Wintersport

ÖSV favorisiert Frauen-Tournee mit Villach und Ljubno

Die Pläne für eine Skisprung-Tournee der Frauen nehmen Gestalt an. Bestrebungen der vier Männer-Schauplätze für eine Parallel-Veranstaltung für Sara Marita Kramer und Co. erteilt der Österreichische Skiverband (ÖSV) aber quasi eine Absage. Mario Stecher, Sportlicher Leiter für Skispringen und Nordische Kombination, teilte am Dienstag mit, dass ein Projekt mit Villach favorisiert wird. Die Schanze in der Alpenarena soll mit Ljubno einen neuen Weltcup-Schwerpunkt bilden.

Sara Marita Kramer darf sich auf eine Frauen-Tournee freuen/Archivbild SN/APA/EXPA/JFK/EXPA/JFK
Sara Marita Kramer darf sich auf eine Frauen-Tournee freuen/Archivbild

Die Gespräche mit dem neuen slowenischen Weltcup-Ort würden schon seit einem dreiviertel Jahr laufen, sagte Stecher im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Wir sind gefragt worden, ob wir gemeinsam eine Art Tournee für die Frauen durchführen wollen. Wir haben dann als erste Anlaufstelle Villach mit im Boot gehabt. Uns ist es wichtig, dass es eine langfristige und sehr, sehr gute und die bestmögliche Lösung gibt. Das ist unsere Priorität und mit Villach und Ljubno gegeben."

Der ehemalige Weltklasse-Kombinierer betonte, dass hinter dem Projekt ein durchdachtes Konzept stecken müsse: "Die Damen bieten eine so großartige Leistung. Das dann bestmöglich in der Öffentlichkeit zu verkaufen, ist unser aller Ansinnen." In den nächsten Monaten sollen diesbezügliche Gespräche laufen, bis zur Kalenderkonferenz im Frühjahr sollen alle Details stehen. Angedacht ist laut Stecher derzeit schon für 2022/23 ein Weltcup-Springen in Villach und so drei Tage danach in Ljubno.

In weiterer Folge könne eine solche kleine Tournee etwa mit Italien zu einer Art Dreiländer-Tournee ausgebaut werden. Stecher: "Das ist ein Ziel, das wir verfolgen, das soll sich entwickeln. Wir wollen schlussendlich ein gutes Produkt abliefern." Wichtig sei ihm, dass eine Frauen-Tournee nicht nur ein "Beiwagerl" zu der Männer-Tournee ist. Die Überlegung müsse über viele Jahre weiter gehen. "Es ist wichtig, dass man da keinen Schnellschuss macht."

Stecher sieht durch die Entscheidung für kleinere Schanzen keinen Kontrast zu den Bestrebungen der Skispringerinnen selbst, möglichst verstärkt auf großen Bakken zu springen. "Man muss den Mehrwert von dieser Möglichkeit sehen. Du hast vielleicht mal die Möglichkeit, mehrere Kugeln zu holen. Und ein Weltcup kann nur stattfinden, wenn 30 am Start sind. Derzeit ist das für die Besten ohne Probleme zu bewerkstelligen, aber nicht für die Breite. Vielleicht dann aber in drei oder sechs, sieben Jahren."

Dieter Mörtl, Präsident des Kärntner Landesskiverbandes, gab sich im APA-Gespräch erfreut und zuversichtlich. "Vom Landesskiverband sind wir voller Hoffnung, dass wir den Damen-Weltcup in Villach veranstalten können und auch die Zustimmung von der Verbandsspitze ist gegeben. Es hängt nur von wenigen Faktoren ab - Stadt, Organisationskomitee und dann entscheidet der ÖSV über den endgültigen Zuschlag", sagte er. Für Mörtl ist in weiterer Folge Tarvis ein Tournee-Kandidat in Italien.

Bischofshofen-Organisationschef Manfred Schützenhofer hatte noch vor dem Stecher-Statement seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es mit einer Frauen-Tournee mit Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck klappen könnte. Das hatte Oberstdorf- und Tournee-Chef Peter Kruijer schon davor in Stellungnahmen betont. Dabei soll eine Variante favorisiert worden sein, bei der Frauen und Männer am gleichen Tag jeweils auf der anderen deutschen bzw. österreichischen Schanze springen.

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