Wintersport

Ski alpin: Auf Marcel Hirscher ist immer Verlass

Hirscher darf sich auch über Rang zwei in einem bewegenden Riesentorlauf und Länderkampf gegen Frankreich freuen.

Ski alpin: Auf Marcel Hirscher ist immer Verlass SN/ap
Marcel Hirscher ist der Mann, den es gilt zu schlagen. In Val d’Isère kämpfte der Salzburger gegen eine Armada von Franzosen.

Der französischen Skistation Val d'Isère kann man nicht unbedingt nachsagen, dass sie das Zentrum der Ski-Euphorie sei, doch diesmal war auch das anders: Mehrere Tausend Zuschauer kamen zum Riesentorlauf und bewiesen damit ein gutes Gespür, denn der wurde zum Länderkampf Frankreich gegen Marcel Hirscher. Am Ende muss man das Duell wohl als Unentschieden werten, denn der Sieg ging zwar an Mathieu Faivre, doch Hirscher belegte Rang zwei und verwies damit eine ganze französische Armada um Alexis Pinturault, Thomas Fanara und Victor Muffat-Jeandet auf die weiteren Plätze.

Vor Hirschers Lauf lagen noch die vier frenetisch angefeuerten Franzosen in Führung, dann erwies sich der Salzburger als "Störenfried" und zerstörte den Vierfach-Sieg. "Sorry, dass ich der Party-Crasher war, aber das ist mein Job."

Auch wenn es nicht zu einem Sieg gereicht hat, wertete Hirschers Coach Mike Pircher das Wochen-ende als vollen Erfolg. "Das waren starke Leistungen und richtige big points. Dazu hat er zwei Mal Pinturault hinter sich gelassen, das war für den Gesamt-Weltcup nicht unwichtig."

Dass er im zweiten Lauf vielleicht nicht alles riskiert habe, das stellte der Salzburger in Abrede. "Ich war sechs, sieben Tore vor dem Ziel ganz knapp vor einem Ausfall, es ist sich gerade noch ausgegangen. Mehr war heute definitiv nicht möglich, denn Faivre hatte einen sensationellen Lauf." Der bescherte dem 24-jährigen Franzosen auch seinen ersten Weltcupsieg. "Für gewöhnlich hat er nur einen guten Lauf, heute waren es zwei. Gratulation Mathieu", meinte Hirscher.

Für Philipp Schörghofer brachte der Tag das lange erhoffte Topresultat: Der Salzburger klassierte sich auf Rang sieben, den Platz hatte er auch schon nach dem ersten Lauf inne. "Die Tendenz geht nach oben. Es waren ein paar echt gute Passagen dabei, aber das muss ich jetzt einmal über ein ganzes Rennen schaffen, denn dann ist ganz viel möglich." Pech hatte der dritte Salzburger im Bunde: Roland Leitinger war auf dem Weg zu einem Top-10-Platz auf einer Welle ausgehoben worden und verpasste das nächste Tor. "Das ist ärgerlich, aber die Form ist sehr gut."

Die Wege des ÖSV-Teams trennen sich nun, Hirscher wird in der Heimat auf der Reiteralm trainieren, das restliche ÖSV-Technikerteam in Zinal (Sz). Am kommenden Wochenende geht es hier weiter, allerdings auf der anderen Seite der Bellevarde. Hier hat Hirscher seinen Premierensieg gefeiert und insgesamt schon vier Siege und zehn Podestplätze zu Buche stehen, auch wenn er sich mit dem Ersatzort gut anfreunden konnte. "Es war für alle Neuland, aber es waren richtig gute Rennen. Für mich war es aber mit den Abfahrtstrainings und dem Super G eine Woche am Limit. Ich habe jeden Tag 100 Prozent aus mir herausgeholt." Das macht eben Hirscher aus.

Quelle: SN

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