Wintersport

Rodler in der Mitte der Olympiareise

Österreichs Rodler kommen in großer Form zu den Heimbewerben in Innsbruck-Igls. Bei den Männern spitzt sich die Qualifikation für Peking zu.

Wolfgang Kindl, Sieger von Altenberg.  SN/red bull content pool/mirja geh
Wolfgang Kindl, Sieger von Altenberg.

Endlich wieder heimkommen, endlich wieder im eigenen Bett schlafen: Für Österreichs Kunstbahnrodler ist Innsbruck-Igls, die fünfte Weltcupstation, ein Stück weit Heimaturlaub. Zugleich befindet sich die Heimbahn gewissermaßen in der Mitte der Reise von Yanqing nach Yanqing: Auf der chinesischen Olympiabahn nördlich von Peking hat im Oktober die Saison begonnen, dort soll im Februar bei den Spielen die Ernte eingefahren werden.

Die Rückkehr nach sechs Wochen auf Tour war umso schöner, als sich die ÖRV-Asse bei der vorigen Station in Altenberg in geradezu bestechender Form präsentierten. Madeleine Egle, Wolfgang Kindl und die die Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller gewannen ihre Rennen und schafften damit ein historisches Triple. Denn noch nie zuvor hatten die Österreicher alle Einzelbewerbe auf einer Station gewonnen. Wolfgang Kindl beschäftigt sich schon gar nicht mehr mit gestern, sondern freut sich auf das Heimrennen: "Ich fühle mich in Igls prinzipiell sehr wohl, habe an die Bahn super Erinnerungen. Die Eindrücke aus dem Training sind sehr positiv, die eine oder andere Passage muss ich noch die Spur besser treffen, aber der Speed ist wieder richtig gut. Mein Paket passt, ich werde alles daran setzen weiter auf der Erfolgswelle zu bleiben."

Kindl hat sich eine gute Position im Kampf um das Olympiaticket geschaffen. Gleich fünf Österreicher rittern um drei Startplätze, nach Igls erfolgt eine Vornominierung. Neben Kindl hat Olympia-Titelverteidiger David Gleirscher bislang die besten Karten. Beim Olympiatest in Yanqing war der Tiroler Vierter. Sein Bruder Nico Gleirscher, Jonas Müller und Reinhard Egger stehen hingegen schon unter einem gewissen Druck. Last-Minute-Tickets wären noch im Jänner mit guten Resultaten in Winterberg, Sigulda, Oberhof und St. Moritz möglich.

Steu/Koller mussten als Weltcuptitelverteidiger und Sieger der Vorwoche kurioserweise in Igls in die Qualifikation am Freitag - Folge der Zwangspause vor dem Altenberg-Triumph wegen eines Fußbruchs bei Steuermann Steu. "Dem Fuß geht es gut, es wird von Tag zu Tag besser", sagt der Vorarlberger. "Während der Fahrt ist es überhaupt kein Problem, nach dem Rodeln spüre ich die Verletzung minimal, aber das ist leicht auszuhalten." In Altenberg war Steu mit einer Krücke zur Siegerehrung gehumpelt.

Entspannt kann es Madeleine Egle daheim angehen. Altenberg - mit 0,3 Sekunden Vorsprung - war bereits ihr zweiter Saisonsieg. "Igls wird ein enges Rennen", sagt sie. Die Heimbahn gilt als leicht, Egle mag es schwieriger - so wie etwa in Yanqing. Auf der Olympiabahn hat sie ihren ersten Sieg gefeiert.


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