Wintersport

Ski-WM: ÖSV-Ladies wollen im Super-G überraschen

Im ersten WM-Bewerb gilt "Hausherrin" Lara Gut als Favoritin, für die jungen ÖSV-Damen ist der Super-G am Dienstag die erste Bewährungsprobe.

Veith ist im Super-G das heißeste ÖSV-Eisen.  SN/APA (AFP)/JURE MAKOVEC
Veith ist im Super-G das heißeste ÖSV-Eisen.

Zahlreich wie nie aber nirgends als Medaillen-Anwärterinnen treten sie unter besonderen Voraussetzungen an. Fix sind Startplätze für Anna Veith, Stephanie Venier und Nicole Schmidhofer.

Diese drei haben sich praktisch selbst aufgestellt. Veith ist Titelverteidigerin und schaffte unmittelbar vor den Titelkämpfen als Dritte in Cortina beim dritten Speed-Rennen nach ihrem Comeback einen Podestplatz. Venier und Schmidhofer als Zweite bzw. Vierte in Garmisch sind ebenfalls fix für das erste WM-Rennen auf der Corviglia. Für die restlichen zwei Plätze kommen Mirjam Puchner, Christine Scheyer, Ricarda Haaser und Tamara Tippler infrage.

Viel wird davon abhängen, wie das Training von Scheyer am Sonntag in Seefeld verläuft. Die einzige ÖSV-Saisonsiegerin musste zuletzt Cortina wegen akuter Kniebeschwerden auslassen und auch auf das WM-Abschlusstraining in Saalbach-Hinterglemm verzichten. Zwei Tage vor dem WM-Super-G steigt die Vorarlbergerin in Tirol wieder auf Ski, mit ihr trainiert unter Roland Assinger erstmals nach ihrer Verletzung auch Nina Ortlieb.

Da es beim "perfekt" verlaufenen Abschlusstraining auf der permanenten ÖSV-Trainingspiste in Hinterglemm keine Quali-Zeitläufe gab, wird das Trainerurteil über die zwei Restplätze im rot-weiß-roten Damen-Super-G-Team entscheiden. Eine spannende Aufgabe.

Nur Haaser hat eine Top-Ten-Platzierung, von den Weltcup-Punkten her wären Scheyer und Puchner voran. Tamara Tippler hat im Vorjahr schon einmal eine Podestplatzierung geschafft. Das und die aktuelle Form fließen in die Beurteilung ein. "Aber zuerst muss man das Training von Scheyer abwarten. Ich hoffe, es ist wieder gut. Sie hat zuletzt auch schon wieder Kniebeugen mit über 100 Kilo gemacht, es sollte also funktionieren", meinte Kriechbaum.

Kein Kriterium für den Super-G wird das erste Abfahrtstraining am Montag. "Die Disziplinen gehen zu weit auseinander", erklärte Kriechbaum. Zumindest zehn ÖSV-Damen werden da wegen der Kombi am Start sein. Die Spezialabfahrt steht erst am nächsten Sonntag an, dafür wartet eine noch heiklere Aufstellungsentscheidung. "Wir hoffen auf gutes Wetter und dass wir eine klare Qualifikation fahren können."

Dass ausgerechnet in einem der punkto Ergebnisse schwächsten Winter überhaupt gleich 14 Damen zur WM dürfen, könnte sich langfristig noch als Glücksfall erweisen. "2015 waren nur zehn Läuferinnen notwendig, um alle Disziplinen abzudecken. Aktuell ist bei uns aber die Spitze eher dünn gesät", erklärte Kriechbaum. "Glücklicher Weise hat es sich aber so ergeben, dass die Herren diesmal nicht so viele Plätze brauchen und wir mehr verwenden können. So kommen nun auch aufstrebende Talente wie eine Katharina Gallhuber zu einer WM."

Für Kriechbaum ist die aktuelle Ausgangslage eine "interessante" Konstellation. "Es hat sich ja den ganzen Winter abgezeichnet, dass wir nach vorne die eine oder andere Überraschung bieten können. Aber im Favoritenkreis sind wir nicht, das gilt auch für die WM."

Kriechbaum hofft, dass sich seine Truppe mit gleich zehn WM-Neulingen dennoch wohlfühlt, mutig und furchtlos ans Werk geht. "Eine WM ist ja schon was Besonderes und auch die Ausgangssituation ist besonders. Wir sind in jeder Disziplin in einer gewissen Außenseiterrolle, das hat auch was Schönes. Denn die Erwartungen sind nicht sehr hochgesteckt und Medaillen-Spekulationen stellen wir gar nicht erst an. Die Mädchen sollen sich auf ihre eigene Performance konzentrieren und richtig offensiv ans Werk gehen."

Auch für Kriechbaum ist Veith trotz ihrer langen Verletzungspause im Super-G "eines unserer heißen Eisen". Eventuell fehle noch das letzte Alzerl Selbstvertrauen. "Sie hat einfach die Erfolge von früher noch nicht, weil der Saisonstart erst so spät war. Aber es gibt bei ihr eine positive Entwicklung und es ist zu hoffen, dass das in St. Moritz so weitergeht."

Man dürfe aber nicht vergessen: "Sie ist nach wie vor nicht hundertprozentig fit und kann nicht so einen Umfang fahren wie früher. Aus meiner Sicht ist auch sie also immer noch in einer Außenseiterrolle."

Quelle: APA

Aufgerufen am 21.09.2018 um 02:12 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/ski-wm-oesv-ladies-wollen-im-super-g-ueberraschen-402421

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