Wintersport

ÖSV-Herren-Chef Puelacher bilanziert erfolgreicher als 2018

Österreichs Skiherren haben im Weltcup-Winter 2018/19 in 38 Rennen 33 Podestplätze geholt (14/10/9). Mit Marcel Hirscher (9), Marco Schwarz (2), Max Franz (2) und Vincent Kriechmayr (1) gab es vier Athleten, die Siege feierten, was besonders ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher freut. Hirscher holte zum achten Mal den Gesamtweltcup und zum sechsten Mal die Kugeln in Riesentorlauf und Slalom.grh

Andreas Puelacher: "Wir haben eine sehr kompakte Partie" SN/APA (EXPA)/EXPA/JOHANN GRODER
Andreas Puelacher: "Wir haben eine sehr kompakte Partie"

An Stockerplätzen gemessen war das Jahr mit 33 gegenüber 35 ähnlich dem Vorjahr (17/9/9), mannschaftlich gesehen schaute noch mehr heraus. "Das Jahr war besser als das letzte, wir haben über 6.000 Punkte, wir haben eine sehr kompakte Partie", sagte Puelacher, 5.839 waren es in der vergangenen Saison gewesen, heuer sind es 6.102. In jeder Disziplin gab es zumindest einen Sieg, in allen mehrere Podestränge.

Zur Erfolgsbilanz zählten freilich auch die sieben Einzel-Medaillen bei der WM, in jedem Bewerb hatte man zugeschlagen, dabei im Slalom durch Hirscher, Michael Matt und Marco Schwarz einen Dreifacherfolg gefeiert. Hirscher gewann zudem Silber im Riesentorlauf, Schwarz Bronze in der Kombination sowie Vincent Kriechmayr Silber im Super-G und Bronze in der Abfahrt. Schwarz zog sich am 22. Februar im Kombi-Super-G in Bansko einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Riss des Innenmeniskus im linken Knie zu und musste die Saison vorzeitig beenden.

Im Großen und Ganzen könne man mit der Saison sehr zufrieden sein, erklärte Puelacher im APA-Gespräch, was es aber so schnell wie möglich zu "stopfen" gäbe, sei das "kleine Loch im Riesentorlauf", wie man es vor ein paar Jahren nach der "Slalomkrise" relativ schnell geschafft habe.

Die Situation im Riesentorlauf sei zum Teil erklärbar durch die Comeback-Saisonen, deshalb wolle er nun nicht von Krise reden. "Es war etwas zäh, es war ein Rückführungsjahr, nächstes Jahr müssen wir stechen", lautet die Vorgabe von Puelacher. Läufer sieht er dafür genug vorhanden. Der Sprung zum Finale in Soldeu war mit Hirscher und Manuel Feller aber nur zwei Athleten gelungen.

In den Speed-Bewerben schaffte es der zweifache WM-Medaillengewinner Kriechmayr als Zweiter im Super-G und Dritter der Abfahrt jeweils auf das Podest der Disziplinwertung, die heiß ersehnte Kugel blieb aber verwehrt. Man wartet seit 2008 und Hannes Reichelt im Super-G sowie 2012 und Klaus Kröll in der Abfahrt darauf.

Ein Riesenthema geworden sei das Materialthema, das werde auch so bleiben, sagte Puelacher. "Ich bin zur Zeit dabei, mit den Firmen was aufzustellen, dass wir da noch präziser arbeiten können, vor allen noch individueller mit den Athleten. Das bedeutet natürlich einen Mehraufwand an Personal für die Skifirmen. So wie es jetzt mal ausschaut, spielen sie ganz gut mit, finalisieren können wir das erst Ende April, es kann ja noch Materialwechsel geben."

Ob es bei den Gruppen Änderungen geben wird, wird sich zeigen. "Wir sind beim Aufstellen der ganzen Gruppierungen, ich glaube, wir sind mit diesen kleinen Gruppen im technischen Bereich sehr gut gefahren, man hat den Athleten wirklich gute Qualität bieten können. Das möchten wir natürlich aufrechterhalten", meinte der Herren-Chef.

Der 38-jährige Routinier Reichelt setzt seine Karriere fort. "Er ist das ältere Semester in einer jüngeren kompakten Mannschaft. So lange er Leistung bringt, kann er mit 45 auch noch fahren", sagte Puelacher. Was Hirscher betrifft, ist noch alles offen. "Wenn wir so einen starken Athleten verlieren würden, wäre das schade. Er bringt die meisten Siege ein und meisten Punkte für den Gesamtweltcup. Angst und Bange würde mir nicht werden, aber natürlich wäre es sehr, sehr schade, würde er aufhören."

Im Europacup sicherte sich Stefan Babinsky als Super-G-Dritter einen fixen Startplatz in dieser Disziplin im Weltcup in der kommenden Saison. "In den technischen Disziplinen haben wir Läufer nach oben in den Weltcup geholt, da war es nicht möglich, einen Fixplatz im Europacup zu holen. Wir haben Junge eingesetzt, die sich erst etablieren müssen, im zweiten Jahr müssen diese versuchen, vorne mitzufahren und Fixplätze zu holen", betonte Puelacher.

Quelle: APA

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