Wintersport

Skispringen: Tournee-Ticket statt Karriereende

Neben Stefan Kraft hat sich mit Florian Altenburger ein zweiter Salzburger Skispringer für die Vierschanzentournee qualifiziert.

Der Grödiger Florian Altenburger fliegt seinem vorläufigen Karrierehöhepunkt entgegen.  SN/unv
Der Grödiger Florian Altenburger fliegt seinem vorläufigen Karrierehöhepunkt entgegen.

Zum 65. Mal findet rund um den Jahreswechsel die Vierschanzentournee statt, zum ersten Mal sind zwei Salzburger bei allen vier Bewerben am Start. Neben Stefan Kraft, dem Tourneesieger von 2015, springt bei der Traditionsveranstaltung auch der Grödiger Flo rian Altenburger. Der 23-Jährige schaffte es quasi im letzten Moment ins Tourneeaufgebot von ÖSV-Trainer Heinz Kuttin. Mit den Plätzen 2, 4, 5 und 6 im Kontinentalcup legte er einen bärenstarken Saisonstart hin und zeigte auch bei schwierigen Bedingungen Konstanz, und das ist das Um und Auf bei der Tournee. "Ich freue mich sehr, dass ich dabei bin. Das ist eine super Chance für mich", sagt Altenburger, der für den Skiclub Seekirchen springt.

Dort hatte er im Alter von neun Jahren unter Trainer Florian Greimel mit dem Sprunglauf begonnen und dem war schnell klar: Dieser Bursche hat Talent. Im Nachwuchs duellierte sich Altenburger jahrelang mit Kraft. Der internationale Durchbruch gelang allerdings nur einem: Stefan Kraft. "Vor einem Jahr habe ich mir dann selbst ein Ultimatum gestellt. Passen die Ergebnisse, springe ich weiter, denn an Motivation und Trainingsfleiß hat es ja nie gefehlt. Wenn nicht, dann höre ich auf", erzählt Altenburger, der zwischendurch sogar ohne ÖSV-Kaderzugehörigkeit war.

Nun ist er Teil des siebenköpfigen Tourneeteams. "Darauf bin ich stolz. Aber jetzt geht es darum, die Leistung auf die Schanze zu bringen. Bisher war ich eher ein Trainingsweltmeister", sagt der Grödiger selbstkritisch. Bei Probesprüngen sei er manchmal sogar auf Augenhöhe mit seinen Trainingspartnern Stefan Kraft und Michael Hayböck, nur im Wettkampf will es nicht klappen. Bei seinen Weltcupeinsätzen reichte es noch nie für das Finale der besten 30. "Ich war immer zu inkonstant, aber ich habe im Sommer hart und viel trainiert und hoffe jetzt bei der Tournee auf meine ersten Weltcuppunkte." Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat Altenburger im Vorfeld auch intensiv mit Mentaltrainern zusammengearbeitet.

Und damit er sich so kurz vor der Vierschanzentournee nicht noch verkrampft, läuft im ÖSV-Team der Schmäh, insbesondere zwischen den beiden Rivalen aus der Schülerklasse, Stefan Kraft und Florian Altenburger. Mit Kumpel "Krafti" trifft sich Altenburger regelmäßig auch privat - und sei es, wenn Österreichs Nummer-eins-Skispringer zu den Eltern in den Grödiger Friseursalon Altenburger kommt, um sich einen Tournee-Haarschnitt abzuholen.

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