Wintersport

ÖSV-Cheftrainer nominiert WM-Super-G-Team in letzter Minute

Bis zuletzt will sich ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher mit der Nominierung seines Teams für den WM-Super-G Zeit lassen. Hannes Reichelt hat als Titelverteidiger seinen garantierten Startplatz, nach dem Sieg von Matthias Mayer am Freitag in Kitzbühel ist dieser wohl ebenso fix wie Max Franz mit vier Top-Ten-Rängen. Puelacher möchte insgesamt 16 Herren mit nach St. Moritz nehmen.

Hannes Reichelt ist Fixstarter.  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Hannes Reichelt ist Fixstarter.

Der nächste Erfolg im Speedbereich nach dem Gröden-Abfahrtssieg von Franz ließ auch Puelacher jubeln. "Man muss sagen, der Sieg von Matthias ist ein Wahnsinn. Ich bin mit der Mannschaft sehr zufrieden", sagte er zum Hahnenkamm-Super-G, in dem Franz noch auf Rang fünf kam sowie auch Vincent Kriechmayr (13.) und Romed Baumann (15.) für Top-15-Ränge sorgten. "Vinz hat Schwünge, die sind sehr, sehr schnell. Und dann fällt er wieder ins alte Muster zurück und das bremst ihn. Er ist auf dem aufsteigenden Weg, er macht seine Ergebnisse schon noch."

Reichelt vergriff sich im Material und blieb nach einem Torfehler ohne Ergebnis, als Titelverteidiger von Vail/Beaver Creek muss er sich für St. Moritz nicht qualifizieren. Aber die sechs Athleten Mayer, Franz (beide gelten als fix), Kriechmayr, Baumann, Marcel Hirscher und Otmar Striedinger sind in der Auswahl für vier Tickets. "Wir schauen uns alles genau an. Wer dann im Endeffekt in St. Moritz startet, mache ich erst kurzfristig vor dem Super-G fest", sagte Puelacher zur APA - Austria Presse Agentur.

Striedinger war zweimal 30. in diesem Winter, Puelacher will sich auch bei ihm alles offen lassen, in dieser Saison werde der Kärntner unter seinem Wert geschlagen. "Und jetzt hat er auch noch Pech mit dem Sturz, wo es ihm die Bindung aufgerissen hat. Ich möchte jedem die Chance geben bis zum Schluss und da gehört der Otmar schon auch dazu."

Hirschers Saison-Bestleistung ist Platz 13 in Val d'Isere, zusätzlich war er in Santa Caterina im Kombi-Super-G Zweiter. Der Salzburger haderte in Kitzbühel mit dem schnell gesetzten Kurs (24.). "Ein Super-G gehört zu den Speeddisziplinen. Man muss jedem Kurssetzer gewisse Freiheiten und die Bandbreite lassen. Wenn es nicht gefährlich wird. Es war schnell, aber nicht gefährlich", sagte Puelacher dazu.

In St. Moritz wird das anders aussehen, da kam Hirscher beim Weltcupfinale 2016 auf den fünften Rang. Puelacher: "Vom Gelände her lässt St. Moritz solche Geschwindigkeiten nicht zu, da sind viel mehr Übergänge drinnen. St. Moritz wird sicher ein technischer Super-G, das haben wir beim Finale schon gesehen."

Die Entscheidung, wer letztlich das WM-Rennen am 8. Februar fahren wird, werde auch vom Kurssetzer abhängen, die Auslosung erfolgt kommende Woche in Garmisch-Partenkirchen. Und von der Schneebeschaffenheit. "Es sind viele Aspekte, die in die Entscheidung einfließen. Möglich ist auch, dass wir vorher noch Quali fahren", ließ sich Puelacher nicht in die Karten blicken.

Der Herren-Chef würde gerne mit dem Maximalkontingent in die Schweiz reisen, das heißt 14 Männer plus die zwei Titelverteidiger Reichelt und Hirscher. Dann blieben den Damen zehn Plätze plus Titelverteidigerin Anna Veith.

"Klar will ich das Maximalkontingent, aber streiten tun wir da nie. Bei der WM zählt nur eins, zwei, drei, aber klar würde ich gerne jedem die Chance geben." Bei 16 Leuten und einigen Doppelstarts (Abfahrt/Super-G und Riesentorlauf/Slalom) geht es sich auch aus, dass man eben zusätzliche Athleten aus dem Kreis der Speedfahrer und Slalom-Spezialisten nominiert, um noch kurzfristig reagieren zu können.

Quelle: APA

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