Wintersport

Ski: Absage des Weltcupfinales bringt echten Showdown

Cortina auch auf ÖSV-Druck abgesagt. Nun muss das Speed-Wochenende im norwegischen Kvitfjell die (Vor-)Entscheidungen bringen - für Kilde, Kriechmayr und Mayer.

Aleksander Aamodt Kilde hat nun alle Trümpfe in der Hand. SN/ap
Aleksander Aamodt Kilde hat nun alle Trümpfe in der Hand.

Das Weltcupfinale in Cortina (18. bis 22. März) ist nach einem langen Gezerre nun doch abgesagt worden. Ursprünglich wollte der Weltverband FIS am Freitag entscheiden, hat diese Entscheidung dann aber auf den heutigen Samstag verlegt, weil man doch noch Möglichkeiten der Durchführung finden wollte. Da machte der ÖSV nicht mit, der heimische Verband stellte klar, dass man keine Athleten nach Cortina schicken werde. Dem dürften sich andere Verbände angeschlossen haben, daher sagte der italienische Verband (FISI) von sich aus das Finale noch am Freitagabend ab. In Cortina findet im kommenden Jahr die alpine Ski-WM statt, die muss nun ohne Generalprobe über die Bühne gehen. Italien und speziell die Provinz Venetien sind stark betroffene Gebiete vom Ausbruch des Coronavirus.

Damit werden die Speedrennen im norwegischen Kvitfjell an diesem Wochenende wichtige Vorentscheidungen bringen. Für die Österreicher rückt da vor allem der sonntägige Super G (10.30) in den Fokus: Da liegt Vincent Kriechmayr nur drei Punkte hinter dem Schweizer Mauro Caviezel (365 Zähler) in der Disziplinenwertung zurück. In Lauerposition folgen "Hausherr" Aleksander Aamodt Kilde (336 Punkte) und Matthias Mayer (324 Punkte). Es ist auch schon der letzte Super G der Saison - und gleichzeitig die letzte und einzige Chance des ÖSV auf eine Kristallkugel. "Ich will bei jedem Super G vorn mitfahren, insofern gehe ich in das Rennen wie in jedes andere", meinte Kriechmayr. Das letzte Speed-Wochenende des Weltcupwinters wird am heutigen Samstag mit der Abfahrt (11) eröffnet. Da steht der Schweizer Beat Feuz schon vorzeitig als Sieger der Abfahrtswertung fest.

Die bisherigen Trainings wurden vom Norweger Aleksander Aamodt Kilde in fast schon beeindruckender Art und Weise dominiert. "Die Norweger trainieren hier zwar regelmäßig, das war aber schon eine Ansage", meinte ÖSV-Cheftrainer Andreas Puelacher. "Dennoch: Training ist Training, Rennen ist Rennen. Wir sind trotzdem optimistisch." Die Bestzeiten von Kilde setzten aber seinen direkten Konkurrenten Alexis Pinturault unter Druck: Der Franzose, der in der Weltcup-Gesamtwertung mit gerade einmal 26 Punkten Vorsprung auf Kilde führt, hat sich am Freitag kurzfristig entschieden, die Abfahrt am heutigen Samstag doch zu bestreiten. Es ist seine erste Weltcupabfahrt seit sieben Jahren.

Bester Österreicher im Abschlusstraining (als Vierter) war übrigens Daniel Hemetsberger, der den ausgedünnten ÖSV-Kader hier verstärken soll. Der bald 29-jährige Oberösterreicher feierte erst vor zwei Jahren sein Weltcupdebüt und hat in seiner Bilanz auch einen traurigen Rekord stehen: Vier Kreuzbandrisse haben seine einst erfolgversprechenden Karrierepläne mehr als nur ein Mal durchkreuzt.

Dass die Damen an diesem Wochenende gar kein Weltcuprennen fahren, das hat übrigens nichts mit dem Coronavirus zu tun, sondern schlicht und einfach mit frühlingshaften Temperaturen im deutschen Ofterschwang. Zwar bemühte sich der Schweizer Skiverband um die Übernahme der Rennen, doch gab es keine ausreichende Finanzierung.

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