Wintersport

ÖSV-Skispringerinnen wollen bei WM um Medaillen mitmischen

Zum bereits fünften Mal seit der Premiere bei der WM 2009 in Liberec kämpfen die Skispringerinnen am Freitag (16.30 Uhr MEZ) in Lahti um WM-Medaillen.

Daniela Iraschko-Stolz war schon Weltmeisterin.  SN/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER
Daniela Iraschko-Stolz war schon Weltmeisterin.

Für Österreich schickt ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder ein "Dreimäderlhaus" mit Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Hölzl ins Rennen. Zwei der Damen werden am Sonntag auch im Mixed-Bewerb antreten.

Die ÖSV-Damen haben auf die Olympia-Generalprobe in Pyeongchang verzichtet und sich stattdessen in einem dreitägigen Kurs in Seefeld auf den Finnland-Trip vorbereitet. "Es ist wichtig, dass man vor großen Wettkämpfen zur Ruhe kommt. Wir sind recht gut vorbereitet", berichtete Felder. Die Saison sei zwar etwas durchwachsen verlaufen, dies sei aber mit relativ vielen Verletzten im vergangenen Sommer zu begründen.

"Die Dani hat den ganzen Sommer nicht trainieren können, Chiara ist auch im Herbst operiert worden. Wir haben teilweise mit Stockerlplätzen aufwarten können, die Konstanz der letzten Jahre war leider nicht da", ist sich auch Felder bewusst. Dennoch gehören seine Damen durchaus in den Kreis der Medaillenkandidatinnen.

Allen voran sind allerdings Sara Takanashi und Yuki Ito auf der Normalschanze zu favorisieren, zudem scheint Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Carina Vogt eine Spezialistin für Großereignisse zu sein. Mit Katharina Althaus und Svenja Würth gibt es aus Deutschland weitere Kandidatinnen und natürlich auch die Norwegerin Maren Lundby, aktuelle Weltcup-Gesamtdritte hinter Takanashi und Ito.

Ex-Weltmeisterin Iraschko-Stolz, die in dieser Saison bisher immerhin vier Podestplätze aufzuweisen hatte, muss sich erst auf die Schanze in Lahti einstellen. "Das gelingt mir meistens noch rechtzeitig", sagte die Steirerin. Die Weltmeisterin von Oslo 2011 und Bronzegewinnerin 2015 in Falun sieht den Schlüssel in der richtigen Anfahrtsposition. Iraschko-Stolz glaubt an sich und ihre Teamkolleginnen. "Jede von uns hat wirklich eine reelle Chance, eine Medaille zu machen, wenn alles passt."

Die erst 19-jährige Chiara Hölzl ist schon zum dritten Mal bei einer WM. "Ich freue mich und hoffe, dass ich zeigen kann, was ich drauf habe." Hölzl hatte oft im Training stärkere Leistungen erbracht als im Bewerb, daher hat sie mit verstärktem Mentaltraining an sich gearbeitet. Hölzl war 2013 im "silbernen" Mixed-Team von Val di Fiemme und auch Jacqueline Seifriedsberger war damals mit im Team. Zusätzlich hat die 26-jährige Oberösterreicherin bei der WM 2013 auch Einzel-Bronze geholt. "Bei mir war schon alles dabei in der Saison", erinnerte sich Seifriedsberger, die immerhin auch zwei dritte Weltcup-Plätze geschafft hat.

Für das Trio gilt es auch, sich für den Mixed-Bewerb am Sonntag zu qualifizieren. Sollten nicht außergewöhnliche Umstände herrschen, dann werden die besten zwei ÖSV-Damen eine zweite Medaillenchance bekommen.

Felder gibt keine Medaillenvorgabe aus, ist sich aber der Chancen bewusst, wenn auch Fortuna ein bisschen mitspielt. "Wir wissen, wenn alle super drauf sind und ihr Bestes bringen, dass wir um die Medaillen mitspringen. Ich hoffe, dass wir auch Glück haben, dann sind die Chancen nicht so schlecht", glaubt Felder. Vor übertriebenen Erwartungen warnt der 54-jährige Tiroler aber: "Tatsache ist auch: Wir waren bei mehr als der Hälfte der Springen nicht am Stockerl."

Aus internationaler Sicht darf man gespannt sein, ob die mittlerweile gemeinsam mit Gregor Schlierenzauer 53-fache Weltcup-Rekordsiegerin Sara Takanashi erstmals auch bei der WM im Einzel zuschlägt. Im Mixed hat sie 2013 schon Gold geholt, zusätzlich auch Mixed-Bronze 2015 und den Vize-Weltmeistertitel 2013. Auf Einzel-WM-Gold wartet die 20-jährige Japanerin noch.

Quelle: APA

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