Wintersport

Salzburger Ski-Entwicklungshelfer erfüllen ihre Mission in China

Zwei Ex-Skirennfahrer aus Salzburg helfen den Chinesen in den Weltcup. "Wahnsinn, was da passiert", ist Sebastian Arzt vom Abenteuer beeindruckt.

Der Besuch der Chinesischen Mauer war für Sebastian Arzt (2.v.l.) und Markus Dürager erst nach den Rennen erlaubt. SN/mor
Der Besuch der Chinesischen Mauer war für Sebastian Arzt (2.v.l.) und Markus Dürager erst nach den Rennen erlaubt.

Auf ein außergewöhnliches Abenteuer dürfen zwei ehemalige Salzburger Skirennfahrer zurückblicken. Völlig unverhofft schnallten Markus Dürager und Sebastian Arzt, die vergangene Saison ihre Karrieren beendet hatten, zu Jahresbeginn wieder die langen Latten an. Ihr Ziel: China. Ihre Mission: Entwicklungshilfe, damit die Chinesen im Weltcup starten dürfen.

Auf Einladung von Ex-ÖSV-Trainer Willi Zechner, der nun Chefcoach des chinesischen Nationalteams ist, nahmen die beiden sowie der Oberösterreicher Michael Offenhauser und zwei Italiener an je zwei FIS-Abfahrten und -Super-Gs in Wanlong teil. Fünf in der FIS-Rangliste gut platzierte Athleten braucht es nämlich, damit ein Rennen jene Wertigkeit bekommt, dass sich die restlichen Teilnehmer dementsprechend verbessern können. Die Schwierigkeit war, dass die Ex-Profis weder meilenweit voraus noch zu langsam sein durften. "Es war nicht leicht, den richtigen Rennmodus zu finden, aber es ist uns gut gelungen", sagt Arzt über die erwünschten Top-10-Plätze, die schließlich fünf Chinesen so viele FIS-Punkte brachten, dass sie nun im Weltcup startberechtigt sind. Dass die dieswöchige Olympia-Generalprobe wegen des Coronavirus abgesagt wurde, trifft die Chinesen am härtesten.

Arzt war nicht nur von den jungen Ski-Exoten ("Die fahren technisch sehr gut und können in zwei Jahren im Europacup in die Top 30 fahren") beeindruckt, sondern auch von der Infrastruktur und den finanziellen Mitteln. "Ein Wahnsinn, wie viele Skigebiete dort aus dem Boden gestampft werden. Wanlong wurde 2004 gebaut und ist angeblich das älteste Resort. Geld spielt da gar keine Rolle", erzählt der Gasteiner über die chinesischen Pläne, die weit über die Olympischen Spiele 2022 hinausgehen.

"Saukalt, aber kein Niederschlag. Alles Kunstschnee", beschreibt Arzt die Verhältnisse in China. In neun Tagen lernten die Österreicher auch die strikten Regeln kennen. So war ein Besuch der Chinesischen Mauer erst nach den Rennen erlaubt. "Extrawürste auf die Schnelle gibt es für niemanden. Da muss alles von ganz oben abgesegnet werden." Dafür drückten die Gastgeber ihre Dankbarkeit vor dem Abflug auch finanziell aus. Mit "ein bisschen Taschengeld" machte sich das Quintett wieder auf den Heimweg. Schließlich wurde die Mission ja erfüllt.

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