Wintersport

ÖSV-Trumpf Lisa Theresa Hauser soll in Hochfilzen stechen

Mit dem Damen-Sprint beginnt bei der Biathlon-WM in Hochfilzen am Freitag (14.45 Uhr/live ORF eins) die Jagd auf die Einzelmedaillen.

Hauser gilt am Schießstand als eine der Stärksten.  SN/APA (AFP)/ROBERT HENRIKSSON
Hauser gilt am Schießstand als eine der Stärksten.

Für Österreich trägt Lisa Theresa Hauser die größten Hoffnungen, Favoritinnen sind aber andere. Allen voran Laura Dahlmeier, Gabriela Koukalova, Marie Dorin-Habert und Kaisa Mäkäräinen.

Das Quartett hat 12 von 15 Weltcupeinzelrennen in dieser Saison gewonnen und zahlreiche weitere Podestplätze erobert. In den fünf Sprints siegten die vier jeweils einmal. Außerdem stand auch noch die Russin Tatiana Akimowa ganz oben. Titelverteidigerin ist die Norwegerin Tirill Eckhoff, die in diesem Winter aber große Probleme hat.

Das Sprintführungstrikot trägt Mäkäräinen, die Finnin triumphierte beim jüngsten Rennen über die 7,5 km mit nur zweimal Schießen in Ruhpolding. Nach Gesundheitsproblemen im Vorjahr läuft es für die ehemalige Weltcupgesamtsiegerin in diesem Winter wieder richtig rund. Deshalb darf die 34-Jährige auch mit Zuwachs in ihrer Sammlung von fünf WM-Medaillen rechnen.

"Diese Saison war schon ziemlich gut. Aber selbst wenn man sich stark fühlt, kann am Schießstand alles passieren. Jede Sekunde kann alles wieder vorbei sein. Ich denke, es werden gute Rennen für mich werden. Ich fühle mich gut und ich mag diesen Ort, warum also nicht", sagte Mäkäräinen im Gespräch mit der APA.

Um ihre Stärken noch besser ausspielen zu können, würde sich die beste Läuferin im Feld noch schwierigere WM-Loipen wünschen. "Die Stecken sind für mich ein bisschen leicht, würde ich sagen. Ich bevorzuge längere Anstiege wie im zweiten Teil, so könnte es überall sein, aber es ist eine Strecke, auf der man sich nirgends ausrasten kann. Man muss die ganze Zeit arbeiten, das mag ich." Zwei ihrer bisher 21 Weltcup-Erfolge hat sie 2014 in Hochfilzen in Sprint und Verfolgung erzielt.

Rechtzeitig vor den Weltmeisterschaften stabilisierte die am Schießstand immer wieder patzende Finnin ihre Trefferquote. "Ich hatte hauptsächlich im Dezember Probleme beim Schießen, über Weihnachten habe ich viel gearbeitet und ein viel besseres Gefühl bekommen. Das Selbstvertrauen ist beim Schießen das Wichtigste."

Das weiß auch die elf Jahre jüngere Hauser, die im Gegensatz zu Mäkäräinen zu den besten und schnellsten Schützinnen zählt. Die Tirolerin wurde nach mehreren Spitzenergebnissen zu Saisonbeginn mit Platz fünf im Sprint von Östersund als Topresultat um den Jahreswechsel von einer Grippe gebremst. Sie fand aber wieder rechtzeitig den Anschluss an die Besten. "Ich bin im Jänner nicht gut gestartet, nach Antholz bin ich aber zuversichtlich. Ich fühle mich richtig gut und freue mich auf die Rennen. Mein Ziel in den Einzelrennen sind die Top Ten."

Ihre Trainerin Sandra Flunger hält erstmalige Top-Ten-WM-Ergebnisse ebenfalls für möglich. "Wenn mehr passiert, sag ich nicht nein. Für das Stockerl müssen aber die Gegner mitspielen", sagte Flunger zur APA. Die bisher einzige Damen-Medaille für Österreich holte übrigens Andrea Grossegger 1984 in Chamonix im WM-Sprint.

Hauser setzt auch darauf, dass sie sich im Sprint eine vielversprechende Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag mit viermal Schießen schaffen kann. Wie sich das am Vortag des Sprints absolvierte Mixed-Rennen auswirken wird, sei offen. "Es kann ein Nachteil sein, dass nur die Hälfte die Mixed-Staffel läuft und dann mit frischeren Beinen startet. Aber andererseits kann es sein, dass man einen Vorteil hat, wenn man die WM-Atmosphäre schon erlebt hat und schon ein Rennen gelaufen ist."

Sie sei natürlich etwas nervös, wolle die Stimmung und das WM-Flair aber für sich nützen, bekräftigte Hauser. Auch Flunger glaubt nicht, dass der doch hohe Erwartungsdruck der Heimfans zum Hemmnis wird. "Sie wirkt relativ entspannt. Ich hoffe, dass sie das auch so beibehalten kann, im Normalfall genießt sie das sehr wohl." Hausers Teamkolleginnen Dunja Zdouc, Fabienne Hartweger und Katharina Innerhofer sind nur krasse Außenseiterinnen.

Quelle: APA

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