Wintersport

Puelacher sieht hinter Hirscher "kompakte Mannschaft"

Nach einer Saison mit vielen verletzungsbedingten Ausfällen und einem deutlich gewordenen Defizit in der Abfahrt hofft Österreichs alpines Herren-Skiteam hinter dem fünffachen Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher auf einen kraftvollen Start in den Skiwinter. Auf dem Weltcup-Programm stehen an 19 Schauplätzen 38 Bewerbe, Höhepunkt sind die Weltmeisterschaften im Februar in St. Moritz.

Puelacher sieht hinter Hirscher "kompakte Mannschaft" SN/apa
Marcel Hirscher und Co. freuen sich auf die neue Saison.

Ehe es zu den Speedrennen nach Übersee geht, stehen am Sonntag in Sölden auf dem Rettenbachferner als Ouvertüre ein Riesentorlauf und am 13. November in Levi ein Slalom auf dem Programm. ÖSV-Herren-Chef Andreas Puelacher ist mit dem Fortschritt seiner Mannschaft hinter dem langjährigen Szene-Primus Hirscher zufrieden.

"Wie es ausschaut, kommen wir kompakter daher. Marcel ist immer noch vorne weg, das wird auch so bleiben, denke ich. Er ist ein Ausnahmekönner, wie er Ski fährt und welche Konstanz er über die Jahre hat. Aber dahinter haben wir eine kompakte Mannschaft", sagte Puelacher zur Austria Presse Agentur. In der Vorbereitung sei das Team näher an Marcel herangerückt. "Die Jungen haben einen Schritt gemacht und sich weiterentwickelt, wobei Marcel immer noch tonangebend ist."

Für den kommenden Winter sieht Puelacher den Franzosen Alexis Pinturault als größten Gegner für den Salzburger im Kampf um den Gesamtweltcup. In der Vorsaison war Pinturault hinter Hirscher und dem Norweger Henrik Kristoffersen Dritter. Die Norweger gewannen 2015/16 insgesamt 19 Weltcuprennen, hatten mit Kristoffersen, Kjetil Jansrud (4.), Aksel Lund Svindal (5.) und Aleksander Aamodt Kilde (7.) gleich vier Rennläufer in den Top-Sieben der Endwertung.

"Um den Gesamtweltcup zu gewinnen, muss einer der Nation dominant sein. Wir hatten das jahrelang, dass wir als Topmannschaft viele Sieger hatten, aber den Gesamtweltcup haben andere gewonnen, weil die Kollegen sich die Punkte gegenseitig weggenommen haben. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust, das eine für den Gesamtweltcup, das andere für eine Mannschaft, wo sich die Leute mit den Podestplätzen abwechseln, das ist schon super für einen Herrenchef", erläuterte Puelacher.

So zählte er etwa Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer oder Marco Schwarz auf, die in der Zukunft in der Weltcup-Gesamtwertung für ihn Kandidaten für Top-Fünf- oder Top-Drei-Ränge sind. Der Status quo präsentiert sich für ihn wie folgt: "Für die Gesamtwertung haben wir Marcel ganz vorne, und die nächste Generation bauen wir auf."

Die Gründe für den fehlenden Abfahrtssieg in der vergangenen Saison - Hannes Reichelt war in der Disziplinwertung als bester Österreicher Zehnter - wurden umfassend aufgearbeitet. "Das ist an keinem vorbeigegangen. Wir haben viel analysiert. Wir hatten ja nicht schlecht gearbeitet, aber dort und da ist was besser zu machen, auch bei der Materialabstimmung. Alle haben also noch akribischer gearbeitet, Athleten wie Trainer." Zudem wurden die Ex-Rennfahrer Werner Franz und Willibald Zechner ins Betreuerteam geholt.

Man habe auf Speed- und Technikseite eine Topvorbereitung gehabt, blickte Puelacher auf die Trainingsmonate zurück. "Die hatten aber die anderen auch, weil das Wetter mitgespielt hat. So gesehen ist das kein Vorteil, aber wir sind zufrieden." Die Saisonvorbereitung war übrigens auch vor einem Jahr sehr gut gewesen, die Verletzungsserie begann dann aber gleich in Lake Louise mit den Stürzen von Thomas Mayrpeter und Markus Dürager.

Im Speed-Bereich fielen folgend auch Mayer, Max Franz, Georg Streitberger, Florian Scheiber (Karriere mittlerweile beendet), Joachim Puchner und Daniel Danklmaier aus. "Im Großen und Ganzen bin ich der Meinung, dass uns die Unfälle so viel gekostet haben, auf der moralischen und psychologischen Seite", sieht Puelacher rückblickend nicht nur die Materialgeschichte als Grund für die zähe Abfahrtssaison.

Was die baldige Rückkehr der Verletzten betrifft, ist der Cheftrainer zuversichtlich. "Es schaut alles nicht so schlecht aus, ich bin zufrieden. Wir sind auf einem guten Weg, wer noch Zeit braucht, bekommt sie." Mayer habe sich "brutal gut erholt", er habe beim Training in Chile eine ansprechende Leistung gezeigt. "Und auch Hannes ist auf einem guten Weg, da lassen wir uns Zeit." Super-G-Weltmeister Reichelt wurde am 17. September erneut an der Lendenwirbelsäule operiert, er arbeitet auf den Weltcup-Einstieg in den Beaver Creek hin.

Quelle: APA

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