Wintersport

Polen und Norweger wollen Dominanz prolongieren

Aus dem österreichischen Trainer-Sextett im Skisprung-Weltcup ist ein Quartett geworden. Andreas Mitter (Finnland) und Richard Schallert (Tschechien) sind nicht mehr dabei, beim Weltcup-Auftakt in Wisla am Wochenende begrüßen Alexander Stöckl, Stefan Horngacher und Werner Schuster den neuen ÖSV-Coach Andreas Felder auf dem Trainerturm.

Stefan Horngacher mit "Überflieger" Kamil Stoch SN/APA (AFP)/JURE MAKOVEC
Stefan Horngacher mit "Überflieger" Kamil Stoch

Die Athleten Stöckls und Schusters hatten 2018 bzw. 2014 Team-Olympiagold für Norwegen und Deutschland geholt, Horngachers Mannschaft war bei der WM 2017 erfolgreich. Letzterer hat in Olympiasieger und Weltcup-Gewinner Kamil Stoch auch den Dominator der vergangenen Saison in seinen Reihen. Die Erwartungen im skisprung-verrückten Polen sind vor dem Auftakt enorm.

Doch der Tiroler Horngacher versucht, Druck vom Team zu nehmen. "Natürlich wollen die Fans, dass wir gewinnen. Aber wir gehen nicht rein, um alles niederzubügeln, sondern wollen einfach den Wettkampfrhythmus aufnehmen. Wir müssen ruhig anfangen und auf die Technik konzentriert sein. Da muss man das Rundherum etwas ausblenden", sagte Horngacher der APA. Bei den wichtigen Entscheidungen der kommenden Saison sollen die Athleten des Ex-Team-Weltmeisters aber vorne präsent sein.

Das polnische Team hat sich nicht verändert, Stoch ist das Aushängeschild. Auch wenn der 31-Jährige im Training auf den Mattenschanzen nicht hervorstach. "Das macht er eigentlich nie im Sommer. Da ist er mehr auf seine Entwicklung fokussiert", sagte Horngacher. "Aber bei ihm weiß man, wenn der Tag X kommt, kann er den Schalter umlegen und dann macht er noch einen Schritt nach vorne." Von der Nummer 1 würden alle Kollegen profitieren. "Wenn sie ihn in Schach halten können, wissen sie, dass sie auf dem richtigen Weg sind."

Während Horngacher die durch Regeländerungen nötigen Adaptierungen bei der Technik als nicht gravierend ansah, sprach Stöckl doch von beträchtlichen Auswirkungen. "Eine kleine Materialänderung bedeutet viel", sagte der Tiroler. "Mit kürzeren Ski verliert man Fläche. Da muss man schauen, dass man das kompensieren kann, indem man technisch sauber fliegt. Das muss man entwickeln."

Vier Springer Stöckls waren im vergangenen Winter in den Top acht des Weltcups. Im Sommer sei das Team homogen gewesen, Robert Johansson habe jedoch die größte Konstanz bewiesen. Ihm und Daniel-Andre Tande traut Stöckl viel zu.

Wie die Polen und die von Olympiasieger Andreas Wellinger und Richard Freitag angeführten Deutschen haben auch die Norweger als Konkurrenten von Doppel-Weltmeister Stefan Kraft und Co. große Ziele. Anders als die im vergangenen Winter sieglosen Österreicher sprechen ihre Coaches aus einer Position der Stärke.

"Es liegt uns am Herzen, dass einmal einer unserer Athleten bei der Tournee ganz oben steht. Natürlich ist auch die WM ein Schwerpunkt", betonte Stöckl. "Wenn wir da wieder imstande sind, in jedem Bewerb um Medaillen mitzukämpfen, dann sind wir zufrieden. Das wäre für mich eine tolle Sache, in Tirol anzuschreiben."

Quelle: APA

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