Wintersport

Sara Marita Kramer: "Glück ist wichtiger als Geld"

Sara Marita Kramer ist am Ziel ihrer Träume angelangt. Mit der Kristallkugel hält die 20-jährige Salzburgerin endlich einen Beweis in Händen, die beste Skispringerin der Welt zu sein.

Sieben Saisonsiege, elf Podestplätze: Sara Marita Kramer.  SN/apa/rene kellermann
Sieben Saisonsiege, elf Podestplätze: Sara Marita Kramer.

Sara Marita Kramer (20) hat mit dem Gewinn des Gesamtweltcups ihren bislang größten Karriereerfolg gefeiert. "Eine Genugtuung nach meinem Pech mit Olympia", sagt die Skispringerin aus Maria Alm und lässt ihre turbulente Saison mit den SN noch einmal Revue passieren.

Wie wurde im Hause Kramer der Gesamtweltcupsieg gefeiert? Sara Marita Kramer: Bisher haben wir noch gar nicht groß gefeiert, sind nur gemütlich beisammengesessen. Ich habe die Zeit seit dem Weltcupfinale eher dazu genutzt, um runterzukommen.

Wie viel ist Ihnen persönlich die Kristallkugel wert? Ich spüre schon eine gewisse Genugtuung. Der Gesamtweltcupsieg ist der Lohn für eine insgesamt sehr erfolgreiche Saison (Kramer feierte sieben Einzelsiege und stand elf Mal auf dem Podest, Anm.). Natürlich wäre ich auch beim Saisonfinale in Oberhof gern um den Sieg mitgesprungen, aber nach den Geschehnissen rund um die Olympischen Spiele war es nicht mehr einfach für mich. Ich war nach meiner Corona-Zwangspause körperlich und auch mental nicht mehr auf einem Toplevel - da war die Flasche ein bisschen leer.

Hadern Sie noch mit dem Olympia-Aus? Nein, das Thema ist durch. Aber natürlich gibt es immer noch Momente, in denen man sich fragt: Warum immer ich? Ich denke, ich hatte schon genug Rückschläge. Und trotzdem habe ich in dieser Saison auch sehr, sehr viele schöne Momente erleben dürfen.

Sie haben laut FIS in dieser Saison knapp 70.000 Euro an Preisgeldern gewonnen. Was planen Sie damit? Und wie ist grundsätzlich Ihr Verhältnis zu Geld? Ich werde mir einen schönen Urlaub gönnen. Wohin, weiß ich noch nicht, aber definitiv in die Sonne. Was Geld grundsätzlich betrifft, so ist mir das nur insofern wichtig, dass ich mein Leben als Spitzensportlerin gut finanzieren kann. Wirklich reich kann man im Damen-Skispringen ja ohnehin nicht werden - noch nicht. Ich hoffe, dass sich unser Sport auch in Sachen Preisgeld weiterentwickelt. Viel wichtiger als Geld sind am Ende des Tages aber Glück und Gesundheit.

Sie beschreiten fernab der ÖSV-Stützpunkte beim SK Saalfelden einen Sonderweg beim Training. Bleiben Sie dem auch in der kommenden Saison treu? Ich habe noch keinen konkreten Plan, wie es nach der jetzigen Trainingspause weitergeht. Es wäre vermutlich nicht sehr schlau, viel zu verändern, wenn es so gut funktioniert. Jetzt müssen wir (mit Vereinstrainer Phil Amon, Anm.) aber zuerst einmal eine vernünftige Saisonanalyse machen, dann wird sich zeigen, wohin der Weg geht.

Sie sind Leonidas-Sportlerin des Jahres 2021, haben für Ihre Titelverteidigung mit Teresa Stadlober (Olympiabronze), Mirjam Puchner (Olympiasilber) oder Carina Edlinger (Paralympicssiegerin) aber starke Konkurrenz. Wo sehen Sie sich selbst? Es wäre für jede Sportlerin eine sehr schöne und auch verdiente Auszeichnung. Ich möchte mich aber nicht mit Athletinnen aus anderen Sportarten vergleichen und bin nur froh, dass ich das nicht entscheiden muss.

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Aufgerufen am 24.05.2022 um 05:16 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/sara-marita-kramer-glueck-ist-wichtiger-als-geld-118729351

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