Wintersport

Siebenhofer in der Zwickmühle, Konstanz ist das Hauptziel

Skirennläuferin Ramona Siebenhofer befindet sich in diesem Winter ein wenig in der "Zwickmühle", wie sie es selbst nennt. Zum einen ist da der Wunsch, möglichst viele Weltcup-Rennen zu fahren, zum anderen will sie aber auch über die gesamte Saison konstante Leistungen bringen. "Wenn ich so viele Rennen fahre, dass ich im Jänner schon müde bin, habe ich auch nichts davon", betonte die Steirerin.

Siebenhofer will über die gesamte Saison konstante Leistungen bringen SN/APA (EXPA/Groder)/EXPA/JOHANN GR
Siebenhofer will über die gesamte Saison konstante Leistungen bringen

Die Speed-Pilotin wird neben den neun Abfahrten und sieben Super-G auch die vier Kombinationen bestreiten, zudem den einen oder anderen der neun Riesentorläufe. Den Auftakt machte sie in Sölden mit dem überraschenden zehnten Platz, ihrem zweitbesten Karriere-Ergebnis in dieser Disziplin. Und das, obwohl es für Siebenhofer der erste Riesentorlauf seit Jänner 2016 war.

Killington ließ sie wegen des Speed-Trainings in Copper Mountain aus, das wurde mit den Trainern so entschieden. "Dieses Training ist essenziell für die ganze Saison, es bietet eine Basis. Nach den Rennen in Lake Louise werde ich entscheiden, wie es im Riesentorlauf für mich weitergeht. Lienz geht sich sicher gut aus, das ist sozusagen in der Weihnachtspause. Ob ich vorher in Courchevel bin, werden wir sehen. Der Fokus wird zu hundert Prozent auf den Speed-Disziplinen bleiben, den Riesentorlauf nehme ich dazu, wenn es passt", sagte die 28-Jährige im APA-Gespräch.

Im vergangenen Dezember gewann Siebenhofer in Cortina d'Ampezzo beide Abfahrten und damit ihre ersten Rennen. Fischer-Markenkollegin Nicole Schmidhofer ist Titelverteidigerin im Abfahrtsweltcup, Schmidhofer war Dritte. "Wir profitieren sehr viel voneinander. Wenn man was findet, das bei uns beiden funktioniert, dann kann man sich sicher sein, dass das auf verschiedenen Bedingungen immer funktionieren wird. Wir haben immer viele Ski am Berg, haben dadurch mehr Möglichkeiten, tauschen auch untereinander aus und können flexibler reagieren."

Mit Bernhard Arnitz teilen sich die beiden Athletinnen einen Servicemann, das ist so besprochen und ausdrücklich von allen gewünscht. "Das funktioniert alles Hand in Hand. Es ist sehr wichtig, dass das Vertrauen da ist, dass wir offen miteinander reden können und gemeinsam einen Weg finden. Man hat letztes Jahr gesehen, dass das super funktioniert. Ich glaube, es hat fast kein Rennen gegeben, wo Bernie nicht zumindest eine Läuferin am Podest hatte", konstatierte Siebenhofer.

Der Servicemann habe so mehr Möglichkeiten, könne beispielsweise beim offiziellen Trainingslauf zwei verschiedene Wachse testen. "Und je öfter ein Speedski am Schnee liegt und gefahren wird, umso schneller wird er", erklärte die Steirerin.

2017 war Siebenhofer von Head zu Fischer gewechselt. Damals sei sie an einem Punkt angelangt, wo sie sich gedacht habe, es sei alles mittelmäßig. "Was fehlt mir, dass ich noch ganz vorne mitfahren kann? Ich habe lange gerungen mit mir, mich dann aber entschieden, das Material zu wechseln. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die Ski, das Umfeld, die Techniker, die sich ins Zeug gelegt haben. Das war definitiv der richtige Schritt und hat meiner Karriere noch einmal einen Schubser gegeben."

Ihr Ziel ist es, jeden Tag auf den Ski ihr Bestes zu geben und das Potenzial auszuschöpfen. Und es gehe aber immer noch besser, auch nach ihrem Premierensieg im Jänner in Cortina fand sie immer noch fünf Kurven, die nicht optimal gewesen seien. Auch an der Konstanz arbeitet sie.

"Man muss sich die Rennen rausnehmen und schauen, was der Fehler war, was man besser machen kann. Damit man bei allen Rennen in die Top fünf fahren kann", erläuterte Siebenhofer. Gerade im Super-G sei sie sehr unkonstant. "Ich hatte sehr gute Rennen, aber auch Ausfälle. Unterm Strich schaut die Saison dann nicht so gut aus." Sie habe im Sommer daran gearbeitet und hoffe, dass sich das im Winter bezahlt mache.

Als sie Jugendläuferin war, wurde sie einmal gefragt, was sie so erreichen wolle. "Ich habe gesagt Olympiasiegerin, Weltmeisterin, eine Kugel will ich gewinnen und den Gesamtweltcup. Und dann kommt man in den Weltcup und sieht, was das für Arbeit ist. Und dass das alles nicht so einfach ist, wie es im Fernsehen ausschaut. Da bekommt alles eine andere Wertigkeit. Es war schon sehr schwer, dass ich mal ein Rennen gewonnen habe. Es war ein Meilenstein, der mich weiter reifen hat lassen", sagte Siebenhofer.

Sie gehe daher gelassener in den Winter. "Ich weiß, wie es geht. Ich habe es schon gespürt. Das habe ich mir immer in Erinnerung gerufen, als es im Training einmal zäh geworden ist."

Quelle: APA

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