Wintersport

Siebenhofer startet als Favoritin in Garmisch-Abfahrt

Ramona Siebenhofer zählt nach ihren Trainingsleistungen zum engsten Favoritenkreis für die Weltcup-Abfahrt am Samstag (10.15 Uhr) in Garmisch-Partenkirchen. Nach überlegener Donnerstag-Bestzeit gab die Steirerin auch am Freitag den Ton an. Nur die Italienerin Sofia Goggia war um 0,25 Sekunden schneller, beging aber im Gegensatz zu Siebenhofer einen Torfehler. Der Rest des Feldes lag klar zurück.

Ramona Siebenhofer im Freitags-Training nur von Sofia Goggia geschlagen.  SN/APA (dpa)/Karl-Josef Hildenbrand
Ramona Siebenhofer im Freitags-Training nur von Sofia Goggia geschlagen.

"Auch wenn das Selbstvertrauen mit diesen Fahrten zurückgekommen ist, man muss ein bisschen am Boden bleiben", versuchte die Trainings-Dominatorin die Erwartungshaltung für das Rennen zu bremsen. Gleichzeitig gab Siebenhofer aber zu, dass ihr die Kandahar-Piste in Oberbayern besonders liege und sie noch Reserven habe: "Ich fühle mich richtig gut da runter, es macht echt Spaß. Heute habe ich die (Streckenpassage) 'Hölle' nicht gut erwischt und sehr viel Zeit liegengelassen."

Siebenhofer erinnerte daran, dass sie schon in Lake Louise Trainings-Bestzeit erzielt hatte, dort dann in der ersten Abfahrt jedoch nur 15. geworden und in der zweiten sogar ausgeschieden war. "Es ist schon cool für den Kopf zu wissen, dass man da als Schnellste runterfahren kann, aber das muss ich im Rennen erst einmal zeigen. Das wird schwierig, wie man in Lake Louise gesehen hat", betonte die 25-Jährige, die noch mit den Nachwirkungen eines grippalen Infekts zu kämpfen hatte.

"Vor zwei Tagen bin ich noch mit ganz wilden Gliederschmerzen und leichtem Fieber den ganzen Tag im Bett gelegen", verriet Siebenhofer, der am Freitag noch immer "sehr starker Schnupfen und Halsweh" zu schaffen machten. "Nach dreiviertel der Strecke habe ich gespürt, dass mir die Luft ausgeht, und auch die Ohren sind mir brutal zugefallen. Deswegen geht es jetzt gleich wieder ins Bett. Ich hoffe, dass ich morgen in alter Frische erwachen werde."

Trotz fehlerhafter Fahrt und Krankheit schockte sie aber auch am Freitag die Konkurrenz. Die Schweizerin Fabienne Suter, die den Kurs ebenfalls korrekt absolvierte, verlor bereits 0,65 Sekunden auf Siebenhofer. Sechs weitere Hundertstel dahinter folgte die Salzburgerin Mirjam Puchner an dritter Stelle der bereinigten Wertung und war um den Hauch einer Hundertstel schneller als Weltcup-Rekordsiegerin Lindsey Vonn, die jedoch ein Tor ausgelassen hatte.

"Siebenhofer fährt unglaublich", staunte auch Vonn, für die die Steirerin erste Sieganwärterin ist. Mit der eigenen Leistung war die 32-jährige US-Amerikanerin, die nach einem Oberarm-Bruch erst am Sonntag in Zauchensee ihr Comeback gegeben hatte, zufrieden, obwohl auch sie "in der Hölle viel Geschwindigkeit" einbüßte. "Das war heute wieder ein Schritt vorwärts. Von der Körpersprache her war das viel besser als gestern", erklärte Vonn. "Ich habe das vierte Tor ausgelassen, bin aber bereit für morgen. Die Beine funktionieren super, ich kann wieder Vollgas fahren."

Mit Tamara Tippler als Vierter und Nicole Schmidhofer als Sechster landeten noch zwei weitere ÖSV-Damen mit korrekten Fahrten im Spitzenfeld. Zauchensee-Siegerin Christine Scheyer und Ex-Doppelweltmeisterin Elisabeth Görgl waren mit Torfehlern einige Zehntel langsamer. Scheyer zählte im oberen Teil zu den Schnellsten, ehe sie im drehenden, unteren Abschnitt viel Zeit einbüßte. "Dort war ich auch einen halben Meter von einem Tor weg", berichtete die Vorarlbergerin, die mit einem Top-Ten-Resultat am Samstag zufrieden wäre.

Quelle: APA

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