Wintersport

ÖSV-Boarder kassieren historische WM-Pleite

Erstmals seit 1997 bleiben Österreichs Parallel-Boarder ohne Medaille. Andreas Prommegger wurde im Slalom Sechster - Harte Kritik an FIS.

Für den Salzburger Titelverteidiger Andreas Prommegger war im Slalom-Viertelfinale Endstation. SN/GEPA pictures
Für den Salzburger Titelverteidiger Andreas Prommegger war im Slalom-Viertelfinale Endstation.

Mit zumindest einem Podestplatz in jedem Weltcuprennen ist Österreichs Snowboard-Team zur WM nach Park City gereist, ohne Medaille treten die Parallel-Boarder nun die Heimreise an. Wie im Riesentorlauf am Montag schaffte auch im Slalom keine(r) der neunköpfigen Mannschaft den Einzug ins Halbfinale. Bester war der zweifache Titelverteidiger Andreas Prommegger als Sechster. Ohne Edelmetall blieben die Raceboarder, stets Medaillengaranten bei Großereignissen, zuletzt 1997.

"Das haben wir uns sicher anders vorgestellt, weil es zählen nur Medaillen. Die Bedingungen waren grenzwertig, aber man muss das akzeptieren und es haben hier die Besten gewonnen", resümierte ein enttäuschter Prommegger. Der 28-Jährige aus St. Johann scheiterte wie die Kärntner Arvid Auner und Sabine Schöffmann im Viertelfinale. Durch starken Schneefall, schlechte Pistenpräparierung und Kurssetzung wurde der Bewerb sportlich - nicht nur durch die schwache Vorstellung des rot-weiß-roten Teams - teilweise zur Farce.

Die restlichen ÖSV-Boarder hatten nichts mit der Entscheidung zu tun. Für Vierfach-Weltmeister Benjamin Karl, Lukas Mathies und Titelverteidigerin Daniela Ulbing kam das Aus im Achtelfinale.

Enttäuschend verliefen die Titelkämpfe vor allem für Riegler. Nach einem Ausrutscher nur 33. im Riesentorlauf, scheiterte die Salzburgerin auch im Slalom als 24. in der Qualifikation. "Das war nicht meine WM. Es waren extreme Bedingungen, mit denen ich an beiden Tagen leider gar nicht zurecht gekommen bin", analysierte die 45-Jährige aus Flachau, die 2015 bei der Heim-WM Gold gewonnen und im Jänner auch beim Nachtslalom in Bad Gastein triumphiert hatte. Unabhängig von ihrer Leistung sprach sie den Beobachtern aus der Seele: "Das war keine Werbung für unseren Sport."

Christian Galler, Sportlicher Leiter im ÖSV, übte heftige Kritik an den Bewerben und dem Weltverband: "Obwohl die Piste und die Wetterbedingungen eine faire, ordentliche Quali nicht zugelassen haben, wurden die Rennen durchgedrückt. In meinen Augen ist das ein klares No Go. Schade, dass es den Entscheidungsträgern in der FIS anscheinend nur darum geht irgendwie ein Ergebnis zu erreichen."

Zum Doppel-Weltmeister krönte sich der Russe Dimitri Loginow, bei den Damen holte sich die Schweizerin Julie Zogg Gold.

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