannschaftsspringen auf der Normalschanze), ein Mal Silber (Kombinierer-Team) und drei Mal Bronze (Martin Höllwarth, Felix Gottwald, Team Großschanze).

Vier, fünf Medaillen seien abermals das Ziel, sagte ÖSV-Sportdirektor Ernst Vettori vor dem WM-Auftakt am 22. Februar. Aber der 52-jährige Tiroler weiß auch, dass Weltmeisterschaften eine Eigendynamik entwickeln können. Wie in Oslo 2011, als die Österreicher - unglaublich, aber wahr - sieben Goldene gewinnen konnten und im Medaillenspiegel nur von der nordischen "Grande Nation" Norwegen geschlagen wurden. Oder wie in Sapporo 2007, als man beinahe verzweifelte und am Ende mit der Ausbeute von einer Gold- und einer Bronzemedaille heimfuhr.

Vor der WM in Lahti haben wir uns nach den aussichtsreichsten ÖSV-Athleten umgesehen. Der SN-Check ergibt acht Medaillen.

Skispringen. Die ÖSV-Adler sind Österreichs Medaillenbank. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Stefan Kraft, der die theoretische Chance hat, gleich vier Stück zu gewinnen. Der 23-jährige Salzburger ist in bestechender Form, ist im Weltcup zuletzt sieben Mal in Folge auf dem Podest gelandet und heiß auf diese WM. "Derzeit passt alles perfekt zusammen. Bessere Voraussetzungen kann es vor einem Großereignis eigentlich nicht geben", sagte Kraft. Neben den beiden Einzelbewerben (Normal- und Großschanze) dürfte der vierfache Saisonsieger auch in den Teambewerben (Herren und Mixed) gesetzt sein. Gregor Schlierenzauer hat seine Verletzung überwunden und reist mit dem Team zur Weltmeisterschaft. "Es war keine Wunderheilung, sondern viel Arbeit und das Glück, das es mich bei dem Sturz nicht schlimmer erwischt hat", so Schlierenzauer Montagabend. Bei den Damen hat Daniela Iraschko-Stolz, die Weltmeisterin von 2011, Chancen auf Edelmetall.
SN-Tipp: Gold von der Großschanze, Silber von der Normalschanze, jeweils Bronze im Team, im Mixed und im Damen-Einzel.

Kombination. Angeführt von Weltmeister Bernhard Gruber ist dem ÖSV-Kombi-Team sehr viel, nicht aber der ganz große Wurf zuzutrauen. Dafür ist die deutsche Armada um Eric Frenzel und Johannes Rydzek zu stark. Medaillen in Lahti sind freilich das Ziel, im Hinterkopf ist aber auch schon die Heim-WM 2019 in Seefeld. Die Kombinierer sind in Finnland deshalb mit sieben Athleten vertreten. "Da sind einige Debütanten dabei, die im Hinblick auf Seefeld 2019 wichtige Erfahrungen sammeln können", sagte Cheftrainer Christoph Eugen, der selbst zwei WM-Medaillen geholt hat (darunter Silber in Lahti 2001). Sein Team sei "für alle Eventualitäten gerüstet" und gehört vor allem in den beiden Mannschaftsbewerben zu den Mitfavoriten.

SN-Tipp: Bronze im Einzel, zwei Mal Silber im Team.

Skilanglauf. Das ÖSV-Rumpfteam mit der Salzburgerin Teresa Stadlober an der Spitze hat in Lahti keine realistische Medaillenchance, dafür ist die Langlauf-Sparte im Verband zu dünn aufgestellt.

SN-Tipp: keine Medaille.

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