Wintersport

Schild rettet ÖSV-Ehre und Veith hadert

Die Aufstellung für die WM wirft nach dem Premierenrennen am Kronplatz ihre Schatten voraus. Vor allem einer fehlt weiter die Praxis.

Mit Nummer 42 auf Platz sieben: Bernadette Schild hatte auf dem Kronplatz gut lachen. SN/ap
Mit Nummer 42 auf Platz sieben: Bernadette Schild hatte auf dem Kronplatz gut lachen.

Eine Außenseiterin siegt und eine "Slalomspezialistin" rettet die Ehre von Österreich, dessen Topstar beim Comeback einen Dämpfer erleidet. Der letzte Riesentorlauf der Damen vor der Ski-WM in St. Moritz hat gleich mehrere Überraschungen gebracht. Während Federica Brignone auf dem Kronplatz einen Heimsieg feierte, lieferte Bernadette Schild als Siebte ihr mit Abstand bestes Riesentorlauf-Ergebnis ab. Anna Veith hingegen verpasste am Rande der Südtiroler Dolomiten als 31. sogar den zweiten Durchgang.

Die Rangordnung wurde also sowohl in der Weltspitze als auch ÖSV-intern zumindest ein wenig auf den Kopf gestellt. Schild hatte bisher einen 16. Platz als persönliche Bestleistung stehen. Mit Startnummer 42 zeigte die Salzburgerin schon als Halbzeit-13. auf, ehe sie sich mit der zweitbesten Laufzeit noch stark verbesserte. "Ich bin richtig, richtig glücklich. Der Riesentorlauf ist mir sehr wichtig und umso mehr freut es mich, dass alles zusammenpasst", sagte Schild.

Die 27-Jährige gab damit auch eine starke Empfehlung für einen Startplatz bei der WM ab. "Ich versuche einfach, das Beste rauszu holen, und der Rest ist sowieso Trainerentscheid." Chefcoach Jürgen Kriechbaum notierte Schilds Leistung mit Freude: "Das ist super und ein kräftiges Lebenszeichen von ihr. Sie hat voll attackiert und kommt mit dem engen Radius wie hier sehr gut zurecht."

Das konnten einige andere nicht von sich behaupten. Stephanie Brunner, Österreichs hoffnungsvollste Athletin, schied im ersten Durchgang aus, Ricarda Haaser im zweiten nach guter Zwischenzeit. Michaela Kirchgasser, Halbzeit-Elfte, wurde nach einem Steher auf Platz 28 durchgereicht. So konnte außer Schild nur Katharina Truppe mit Rang zwölf zufrieden sein. "Jede Einzelne versucht das Beste, aber wir machen einfach zu viele Fehler", analysierte Kriechbaum.

Für Anna Veith endete der Tag früher als erhofft. Nach starker Zwischenzeit (vor ihrem Ausfall) beim Super G in Garmisch wollte die Salzburgerin auch im Riesentorlauf einen Schritt nach vorn machen, mit 2,80 Sekunden Rückstand machte sich dann aber Ernüchterung breit. "Mein Kopf weiß, was zu tun ist, aber mir fehlt die Power, um es umzusetzen", sagte Veith. So sei es schwierig, ihre Stärken zu finden. Die Hoffnung, weitere Praxis zu sammeln, ging nicht auf. Fünf Hundertstel fehlten ihr auf Platz 30.

Wie schnell es wieder aufwärtsgehen kann, hat diesmal Brignone bewiesen. Platz acht bei drei Ausfällen war bis dato ihr bestes Saisonergebnis. Nun verwies sie die dreifache Saisonsiegerin Tessa Worley auf Platz zwei. Die Topstars kamen nicht auf das Podest. Lara Gut wurde Vierte, Mikaela Shiffrin nur ein Zehntel vor Schild Fünfte.

Aufgerufen am 20.11.2018 um 02:35 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/schild-rettet-oesv-ehre-und-veith-hadert-498727

Schlagzeilen