Wintersport

Skiweltcup: Rückschlag für Anna Veith auf ihrem Weg zurück

Die Salzburgerin kann fünf bis sechs Wochen nicht Ski fahren und stellt ihr ganzes Programm um: "Die WM habe ich noch im Kopf."

Skiweltcup: Rückschlag für Anna Veith auf ihrem Weg zurück SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Anna Veith muss die Ski wieder ins Eck stellen.

Schwerer Rückschlag für Anna Veith auf ihrem Weg zu ihrem Comeback: Die Salzburgerin muss nicht nur auf den Weltcup-Auftakt in Sölden verzichten, sie muss nun ihr ganzes Programm umstellen. Beim Training hat sich herausgestellt, dass sie im Formaufbau deutlich weiter zurück ist als gedacht. "Ich kann den Druck auf den Ski, den ich brauche, nicht aufbauen, damit macht das alles keinen Sinn. Es fehlen mir drei Kilo im Vergleich zu der Zeit vor meinem Sturz und das sind leider drei Kilo Muskelmasse. Rennfahren ist halt eine Stufe höher als Training, da muss ich noch mehr Kraft aufbringen", meinte Veith, die sich hier in Sölden genau vor einem Jahr bei einem Sturz das rechte Knie komplex verletzt hat (u.a. Patellasehnen- und Kreuzbandriss).

Die Folge: Sie muss ihre Saison völlig neu planen. "Ich gebe mir jetzt einmal fünf bis sechs Wochen Zeit für Konditions- und Krafttraining. Dann muss ich schauen, ob es für eine Rennbelastung reicht. Meine aktuelle Hoffnung ist, dass ich im Dezember wieder auf Ski stehe."

Damit wird Veith nicht nur das Übersee-Training im November versäumen, sondern wohl auch die Rennen in Nordamerika. "Ja, das wird eng", meinte sie ironisch. "Im Ernst, vor Dezember wird es nichts mit dem Ski fahren." Und damit sind vorerst auch noch keine Rennen gemeint, sondern nur Schneetraining. Da will sie mit dem Riesentorlauf beginnen. "Das war, was ich zuletzt trainiert habe und wo zumindest das Gefühl ganz gut war."

"Mein Körper wird alles beantworten"

An den Gesamt-Weltcup ist unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Aber angesichts der jüngten Entwicklung hat die Salzburgerin ohnedies schon andere Prioritäten: "Zumindest die WM habe ich noch im Kopf. Die WM ist der Zeitpunkt, zu dem ich mir wünschen würde, dass ich fit bin. Aber das wird mein Körper beantworten." Das klingt nicht so, als wäre sie von einem WM-Auftritt restlos überzeugt. Die Titelkämpfe im alpinen Skisport steigen Anfang Februar in St. Moritz.

Mögliche Versäumnisse im Sommer sieht sie nicht. "Nein, es wäre niemals schneller gegangen. Der Arzt ist nach wie vor zufrieden mit dem Heilungsverlauf, da ist alles im Plan. Die jetzige Situation ist der Schwere der Verletzung geschuldet. Der Sommer war der Reha vorbehalten, nicht dem Krafttraining."

Daher habe sie sich in Absprache mit ihrem Team entschieden, ein langfristiges Aufbauprogramm umzusetzen. Trauriger Nachsatz: "Ein Jahr Pause war das Minimum, das mir angekündigt wurde, aber so eine Verletzung kann auch zwei Jahre kosten."

Genau davor steht sie nun.

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