Wintersport

Skibergsteigen: Ein Heim-Weltcup als Ansporn

Die Skibergsteiger haben heuer die WM und für die Zukunft Olympia im Visier. Nur die Galionsfigur wird derzeit vermisst.

Jakob Herrmann beim Anstieg.  SN/skimo
Jakob Herrmann beim Anstieg.

Endlich wieder ein richtiger Winter: Die üppigen Schneefälle und das sonnige und kalte Wetter zieht gerade in diesen Tagen die Tourengeher und Skibergsteiger in großer Zahl auf die Gipfel. Ein Ansturm herrscht auch auf die Anmeldungen zu den Wettkämpfen. Für Thomas Wallner, selbst Nationalkaderläufer und Veranstalter der Hochkönig Erztrophy, liegt das auch an einem ganz besonderen Reiz: "Wo sonst kann man sich sogar als Einsteiger in einem Bewerb mit Weltklasse-Athleten messen und nachher noch bei einem Bier mit ihnen fachsimpeln?"

Die Erztrophy, heuer am 4. und 5. Februar mit Start in Mühlbach/Hkg. und zugleich Schauplatz der Staatsmeisterschaften im Vertical und im Individual, ist einer dieser Wettkämpfe. Für die Top-Athleten geht es außerdem um Punkte für den Alpencup, eine Art "Tour de Ski" der Skiberg steiger. Deren weitere Stationen sind der Jenner-Stier in Berchtesgaden (18./19. Februar) und die Marmotta-Trophy in Martell/Südtirol (18./19. März). Diese drei Orte wälzen große Pläne. Ab kommendem Winter wollen sie im jährlichen Wechsel einen Weltcup veranstalten und so die Lücke im deutschsprachigen Raum schließen. Karl Posch, Vordenker des Skibergsteigens und Betreiber des Verbandsportals Skimo.at, blickt voraus: "Die Erz trophy wäre dann 2020 erstmals dran." Derzeit konzentrieren sich die Weltcups vor allem auf die etablierten Nationen in dieser Sportart, Frankreich, Italien und die Schweiz. Der Auftakt zur heurigen Saison erfolgt in wenigen Tagen im Pyrenäen-Skiort Font Blanc (Andorra).

Ein Heimweltcup wäre auch ein großer Ansporn für die heimischen Talente. Aktuell haben Ina Forchthammer aus St. Johann, Verena Streitberger aus Maishofen und Stefan Steiner aus Uttendorf ebenso wie Routinier Jakob Herrmann ihre Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft Ende Februar in Tambre/Transcavallo (ITA) ausgerichtet. Langfristig dürfen die Nachwuchsathleten von Olympia träumen. Das IOC hat Skiberg steigen bereits die Anerkennung erteilt, die Premiere bei den Spielen könnte schon 2022 in Peking erfolgen.

Olympia ist eine ferne Vision, die auch Michaela Eßl aus Abtenau verfolgt. Derzeit allerdings ist für die langjährige Galionsfigur des Skibergsteigens nicht an Rennen zu denken: Wegen Übertrainings hat sie striktes Sportverbot, diesen Winter wird sie bei keinen Wettkämpfen antreten. Die 28-Jährige sagt: "Hätte ich so weitergemacht wie bisher, hätten Herzprobleme gedroht." So schwer ihr die Pause falle, habe sie auch angenehme Seiten: "Ich habe zu Silvester auch einmal ein Glaserl trinken dürfen . . ."

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