Wintersport

Schörghofer punktete bei Comeback als 29.

Ausgerechnet der ÖSV-Läufer mit der längsten Verletzungspause hat am Sonntag im Riesentorlauf von Beaver Creek als einziger von Österreichs Comeback-Quartett gepunktet. Philipp Schörghofer wurde nach 20-monatiger Pause und Materialwechsel zwar nur 29., Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger und Daniel Meier gingen aber ebenso leer aus wie Mitfavorit Manuel Feller.

Schörghofer tastet sich nach Verletzungspause zurück SN/APA/BARBARA GINDL
Schörghofer tastet sich nach Verletzungspause zurück

Während der Deutsche Stefan Luitz im ersten Riesentorlauf nach seinem zweiten Kreuzbandriss sensationell den ersten Weltcupsieg holte, stellte sich bei den ÖSV-Herren dieser Comeback-Effekt am Sonntag nicht ein. Am besten schlug sich beim Ausklang der Nordamerika-Tournee kurioserweise Schörghofer, der sich trotz 2,25 Sekunden Rückstand als zweitbester Österreicher nach Marcel Hirscher als 24. für die Entscheidung qualifizierte.

"Dabei war ich brutal nervös. Wie ein 15-Jähriger", gestand Schörghofer. "Deshalb habe ich im ersten Durchgang ein bissl das Gefühl vergessen und bin auf diesem aggressiven Schnee viel zu hart gefahren", erzählte der 35-jährige Salzburger.

In der Entscheidung wurde Schörghofer dann nach einem Fehler und einem kapitalen "Steher" ans Ende des Feldes zurückgeworfen. Trotz allem sei Beaver Creek aber eine sehr wertvolle Erfahrung gewesen, betonte er.

"Ich war so weit weg vom Skisport und bin jetzt wieder dabei. Ich bin zwar anfangs mit zu viel Gewalt gefahren, aber ich kann es sicher besser als heute", machte Schörghofer klar, dass er nach vorne blickt. "Es geht weiter, Schritt für Schritt. Im Training läuft es ja schon ganz gut. Jetzt muss ich es nur noch im Rennen umsetzen", sagte der zweifache Team-Weltmeister.

Während Feller und auch der für den RTL aufgebotene Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr kommentarlos aus dem Zielstadion verschwanden, stellten sich Brennsteiner und Leitinger trotz hängender Köpfe. Brennsteiner war vor allem deshalb "brennheiß", weil er im ersten Durchgang mit Startnummer 29 und nur 0,39 Sekunden Rückstand auf Halbzeit-Leader Luitz auf der Fahrt zu einem Top-Ergebnis gewesen war.

"Ich weiß es seit Jahren und mach den Scheiß wieder", ärgerte sich der Salzburger über seinen Sturz nach zu viel Innenlage. "Das darf man nicht machen. Das hat mir schon ich weiß nicht wie viele Verletzungen gebracht", sagte er und erklärte: "Ich bin zu gerade über den Golden Eagle und statt zu reagieren und den Schwung auf dem Außenski durchzufahren, habe ich wieder mit dem Oberkörper zum anderen Tor rüber gesucht."

Brennsteiner hat in seiner Karriere schon vier Kreuzbandriss erlitten, den jüngsten im Februar bei Olympia in Korea. Die gute Zwischenzeit war ihm kein Trost. "Das bringt mir nichts. Ich bin nicht einmal dorthin gekommen, wo viel drin gewesen wäre. Gute Zwischenzeiten hatte ich schon oft. Ich weiß, dass ich schnell bin, aber ich muss es endlich auch ins Ziel bringen."

Ähnlich argumentierte Leitinger. "Es ist nichts zusammengelaufen, zudem habe ich einen kapitalen Fehler gemacht", ärgerte sich auch der Vizeweltmeister von 2017. Auch er blieb kämpferisch. "Es war mein erstes Rennen seit elf Monaten. Es ist brutal in die Hose gegangen. Aber wenn man sich von sowas unterkriegen lässt, hätte man besser gar nicht erst anfangen sollen. Also heißt es weiterkämpfen."

Das passiert kommende Woche in Val d'Isere. "In sechs Tagen geht es weiter", sagte Leitinger. "Dort muss ich es besser auf die Reihe kriegen."

Quelle: APA

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