Wintersport

ÖSV hofft auf Trendwende bei Heim-WM im Biathlon

Die Gastgeber müssen sich in der zweiten Woche der Biathlon-WM in Hochfilzen steigern. Julian Eberhard, Lisa Theresa Hauser und Co. kamen bisher aufgrund von zu vielen Schießfehlern nicht an ihre Bestleistungen dieser Saison heran. Die Topstars tun hingegen das, was sie schon seit Beginn des Winters tun: Sie sammeln Siege und Podestplätze.

Julian Eberhard zeigte bisher die besten Leistungen der Österreicher.  SN/APA/BARBARA GINDL
Julian Eberhard zeigte bisher die besten Leistungen der Österreicher.

Die Weltcupführenden Martin Fourcade und Laura Dahlmeier halten nach drei Rennen bereits bei jeweils dreimal Edelmetall. Eine Verdoppelung ist bis Sonntag noch möglich. Fourcade machte seinen Medaillensatz mit der erfolgreichen Titelverteidigung in der Verfolgung komplett. "Ich wollte Gold, das habe ich jetzt, damit ist die WM jetzt schon sehr gut", betonte der Franzose.

Für das Einzel am Donnerstag und den abschließenden Massenstart am Sonntag ist der Seriensieger freilich wieder Topfavorit. Besonders gerne wolle er jedoch endlich auch mit der Herrenmannschaft den Titel holen. "Mein Fokus liegt auf der Staffel, weil ich diese Gefühle auch mit meinen Teamkollegen teilen möchte", so der mittlerweile elffache Weltmeister.

Wie für Fourcade, der einen Ausflug nach Kitzbühel unternehmen wollte, war der Montag auch für die anderen Asse ein Ruhetag. Dahlmeier gönnte sich eine Auszeit mit "ausschlafen, Physiotherapie, das Handy ausschalten und weg von den Langlaufskiern, einfach was anderes machen". Am Mittwoch im Einzel will die Deutsche nachlegen. "Wir haben uns schon noch einiges vorgenommen. Wie WM läuft für mich wirklich phänomenal mit zwei Goldmedaillen, einer silbernen, alles was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe."

Jene der in der Nähe von Hochfilzen wohnenden ÖSV-Athleten verbrachten den Ruhetag zuhause. Eberhard, mit den Rängen sieben und acht wie auch schon im bisherigen Saisonverlauf bester Österreicher, versuchte im nahen Saalfelden abzuschalten. Er glaubt nach wie vor an seine Edelmetallchance. "Es war immer ein Fehler zu viel. Ich bringe sehr gute Leistungen bei maximalem Druck, das wird mich noch weit bringen." Das gelte auch für die noch folgenden, schießlastigen Bewerbe, betonte der Sprintsieger von Oberhof.

Obwohl das restliche ÖSV-Team noch deutlicher von den Medaillenrängen entfernt war, wollte Mannschaftsführer Markus Gandler das bisherige Abschneiden nicht schlechtgeredet wissen. "Als Enttäuschung sehe ich es nicht. Wir wissen, dass eine Medaille nach dem Saisonverlauf schwer ist, wir zählen aber in allen weiteren Rennen zum erweiterten Favoritenkreis. Natürlich hätten auch wir die Medaille gern", stellte Gandler am Montag im APA-Gespräch klar.

Mit Eberhard sei er sehr zufrieden. "Er hat noch selten solche Rennen gezeigt, es fehlt eben der besagte eine Schuss." Besonders erfreulich sei die ausgesprochen gute Laufform von Eberhard, Landertinger und Eder. Nun brauche man aber auch noch "das nötige Quäntchen Glück". Außerdem sei die bisherige WM-Bilanz besser als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr in Oslo. "Und dann haben wir zwei Medaillen gemacht." Diese hatten Landertinger mit Silber und Eder mit Bronze im Einzel über 20 km geholt.

Landertinger, am Sonntag mit vier Strafrunden lediglich auf Rang 21, genießt den "Luxus", sich in den eigenen vier Wänden für die weiteren Aufgaben zu sammeln. "Ich habe jetzt Zeit, abzuschalten und mich neu fokussieren. Ich darf mich nicht drausbringen lassen und werde im Einzel voll angreifen" versprach der Hochfilzener.

Flüchtigkeitsfehler hätten bessere Ergebnisse verhindert, seine Laufform sei hingegen top. "Man muss das Positive herausholen, läuferisch läuft es richtig gut. Schießtechnisch leider noch nicht so." Deshalb werde er das Gewehr zwei Tage beiseitelegen.

Eder verbesserte sich in der Verfolgung zwar auf Rang zwölf, drei Schießfehler dürfen dem Saalfeldener in den nächsten Rennen aber nicht mehr passieren. Österreichs Damenhoffnungsträgerin Hauser landete zweimal außerhalb der besten 20. Gandler gibt Zuversicht, dass auch für sie die Lieblingsrennen erst kommen. "Im Einzel und Massenstart hat sie jedes Mal eine super Chance." Zugegebenermaßen laufe es für Hauser seit einer Krankheit um den Jahreswechsel aber "nicht mehr ganz so rund".

Überhaupt nicht rund lief es bisher für Daniel Mesotitsch (2 x 50.). Umstellungen in der Herrenmannschaft für Einzel und Staffel dürfte es aber trotzdem nicht geben, deutete Gandler an. Bei den Damen werden wohl Fabienne Hartweger und/oder Katharina Innerhofer ausgetauscht.

Quelle: APA

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