Wintersport

Shiffrin-Show am Zauberberg

Viele Fehler und dennoch bleibt Mikaela Shiffrin dank eines furiosen Finish das Maß aller Dinge im Slalom. Der Jungstar jubelt über den Semmering-Hattrick, Bernadette Schild über Platz fünf.

Trotz ungewohnt vieler Fehler war Mikaela Shiffrin bei ihrem dritten Semmering-Sieg innerhalb von 53 Stunden eine Klasse für sich.  SN/APA/EXPA/SEBASTIAN PUCHER
Trotz ungewohnt vieler Fehler war Mikaela Shiffrin bei ihrem dritten Semmering-Sieg innerhalb von 53 Stunden eine Klasse für sich.

Für Mikaela Shiffrin gehen aktuell die Superlative aus. Die US-Amerikanerin hat beim Skiweltcup am Semmering den Hattrick perfekt gemacht und innerhalb von 53 Stunden nach den beiden Riesentorläufen auch den Slalom gewonnen. Es war dies der zwölfte Slalomsieg in Serie im zwölften Rennen, bei dem sie angetreten ist. Wieder einmal konnten die Konkurrenz und die 13.500 Zuschauer am Fuße des Zauberbergs nur staunen. Allerdings durfte auch die Salzburgerin Bernadette Schild über Platz fünf und das damit beste österrei chische Slalom-Ergebnis in dieser Saison jubeln.

"Das war verrückt, ein großer Tag", sagte Shiffrin über die Art und Weise, wie der Sieg zustande kam. Im ersten Lauf hatte die 21-Jährige viele Fehler und war dennoch knapp vorn. In Lauf zwei legte ihr die Slowakin Veronika Velez-Zuzulova eine sensationelle Bestzeit vor. Shiffrin lag vor der letzten Zwischenzeit auch 0,33 Sekunden zurück, um mit einem furiosen Finish noch eine Sekunde aufzuholen und letztlich mit 0,64 Sekunden Vorsprung im Ziel über den sechsten Saisonsieg zu jubeln. Im Gesamtweltcup liegt sie nun schon 215 Punkte vor Lara Gut (SUI).

Zuzulova gratulierte fair: "Mikaela ist ein Wahnsinn. Bei ihr ist man sich auch nach einem sehr guten Lauf nie sicher, ob es reicht. Ich muss mehr trainieren." Die Slowakin ist eine wahre Österreich-Spezialistin. Alle ihre drei Weltcupsiege im Slalom fuhr sie hier ein. Zwei Mal in Flachau und am Semmering 2012 stand sie ganz oben auf dem Podest. Dahinter fuhr die Schweizerin Wendy Holdener bereits mit einem Respektabstand von 1,54 Sekunden zum vierten Mal in dieser Saison auf das Podest.

Schild verpasste dieses um 0,47 Sekunden und landete zum dritten Mal in Serie in den Top 10: "Ich bin sehr zufrieden. Man wünscht sich vor so einer Kulisse, dass man eine Show bieten kann, und das, glaube ich, ist mir gelungen." Die 26-Jährige aus Saalfelden war im ersten Durchgang trotz eines "Stehers" Elfte mit 1,40 Sekunden Rückstand. "So weit wäre ich mit einem Sicherheitslauf auch zurück. Also habe ich gesehen, dass es sich lohnt, richtig zu attackieren." Gleichzeitig ortete Schild noch Luft nach oben. So hätte es Streckenteile gegeben, in denen sie gebremst habe.

Hinter Schild durften drei weitere Österreicherinnen Achtungserfolge feiern. Ricarda Haaser (16.), die Riesentorlauf-Fünfte Stephanie Brunner (20.) und Katharina Liensberger (22.) fuhren überhaupt die ersten Slalom-Weltcuppunkte ihrer Karrieren ein. "Darauf kann ich aufbauen. Es ist einfach nur cool, vor so einem Publikum Rennen zu fahren", sagte Haaser.

Die restlichen fünf der insgesamt neun Österreicherinnen schieden im ersten Durchgang aus, darunter auch die Salzburgerinnen Michaela Kirchgasser und Julia Grünwald. Die Enttäuschung saß tief. Bei Kirchgasser so tief, dass die sonst immer so redselige Filzmooserin den Zielraum kommentarlos verließ. Die nächste Chance bietet sich beim Slalom am Dienstag in Zagreb, ehe es am folgenden Wochenende in Marburg weitergeht.

Aufgerufen am 13.12.2017 um 09:58 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/shiffrin-show-am-zauberberg-570892

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