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"Eine verschworene Truppe" - ÖSV-Speed-Damen im Hoch zur WM

Österreichs Abfahrtsdamen fahren als Favoritinnen zur alpinen Ski-WM nach Aare. Fünf von sechs Saisonabfahrten haben die ÖSV-Damen gewonnen. Mit Stephanie Venier hat das Team seit der WM-Generalprobe am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen eine dritte Saisonsiegerin in seinen Reihen. ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum lobte vor allem den Zusammenhalt: "Es ist eine recht verschworene Truppe."

Stephanie Venier zeigte sich zuletzt in Topform SN/APA (dpa)/KARL-JOSEF HILDENBRAND
Stephanie Venier zeigte sich zuletzt in Topform

Nächsten Montag steigt in Aare das erste Abfahrtstraining. Am Dienstag folgt der WM-Super-G, in den Nicole Schmidhofer als Titelverteidigerin geht. Die Spezialabfahrt steht am 10. Februar auf dem Programm. Schmidhofer, Venier und die zweifache Cortina-Siegerin Ramona Siebenhofer gelten dort als absolute Gold-Anwärterinnen. "Klar, wenn man gewinnt ist man irgendwo in der Favoritenrolle", sagte Kriechbaum. "Das ist auch gut so."

Geheimnis sieht er keines für den jüngsten Erfolgslauf im Speedbereich. Zwölf Podestplätze gab es in den bisher elf Rennen in den schnellen Disziplinen. Erstmals seit 20 Jahren holten die ÖSV-Damen in einer Saison zumindest fünf Abfahrtssiege. Neun von 18 möglichen Podestplätzen in der Abfahrt gingen an das Team von Gruppentrainer Roland Assinger. "Die machen da einen Topjob", lobte Kriechbaum.

Mittlerweile würden die Läuferinnen allerdings auch die nötige Routine mitbringen. "Wir sind mit der Mannschaft gewachsen. Die Mädels sind gewachsen, sind stärker geworden, haben mehr Selbstbewusstsein", meinte Kriechbaum. Dazu komme der Siegeswille. "Sie sind bereit, ans Limit zu gehen." Das scheint auch bei der WM Pflicht. "Man muss da in Aare sicher wieder voll angreifen, damit man vorne sein kann."

Denn auch die Konkurrenz scheint sich langsam zu formieren. Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia zeigte bei ihrem Comeback nach einem im Oktober erlittenen Knöchelbruch in Garmisch mit zweiten Plätzen in Super-G und Abfahrt auf. US-Star Mikaela Shiffrin hat alle drei bisherigen Super-G der Saison, in denen sie angetreten ist, gewonnen. Hinter der Fitness ihrer Landsfrau Lindsey Vonn dagegen steht nach ihrer Garmisch-Absage ein großes Fragezeichen.

Die ÖSV-Damen wollen ihr Hochgefühl nach Schweden mitnehmen. "Ich komme vom Lachen nicht mehr heraus", sagte Venier nach ihrem Premierensieg im Weltcup. Es sei umso schöner, die Erfolge gemeinsam mit den Kolleginnen feiern zu können. Jede Läuferin freue sich für die andere. "Wir sind einfach so ein unheimlich starkes Team", erklärte die Vizeweltmeisterin aus Tirol. "Wir vertrauen uns gegenseitig."

Auf schwere Verletzungen, wie jene von Anna Veith oder jüngst auch Cornelia Hütter, die nach ihrem Garmisch-Sturz mit einem Innenbandeinriss auch für die WM ausfällt, reagierten die Frauen bisher mit sportlichen Topleistungen. Schmidhofer etwa holte am Samstag ihren ersten Weltcupsieg im Super-G. "Wenn alle erfolgreich sind in der Mannschaft, dann ist die Stimmung gut. Das brauchen wir", meinte die Steirerin. "Wir sind gut drauf. Wenn wir den Spirit und das Ganze mitnehmen, dann sollte das auch in Aare passen." Als einen Schlüssel für die Leistungssteigerung sieht sie auch die Verkleinerung von Assingers Trainingsgruppe "Speed 1" von zwölf auf sieben Läuferinnen.

"Wir haben einen guten Teamspirit", sagte Schmidhofer. "Du kannst mit allen Mädels einen Kaffee trinken gehen, wir verstehen uns gut." Ähnlich bewertete das Siebenhofer, die den Erfolg von Venier in Garmisch mit Champagner-Schokolade feiern wollte. Das hatten die beiden auch schon bei Siebenhofers Premierensiegen in Cortina gemacht. "Ich hoffe, wir können den ganzen Spirit zur WM mitnehmen."

Siebenhofer sieht die Bäume für die Aare-Abfahrt noch nicht in den Himmel wachsen. "Wir haben gezeigt, dass wir schnell Skifahren können. Es ist dann aber doch ein Tagesrennen", betonte die Steirerin. "Wir müssen schon unser Leistungsoptimum abrufen und können uns da nicht irgendwie ausrasten auf einem Sieg." Mit einer fehlerhaften Fahrt sei man schnell Zehnte. Das hat die zweifache Saisonsiegerin in Garmisch selbst zur Kenntnis nehmen müssen.

Quelle: APA

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