Wintersport

ÖSV-Damen bei Super-G in Außenseiterrolle - Lara Gut Favoritin

Mit dem Super-G der Damen beginnt in St. Moritz die Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2017. Favoritin ist "Hausherrin" Lara Gut, gerade der Super-G ist aber immer gut für Überraschungen. Österreich schickt am Dienstag (12.00 Uhr, live ORF 1) ein Außenseiter-Quintett mit einer rekonvaleszenten Titelverteidigerin Anna Veith, Nicole Schmidhofer sowie drei WM-Neulingen ins Rennen.

Der ÖSV schickt ein Qintett ins Rennen.  SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Der ÖSV schickt ein Qintett ins Rennen.

Die ÖSV-Damen gehören nach einer Verjüngungskur diesmal nicht zu den WM-Favorits, dabei ist der Super-G auf dem Papier eine Domäne der rot-weiß-roten Ladies. Kein Land hat so viele (13) WM-Medaillen gewonnen, auch mit sechs Mal Gold liegt man klar in Front. Alleine bei den jüngsten sechs Großereignissen seit 2006 inklusive Olympia ging gleich fünf Mal Gold an Österreich.

Von den aktuellen Medaillengewinnerinnen in Sotschi 2014 und Vail 2015 haben aber drei aufgehört, Veith und Lindsey Vonn sind zudem rekonvaleszent. Das macht den Favoritenkreis in St. Moritz größer als sonst. Gut, Tina Weirather (LIE), die Slowenin Ilka Stuhec sowie die Italienerinnen rund um die neunfache Podestfahrerin Sofia Goggia gelten aber als heißeste Medaillen-Eisen.

Die im Disziplinen-Weltcup führende Gut wurde zuletzt in Cortina nach Zwischenbestzeit nur durch einen schmerzhaften Sturz vom vierten Sieg in Folge abgehalten. Trotz ihrer blauen Flecken ist die 25-Jährige auf Heimatboden wohl die Favoritin.

Gut gab sich wie so oft aber bedeckt. "Es muss nicht die perfekte Fahrt sein, es muss einfach eine schnelle Fahrt sein", sagte sie vor der ersten Bewährungsprobe auf der Engiadina. "Ich wünsche ihr, dass sie sich nicht verrückt machen lässt", meinte die mit Gut befreundete Anna Veith. "Ich weiß von Schladming ja, wie schwer es ist, wenn man als Favoritin anreist."

Österreichs Quintett will beim WM-Start überraschen und ausnützen, dass keine hohen Erwartungen bestehen. Vor allem die drei WM-Debütantinnen Christine Scheyer (22), Stephanie Venier (23) und Tamara Tippler (25) gaben sich deshalb unbekümmert.

Allen voran Tippler. Die Steirerin hatte sich beim Saisonstart im Dezember in Lake Louise einen Einriss im Kreuzband und eine Kapselreizung zugezogen. Eine lange Pause folgte, sogar ein vorzeitiges Saisonende stand im Raum. "Ich bin aber kein Typ, der schnell aufgibt und ich wollte unbedingt zu dieser WM", erklärte Tippler, warum sie sich durchgebissen hat. In Cortina "frischte" sie ihre Verletzung sogar wieder auf. "Steirerblut ist aber keine Nudelsuppe", winkte die Rennläuferin aus Mautern lachend ab.

Dass sie den halben Winter versäumt hat und bei einem Ausfall und einem 19. Platz nun starten darf, liegt an einer Eigenschaft, die auch ihre Landsfrauen von Renate Götschl bis Cornelia Hütter auszeichnet. "Für mich spricht, dass ich immer voll attackiere", so Tippler. "Hier geht es nur um Medaillen. Es heißt also attackieren oder daheimbleiben."

Vom WM-Feeling ist Tippler angetan. "Mir taugt, dass sich so viel um uns dreht. Es ist motivierend, dass wir als die fünf Besten Österreich vertreten dürfen, das ist eine Riesen-Ehre." Vor den Favoritinnen hat sie keinen Respekt. "Die kochen auch nur mit Wasser. Wer am wenigsten schwitzt, gewinnt."

Tippler muss aber mit einem Stütz-Tape starten. Ähnliches gilt für Scheyer, die vor der WM ebenfalls wegen Überlastungsschmerzen im Knie pausierte. "Ich bin wieder komplett schmerzfrei", berichtete die Vorarlbergerin, Österreichs einzige Saisonsiegerin bisher. Das passierte in der Abfahrt von Zauchensee. "Im Training bin ich aber auch im Super-G schnell", versicherte die B-Kader-Läuferin aus Götzis.

Auch Venier hat sich diesen Winter enorm gesteigert. "Vor allem hinsichtlich Kraft und Risikobereitschaft ist viel weitergegangen", erklärte die Tirolerin. Ihr taugt das wellige Gelände in St. Moritz, die Absage des Abfahrtstrainings kümmerte sie wenig. "Ich habe ein gutes Auge für die Linie."

Schmidhofer hat schon WM- und Olympia-Starts vorzuweisen. Die kleine, 58 Kilo leichte Steirerin hat ihren einseitigen Undercut nachschneiden lassen. "Das hat mich schon im Jänner schnell gemacht", meinte sie lachend. Schmidhofer fühlt sich gereift. "Am Anfang ist vieles von selbst gegangen. Heute ist da auch eine gewisse Konstanz und die versuche ich am Dienstag auszuspielen. Aus meiner Sicht können aber die ersten zehn, wenn nicht sogar 15 hier gewinnen."

Quelle: APA

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