Wintersport

Omikron schürt Angst vor Olympia-Farce

Zahlreiche Omikron-Fälle im Wintersport lassen befürchten, dass es bei den Spielen in Peking in manchen Wettbewerben ausgedünnte Starterfelder gibt.

Werden es Olympische Spiele der vielen Abwesenden? SN/AP
Werden es Olympische Spiele der vielen Abwesenden?

Die Omikron-Variante des Coronavirus lässt den Wintersport zittern. Knapp vier Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking häufen sich die Meldungen von positiv getesteten Sportlern. Im Ski-Weltcup haben unter anderem schon Mikaela Shiffrin und Katharina Liensberger aussetzen müssen. Zuletzt traf es Raphael Haaser aus dem ÖSV-Herrenteam. Beim Biathlon-Weltcup in Oberhof (GER) hat das engmaschige Kontrollnetz beim Russen Eduard Latypow und beim Schweizer Benjamin Weger angeschlagen, beide fehlen bei den Rennen in Thüringen.

Der Tross der alpinen Frauen meidet, wie berichtet, den aktuellen Coronahotspot Flachau und weicht für den Nachtslalom kommende Woche nach Schladming aus. Die Nervosität ist groß, der Weltcup hänge "am seidenen Faden", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner vor Kurzem. In einigen Teams gibt es Überlegungen, einzelne Stationen im Jänner auszulassen, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Trotzdem ist die Befürchtung groß, dass in China so mancher Favorit nicht dabei sein kann. "Sollten wir bis Olympia im Februar heil durchkommen und dort wirklich alle weltbesten Athleten am Start stehen, dann grenzt das an ein Wunder", sagte Waldner. Der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier gab sich ähnlich skeptisch. Er glaube, "dass es bei Olympia ein ausgedünntes Feld gibt".

Die Eisschnelllauf-EM in Heerenveen (NED) begann am Freitag ohne russische Teilnehmer. Vier Sprinter aus dem Team mussten wegen positiver Coronatests absagen. Die bereits angereisten Russen begaben sich in Quarantäne. Auch in Polens Team gab es Fälle. "Es war für uns die richtige Strategie, nicht nach Heerenveen zu reisen", sieht sich Thomas Herzog, Ehemann und Trainer von Österreichs Parade-Eisschnellläuferin Vanessa Herzog, bestätigt.

Wegen ihrer Bandscheibenprobleme legt die Sprinterin den Fokus derzeit auf Training statt auf Wettkämpfe. Mit Blick auf Peking sagt Thomas Herzog: "Die Chinesen werden hoffentlich nicht ihre eigenen Spiele gefährden wollen." Werde wie erwartet das strenge Konzept durchgezogen, nach dem auch Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne müssen, drohe "eine Farce". Schon ein Flugzeugsitzplatz in der Nähe eines Betroffenen kann das Antreten von Sportlern gefährden. Skistar Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen vermutet: "In China eine positive Probe zu haben ist nicht so spaßig."

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