Wintersport

ÖSV mit 28 Personen zur Snowboard-WM: Hoffen auf Gasser

Mit 28 Athletinnen und Athleten tritt der ÖSV bei den vom 1. bis 10. Februar stattfindenden Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften in Park City im US-Bundesstaat Utah an. Die ersten Medaillen werden am Freitag in Solitude im Snowboard Cross vergeben. Während mit der Tschechin Ester Ledecka die Top-Raceboarderin fehlt, ist das Antreten von Big-Air-Olympiasiegerin Anna Gasser offen.

Dei WM-Teilnahme von Anna Gasser ist noch ungewiss SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Dei WM-Teilnahme von Anna Gasser ist noch ungewiss

Gasser hat sich Mitte Jänner in Laax eine Knöchelverletzung zugezogen. Die WM-Titelverteidigerin musste deshalb auch ihren Start bei den X-Games absagen. Am Mittwoch will sie erstmals wieder auf das Board steigen und sich einem Belastungstest unterziehen. "Ich werde zuerst einmal ganz normal fahren und dann auch kleinere Sprünge probieren.

Nur wenn das halbwegs schmerzfrei funktioniert, macht ein WM-Start auch Sinn", betonte die Kärntnerin. Die 27-Jährige würde gemeinsam mit Freund Clemens Millauer die rot-weiß-roten Farben in den Snowboard-Freestyle-Bewerben vertreten. Der Big Air-Bewerb der Snowboarder steht am Mittwoch nächster Woche (6. Februar) auf dem Programm.

In Park City geht die 13. Snowboard-WM in Szene. Es ist nach 2015 (Kreischberg) und 2017 (Sierra Nevada) die dritte, die zugleich mit den Titelkämpfen im Freestyle-Skiing ausgetragen wird. Rund 1.300 Sportler/Innen aus 36 Nationen kämpfen in 15 Bewerben rund um Salt Lake City, den Austragungsort der Winterspiele 2002, in den drei Orten Park City, Deer Valley und Solitude um Medaillen. Österreich war vor zwei Jahren mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen beste Snowboard-Nation gewesen, die Latte liegt also hoch. Benjamin Karl könnte zudem mit dem 5. Gold Snowboard-Geschichte schreiben.

Los geht es bei der WM Freitag mit dem Cross-Bewerb der Snowboarder. Österreichs Herren sind daher längst vor Ort, an den Start geht das Quartett Hanno Douschan, Alessandro und Luca Hämmerle sowie Lukas Pachner. Weil keine rot-weiß-rote Dame in dieser Disziplin nominiert wurde, findet auch der erstmals ausgetragene Mixed-Teambewerb am Sonntag ohne österreichische Beteiligung statt.

In den Parallel-Rennen der Damen fehlt mit Ledecka die Top-Favoritin. Weil die Snowboard-WM in den USA mit jener im Alpinski in Schweden überlappt, hat sich die auch skifahrende Super-G-Olympiasiegerin für zwei Bretter entschieden. Bei Österreichs Damen sind Jemima Juritz, Claudia Riegler, Sabine Schöffmann und PSL-Titelverteidigerin Daniela Ulbing gesetzt. Bei den Herren stand vorerst nur das Riesentorlauf-Aufgebot mit Doppel-Weltmeister Andreas Prommegger sowie Karl, Sebastian Kislinger, Lukas Mathies und Alexander Payer fest. Prommegger und Karl sind auch im Slalom fix.

Karl hat bei der WM ein Husarenstück im Visier. Gelingt dem vierfachen Weltmeister ein weiterer Titelgewinn, wäre der Niederösterreicher der erste männliche Snowboarder, der fünf WM-Goldmedaillen gewonnen hat. Neben Karl hat es bisher nur der kanadische Raceboarder Jasey-Jay Anderson ebenfalls auf vier WM-Titel gebracht. Karl hat seit 2009 bei fünf Weltmeisterschaften in Serie Edelmetall gewonnen (4 Gold/2 Silber/1 Bronze). 2017 hatte aber Teamkollege Prommegger beide Parallel-Bewerbe jeweils vor Karl gewonnen. Dank weiters Gold von Gasser und Ulbing hat der ÖSV damit in Utah in vier Snowboard-Bewerben Titelverteidiger am Start.

"Wir haben im laufenden Weltcup überall Podestplätze geholt. Daher ist es auch bei der WM unser Ziel, in allen drei Sparten um die Medaillen mitzufahren", benannte Snowboard-Chef Christian Galler das Ziel. Im Big Air und im Slopestyle werde natürlich viel davon abhängen, ob Gasser schmerzfrei an den Start gehen könne.

Im Ski Cross haben Johannes Aujesky, Adam Kappacher, Johannes Rohrweck und Daniel Traxler den Sprung zur WM geschafft. Dem Steirer Robert Winkler genügten selbst zwei Top-Ten-Plätze nicht für ein WM-Ticket. Bei den Damen hat Katrin Ofner in der Vorwoche mit zwei Europacup-Siegen in Lenk (SUI) in letzter Minute noch das Flugzeug in Richtung Nordamerika erwischt, die Steirerin bildet zusammen mit Ex-Weltmeisterin Andrea Limbacher das ÖSV-Damenduo.

Klein ist das Team der ÖSV-Freeskier. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Laura Wallner startet im Big Air und im Slopestyle der Damen nur die 18-jährige Lara Wolf, bei den Herren werden Lukas Müllauer und WM-Debütant Samuel Baumgartner aufgeboten. In der Halfpipe treten Elisabeth Gram, Andreas Gohl und Marco Ladner an. Gohl (Ellbogenbruch) und Ladner (Steißbeinbruch) haben sich in der Vorbereitung aber schwere Verletzungen zugezogen. "Daher sind die Erwartungen für die WM in der Halfpipe nicht allzu hochgesteckt", sagte Roman Kuss, der Sportliche Leiter im Bereich Freeski.

Quelle: APA

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