Ski Alpin

Nun ist Mikaela Shiffrin endgültig "die Beste aller Zeiten"

Die Unsicherheit treibt den US-Star zum Rekordsieg und die ÖSV-Routiniers in die nächste Pleite.

Eindrucksvoller hätte sie ihren Rekordsieg nicht einfahren können. Besser als mit dem Riesentorlauf am Kronplatz kann sich Mikaela Shiffrin selbst nicht beschreiben. Mit zwei Mal Laufbestzeit hat die US-Amerikanerin in der Manier der nun auch endgültig erfolgreichsten Skifahrerin aller Zeiten ihren 83. Weltcupsieg gefeiert - angetrieben von ihren Zweifeln.

"Für mich ist es nach all den Jahren immer noch schwer zu glauben, dass ich als Führende meine mentale Stärke im zweiten Durchgang behalten kann", sagte Shiffrin, die einer entfesselt fahrenden Lara Gut-Behrami zunächst staunend zuschaute und dann selbst noch eins draufsetzte. Sie sei so nervös gewesen und habe nicht geglaubt, dass sie noch schneller sein könne als die Schweizerin. Was bei anderen als Understatement zu werten ist, wirkt bei Shiffrin authentisch. So gibt sie offen zu: "Je mehr ich gewinne, desto mehr fürchte ich mich davor, nicht mehr siegen zu können." Diese Unsicherheit und die Gedanken ans Scheitern sind ihr Antrieb, noch besser zu werden, noch härter zu trainieren.

45 Hundertstel lag Shiffrin schließlich vor Gut-Behrami, die Dritte Federica Brignone war bereits fast eineinhalb Sekunden zurück. Shiffrins erste Gratulantin aus der Ferne war Lindsey Vonn, die ihren Rekord nun endgültig los ist. Schon zuvor hat sie ihre Landsfrau als "die beste Skifahrerin aller Zeiten" bezeichnet. "Es ist unglaublich, was sie leistet. Sie wird sicher eine lange Karriere haben, wenn sie gesund bleibt", sagte Vonn. Ingemar Stenmarks Bestmarke von 86 Siegen wird wohl noch in diesem Winter fallen, selbst der "unwirkliche" 100er erscheint als realistisch.

Eine andere Realität ist auch, dass Österreichs Technikerinnen derzeit maximal Mittelmaß sind - was für Julia Scheib (12.), Elisabeth Kappaurer (15.) und Elisa Mörzinger (19.) durchaus als Erfolg zu werten ist. Das Trio aus der zweiten rot-weiß-roten Garde hat am Dienstag damit auch ein weiteres ÖSV-Debakel verhindert, denn Katharina Truppe und Katharina Liensberger verpassten mit Rückständen jenseits der drei Sekunden das Finale der besten 30. Die Unsicherheit ist weiterhin riesig, auch der Abschied von Liensberger-Coach Livio Magoni brachte nicht die erhoffte mentale Trendwende. Schon am Mittwoch (10.30/13.30, live ORF 1 und SN-Ticker) gibt es die nächste Chance für das ÖSV-Team und für Shiffrin.

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