Wintersport

Skispringen: Kraft und Fettner in Willingen Zweiter und Dritter

Österreichs Skisprung-Adler haben am Sonntag im Einzelbewerb in Willingen ein kräftiges Lebenszeichen in Richtung Nordische WM in Lahti (ab 22.2.) gegeben. Lediglich der Deutsche Andreas Wellinger verhinderte in einem dramatischen Weltcup einen ÖSV-Doppelsieg. Stefan Kraft und Manuel Fettner landeten nur 0,3 bzw. 1,3 Zähler hinter dem Sieger auf den Plätzen zwei und drei.

Wellinger gewann vor dem ÖSV-Duo.  SN/APA (dpa)/Arne Dedert
Wellinger gewann vor dem ÖSV-Duo.

Wellinger gewann mit 242,3 Punkten und Flügen auf 147,5 bzw. 135 m vor Kraft (148,5/135,5) und Fettner (144,5/136). Der 21-jährige Team-Olympiasieger jubelte vor 17.100 Zuschauern über seinen zweiten Weltcupsieg nach Wisla vor drei Jahren. Er scheint nach dem Saison-Aus des verletzten Severin Freund vor den Weltmeisterschaften in Bestform zu kommen.

Sehr stark waren auch Michael Hayböck und der immer stabiler werdende Comeback-Mann Gregor Schlierenzauer auf den Rängen sechs und sieben. Dieses Quartett, das auch am Vortag im Teambewerb den starken zweiten Rang belegt hatte, hat wohl auch die besten Karten für die Fixplätze bei den Weltmeisterschaften in etwas mehr als drei Wochen.

Kraft durfte sich über seinen bereits siebenten Saison-Podestplatz im Einzel freuen, für den Oberstdorf-Sieger war es der zweite zweite Rang. Für Fettner war es der dritte Saison-Podestplatz und der ebensovielte dritte Rang.

Hayböck nutzte gute Bedingungen als Halbzeit-15. zu einem 145,5-m-Satz und schob sich so noch auf Rang sechs. Schlierenzauer hielt den siebenten Zwischenrang und durfte sich nach Rang acht in Zakopane über seinen zweiten Top-Ten-Platz freuen.

Etwas Pech hatte Halbzeit-Leader Daniel Andre Tande, der nach einem 149,5-m-Flug vor Wellinger geführt hatte. Er erwischte wohl eine kleine seitliche Böe und fiel noch vom ersten auf den vierten Rang zurück. Auch der polnische Seriensieger, Weltcupleader und Tourneegewinner Kamil Stoch musste sich diesmal nach zuletzt vier Siegen en suite mit dem fünften Platz begnügen. Die weiteren Österreicher landeten mit Andreas Kofler und Markus Schiffner an der 16. bzw. 29. Stelle.

Für ein kräftiges Lebenszeichen sorgte wenige Wochen vor seiner Heim-WM auch Altstar Janne Ahonen. Die am 11. Mai 40 Jahre alt werdende Skisprung-Legende holte mit Rang 21 erstmals wieder Weltcup-Punkte.

Österreichs Adler waren nach den beiden Podestplätzen und dem zweiten Rang im Teambewerb mit der Weltcup-Station Willingen hochzufrieden. Ehe es nun zum Skifliegen an den Schauplatz von Krafts bisher einzigem Saisonsieg nach Oberstdorf, allerdings auf die Flugschanze, geht, freute man sich zunächst über das Erreichte.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende. Es war gestern schon sehr gut und heute haben wir einen sehr schönen Wettkampf gehabt. Vor allem der erste Durchgang war für alle grandios zum Anschauen, es hat richtig Spaß gemacht", freute sich Kraft. Dem knapp verpassten Sieg trauerte der Salzburger nicht groß nach. "Der zweite Sprung war sehr knapp, aber Andi (Wellinger) war am Wochenende sehr stark. Er hätte gestern gewonnen, wenn es ein Einzel gewesen wäre. Drei Zehntel ist natürlich sehr knapp, aber ich bin mit dem zweiten (Platz) auch sehr zufrieden."

Ähnlich sah es der drittplatzierte Fettner. "Dieses Wochenende war wirklich super. Ich habe wirklich nur gute Sprünge zeigen können. Es war gut für mich, dass ich am Freitag nur einen gemacht habe. Es war ein sehr erfolgreiches Wochenende für mich und ich bin überglücklich."

Dass sich die Österreicher nun, etwas mehr als drei Wochen vor der WM in Lahti, auch mannschaftlich sehr stark präsentieren, daran hat auch Rückkehrer Gregor Schlierenzauer seinen Anteil. "Er hat ein super Wochenende gehabt und ist gestern erstmals wieder mit uns auf dem Podium gestanden. Es gibt uns Stärke im Team, wir haben fünf super Leute, das ist auch für das Teamspringen sehr wichtig", erklärte Kraft auch die Wichtigkeit des tollen Comebacks von Schlierenzauer, der erst vor zwei Wochen in Wisla in die WM-Saison eingestiegen ist. "Gregor hat so viel Erfahrung, so viel mitgemacht und kann uns auch immer wieder weiterhelfen. Wir sind froh, dass er wieder da ist", meinte Kraft unmissverständlich.

Fettner misst der auch international gestiegenen Erwartungshaltung an die Österreicher, die im Nationencup nun wieder Zweiter sind, nicht viel Bedeutung bei. "Das ist völlig egal, weil die eigene Erwartungshaltung sowieso immer sehr hoch ist. Wir haben im Moment ein super Team, wirklich mit fünf sehr starken Athleten. Für mich persönlich ist die ganze Saison schon ein Wahnsinn, die Formkurve zeigt nicht nach oben, weil es schon super angefangen hat."

Fettner ist glücklich, weil er auch konstant gut springt, liebäugelt aber doch auch noch mit mehr. "Wie man gesehen hat, es ist sehr knapp zum Sieg auch. Vielleicht reicht es einmal, dass ich meinen ersten Weltcupsieg feiern kann. Ich arbeite von Springen zu Springen darauf hin."

Der Weltcup wird kommendes Wochenende mit zwei Skiflug-Konkurrenzen in Oberstdorf (HS 225 m) fortgesetzt.

Quelle: APA

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